„Disclosure Day“ Kritik: Wer traut sich die Wahrheit zu sagen?
In „Disclosure Day“ wendet sich Hollywood-Legende Steven Spielberg einmal mehr einem seiner Lieblingsthemen zu: Doch geht das Experiment aus Road-Movie, Thriller und unterhaltsamen Popcornfilm auf?

Allzu viel Zeit lässt sich Hollywood-Altmeister Steven Spielberg nicht, um uns direkt auf die Rückbank seines brandneuen Kino-Blockbusters „Disclosure Day“ zu werfen und uns vor allem in der ersten Filmhälfte mit einer rasanten Mischung aus Roadmovie und Mystery-Thriller mitzunehmen. Den Fokus legt Spielberg dabei zunächst auf den ehemaligen WARDEX-Mitarbeiter Daniel Kellner (Josh O'Connor), der mit brisanten Geheimdaten und einem mysteriösen außerirdischen Artefakt auf der Flucht ist. An seiner Seite steht seine Lebensgefährtin Jane (Eve Hewson), aus deren Perspektive das Mysterium seinen Lauf nimmt, das im Kern jedoch fast offensichtlicher ist, als die üblen Machenschaften dahinter zunächst vermuten lassen.
Während den beiden WARDEX-Chef Noah Scanlon (Colin Firth) auf den Fersen bleibt, kreuzt sich ihr Weg mit dem der ehrgeizigen Meteorologin Margaret Fairchild (Emily Blunt). Nachdem sie während einer Live-Sendung plötzlich seltsame Fähigkeiten entwickelt und vor laufenden Kameras zusammenbricht, wird auch sie zum Ziel verschiedener Interessengruppen. Schnell entwickelt sich ein Wettlauf quer durch die USA, bei dem Daniel und Margaret nicht nur vor ihren Verfolgern fliehen müssen, sondern auch einem Rätsel auf die Spur kommen, das die Menschheit für immer verändern könnte.
Spielberg-Klasse trotz Überlänge
Als großer Spielberg-Fan stand ich „Disclosure Day“ wirklich etwas skeptisch gegenüber, weil mich die Trailer im Vorfeld leider überhaupt nicht abholen konnten. Tatsächlich hat mich „Disclosure Day“ jedoch, trotz seiner deutlich zu langen Laufzeit von 140 Minuten, eines Besseren belehrt: Der Hollywood-Maestro liefert hier einen ausgesprochen unterhaltsamen und stellenweise durchaus überraschenden Mystery-Blockbuster ab, der in erster Linie von einer spannenden ersten Hälfte, der starken Inszenierung sowie den großartigen Darsteller:innen lebt.
Emily Blunt und Colin Firth überzeugen
Während Emily Blunt nicht nur mit ihrer gewohnt charismatischen Leinwandpräsenz überzeugt, sondern auch mit ihren grandiosen Sprachskills immer wieder für gelungene Comic-Relief-Momente sorgt, ist vor allem Colin Firth als fieser Gegenspieler eine starke Präsenz. Josh O'Connor bekommt als Daniel zwar vergleichsweise wenig Raum zum Glänzen, verleiht der eher funktionalen Hauptfigur aber dennoch genügend Tiefe, um sie glaubwürdig und greifbar wirken zu lassen.
Gemeinsam tragen sie einen Film, dessen emotionale Momente nicht immer so stark funktionieren wie seine spektakulären Setpieces, der aber dennoch immer wieder daran erinnert, warum Steven Spielberg nach wie vor zu den großen Geschichtenerzählern Hollywoods zählt.








