Künstlerische Freiheit?

Nach Fremdgeh-Anschuldigungen: David Harbour bricht sein Schweigen zur Trennung von Lilly Allen

Durch die scheinbar sehr privaten Enthüllungen aus Lilly Allens Album „West End Girl“ verschlechterte sich der Ruf von „Stranger Things“-Star David Harbour. Nun äußert er sich erstmals zu seiner Trennung.

Lilly Allen und David Harbour im Jahr 2022 lächelnd auf dem roten Teppich.
Lilly Allen hat ihre Trennung und ihre Beziehung mit David Harbour musikalisch verarbeitet. Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire

David Harbour hat sich erstmals öffentlich zu der Trennung von Lilly Allen und zu den Gerüchten rund um deren Ende geäußert. Der „Stranger Things“-Star spricht dabei auch über die für ihn schwierige Phase, in der sich private Turbulenzen, mediale Spekulationen und seine Rückkehr in die Öffentlichkeit überlagerten.

Für Harbour war besonders belastend, dass ausgerechnet ein Moment, der beruflich eigentlich positiv hätte sein können, von der Veröffentlichung von Allens Album „West End Girl“ überschattet wurde. Er sagt dazu: „Es war seltsam.“ Zugleich betont er: „Ich glaube, es ist das Recht jedes Künstlers, seine Erfahrungen zu nutzen, um Kunst zu schaffen, und deshalb respektiere ich sie dafür.“

Trennung im Schatten des Albums

Allen und Harbour galten zuvor als ungewöhnlich populäres Paar, das von vielen Fans gerade wegen seiner Eigenheiten geschätzt wurde. Das änderte sich, als „West End Girl“ erschien und mit Texten über Untreue, eine verletzte Beziehung und emotionale Manipulation für große Aufmerksamkeit sorgte. Allen selbst sagte, das Album nutze „künstlerische Freiheit“ und ergänzte: „Ich glaube nicht, dass ich sagen könnte, dass alles wahr ist.“

Harbour macht in seinen ersten öffentlichen Kommentaren deutlich, dass er sich zu den in dem Album geschilderten Vorwürfen nicht äußern will. „Ich kann wirklich nicht viel mehr dazu sagen, weil es mein Privatleben ist. Trotz der Tatsache, dass mir viele Leute kein Privatleben zugestehen, schätze ich es sehr. Und ich schätze auch das Leben der Menschen, mit denen ich privat zu tun habe. Darüber werde ich einfach nicht sprechen“, sagt er.

Umgang mit Öffentlichkeit

Für Harbour ist die Situation auch deshalb heikel, weil er Aufmerksamkeit nie nur als Vorteil erlebt hat. Er beschreibt, dass mit Ruhm nicht nur Anerkennung, sondern auch Verlust von Privatsphäre und zunehmende Entfremdung einhergehen. „Ich liebe es, Menschen zu beeinflussen, sie zu berühren, ihnen Freude zu bereiten – all das ist der Grund, warum man das macht. Und dann muss man sich damit auseinandersetzen, dass man für Menschen eigentlich nur ein Objekt ist“, sagt er.

Er erklärt außerdem, dass er öffentliche Debatten über seine Person oft als merkwürdig empfindet. „In dieser seltsamen Welt, in der wir leben und in der aus allem Soundbites gemacht werden, versuche ich herauszufinden, wie ich das sagen soll“, sagt er. Zugleich will er nicht in eine Gegenoffensive gehen, selbst wenn er sich missverstanden fühlt. „Geschichten sind komplex“, sagt er, „und deshalb sage ich, dass ich ihre Kunstschöpfung respektiere, um ihre Erfahrung zu verarbeiten. Es war nicht meine Erfahrung.“

Mentaler Druck und Rückzug

Besonders offen spricht Harbour über seine psychische Verfassung. Auf die Frage nach seinem Zustand antwortet er ohne Ausweichen: „Ich hatte einen Zusammenbruch.“ Danach ergänzt er: „Ich habe mit einigen verwirrenden Dingen zu tun – es ist höllisch verwirrend.“ Er beschreibt, dass er die Reaktionen anderer Menschen auf psychische Krisen zwar versteht, aber die öffentliche Diskussion darüber oft für unsensibel hält.

„Es gibt da draußen eine Menge unverantwortlichen Unsinn“, sagt er und verweist darauf, dass extreme Belastung zu unberechenbarem Verhalten führen könne. „Unter Zeiten extremen Stresses kann das zu einem gewissen erratischen Verhalten führen, und das ist peinlich, und ich schäme mich dafür. Es ist nichts, wofür ich mich entschieden habe, und ich würde es meinem schlimmsten Feind nicht wünschen“, sagt Harbour. Gleichzeitig betont er: „Ich habe das Gefühl, dass bei manchen von uns unsere Gaben untrennbar mit unseren Krankheiten verbunden sind.“

Über „Stranger Things“

Auch über „Stranger Things“ spricht Harbour rückblickend mit einer Mischung aus Dankbarkeit und Distanz. Er beschreibt die Serie als einen Ort, an dem er über Jahre Beziehungen aufgebaut und kreative Konflikte erlebt hat, die sich am Ende meist wieder auflösten. „Es war einfach“, sagt er. „Es war nur ein einfacher Bruch-und-Reparatur-Moment, der, nachdem wir alle anderen aus dem Weg geräumt und miteinander geredet hatten, in Ordnung war.“

Zu seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Millie Bobby Brown sagt er: „Sie werden noch mehr von mir und Millie sehen – zehn Jahre waren nicht genug. Es gibt da eine besondere Bindung. Ich liebe sie. Sie liebt mich.“ Brown selbst betont per E-Mail, dass ihre Zusammenarbeit im Lauf der Jahre immer kreativer und enger geworden sei und sie die gemeinsame Zeit sehr schätze.

Harbour hält außerdem an einer klaren Sicht auf die Serie fest, selbst wenn diese provokant klingt. Über das Finale sagt er: „Viele Leute denken, [Eleven] ist vielleicht in Spanien oder so. Aber von Anfang an dieser Serie an – wir lieben dieses kleine Mädchen, aber man kann in Hawkins, Indiana, nicht wirklich ein kleines Mädchen mit übernatürlichen Kräften herumlaufen lassen. Sie kann einfach nicht existieren.“

Und weiter: „Von Beginn der Serie an – man muss sie töten.“ Schließlich ergänzt er ironisch: „Bis Netflix ihre Abo-Rate erhöhen muss. Dann – meine Damen und Herren: ‚Eleven‘, die neue Serie!

Quellen