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„Tatort“ heute: Das sind die besten Fälle mit Batic und Leitmayr aus München

Bye, bye, Batic und Leitmayr. Nach 36 Jahren hört das Münchner „Tatort“-Duo auf. Wir schauen dafür nochmal auf die besten Fälle der Silberlocken zurück …

Von links: Kriminalhauptkommissar Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Kriminalhauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec).
Das Ende einer Ära: Wir blicken auf Batic' (Miroslav Nemec) und Leitmayrs (Udo Wachtveitl) beste Fälle zurück. Foto: BR/NEUESUPER GmbH/Hendrik Heiden

Kein „Tatort“-Team hat so lange ermittelt wie sie: Batic und Leitmayr. Das Doppelpack feierte seinen Einstand 1991 mit dem Fall „Animals“ und bringt seine Karriere mit dem Zweiteiler „Unvergänglich“ nun zu Ende. Damit haben sie etwas geschafft, was vorher noch kein Ermittler-Team schaffte – 100 Fälle. Und da es bei einer dreistelligen Fallzahl sehr leicht ist, den Überblick zu verlieren, haben wir nochmal zurückgeblickt und die besten Episoden zusammengesucht.

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Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl stehen in der Natur.
Foto: Hessischer Rundfunk

Ein wegweisender Fall: „Animals“ (01. Januar 1991)

Batic und Leitmayr und der Zirkelschluss: Die Quoten für das erste Abenteuer der Ermittler fielen eher moderat aus, da man auf sehr explizite Art und Weise Tierversuche zeigte. Ähnlich dürfte es nun allen Zuschauenden gehen, die „Unvergänglich“ schauen, da der Fall auch mit der sehr expliziten Darstellung einer Leiche beginnt.

Und auch in einer anderen Hinsicht war man sich schon damals treu. Wie fast jeder Münchner Fall ist man hier thematisch relevant, ohne dabei zu belehrend zu sein. Inhaltlich wird der Fall einer Tierschützerin erzählt, die tot an einem Ufer aufgefunden wird. Schnell finden Batic und Leitmayr heraus, dass ihre Kehle von einem Kampfhund durchbissen wurde. Weitere Ermittlungen führen sie in die korrupte Welt der illegalen Tierversuche – und selbstverständlich in Lebensgefahr.

Miroslav Nemec sitzt in einem Anzug vor der Kamera. Hinter ihm steht eine Frau in einem schwarzen Fit.
Foto: Bayerischer Rundfunk

Ein Fall, der wehtut: „Frau Bu lacht“ (26. November 1995)

Zum 25. Jubiläum der Reihe fuhr man mit „Frau Bu lacht“ einen tieftraurigen Fall auf, der sogar in unserer Liste der zehn besten „Tatort“-Fälle aller Zeiten landete. Dabei beginnt der Fall mit dem Mord eines Konditors recht unspektakulär. Doch schnell geraten Batic und Leitmayr im düsteren Kosmos des thailändischen Heiratshandels. Was danach passiert, ist ein regelrechtes moralisches Dilemma, denn als sich den Kommissaren eine furchtbare Wahrheit offenbart, müssen sie ihre polizeiliche Ethik beiseitelegen.

Inszeniert wurde diese Episode von Regisseur Dominik Graf, der nicht nur für etliche „Tatort“- und „Polizeiruf“-Fälle bekannt ist, sondern auch für den Kritikerliebling „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ (2021). Diese Kombination an großartigen Elementen führte die beiden Kommissare erst dorthin, wo sie heute sind.

 Carlo Menzinger (Michael Fitz), Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) knien vor einer Leiche.
Foto: BR (Bayern3)

Ein Fall, der der Beste ist: „Im freien Fall“ (11. November 2001)

Eine Sache, die dem Münchner „Tatort“ immer wieder, im besten Sinne, vorgeworfen wurde, ist, dass man stets einen großen künstlerischen Anspruch mitbrachte. Für viele markiert „Im freien Fall“ hierbei den Höhepunkt dieser präzisen Arbeit – zementiert wurden diese Vorschusslorbeeren mit fünf Grimme-Preisen.

In dem Fall ermitteln Batic und Leitmayr in der Kunstszene, da Kunstverständiger Dr. Olav Schmidt von einem Dach gefallen ist. Die große Frage, die im Raum steht, ist, ob es sich dabei um Mord oder Selbstmord handelt. Insbesondere für Leitmayr ist dieser Fall sehr persönlich, denn er verliebt sich in eine Künstlerin und gerät in Lebensgefahr.

 Von links: Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl), der Fremdwohner Pieringer (August Zirner), Carlo Menzinger (Michael Fitz) und Ivo Batic (Miroslav Nemec).
Foto: alpha

Ein Fall für die Fans: „Der Fremdwohner“ (17. November 2002)

Ein weiteres Gleichnis zu „Unvergänglich“: Ähnlich wie im Abschlussfall treibt in „Der Fremdwohner“ eine Person ihr Unwesen, die sich Zugang zu fremden Wohnungen verschafft, um dort heimlich zu wohnen. Als eine tote Frau in einem Aquarium gefunden wird, starten Batic und Leitmayr die Ermittlungen – und jagen dabei ein Phantom, das in einem gefährlichen Umfeld existiert.

Die Faszination für diesen Fall gilt insbesondere dem Konzept des Fremdwohnens, das ein real existierendes Phänomen ist. Dazu paarte sich die Angst der Zuschauerschaft, die unwissend auch von diesem Konzept betroffen sein könnten. Nach der Ausstrahlung traten etliche Diskussionen rund um dieses Thema auf – und der Fall steht stolz neben den vielen weiteren „Tatort“-Beiträgen, in denen Wohnungen thematisiert werden.

Die Kriminalhauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec, li.) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) warten angespannt den SEK-Einsatz ab.
Foto: ORF 2

Ein Fall, der berührte: „Unklare Lage“ (26. Januar 2020)

Batic und Leitmayr unter Zeitdruck: Mehrere Attentäter sind in München unterwegs und haben augenscheinlich das Ernst-Liebig-Gymnasium im Visier. Nun liegt es an den beiden Kommissaren, in kürzester Zeit herauszufinden, was überhaupt los ist und ob sie die Täter noch stoppen können.

Viele der Zuschauenden erinnerte „Unklare Lage“ damals an eine Aufarbeitung des Anschlags auf das Olympiaeinkaufszentrum in München, der sich am 22. Juli 2016 ereignete. Der besondere Clou des Falls war, dass sich alles in Echtzeit abspielte und der Druck auf Batic und Leitmayr sowie das Publikum noch einmal doppelt erhöht wurde.

Von links: Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl), Ivo Batic (Miroslav Nemec), Laura Lechner (Anna Grisebach) und Prof. Ralph Vonderheiden (André Jung).
Foto: SWR/BR/Tellux Film GmbH/Hendrik Heiden

Ein Fall, der Batic und Leitmayr auf ein Podest stellte: „Flash“ (19. Juni 2022)

Reminiszenztherapie mit Batic und Leitmayr: Das Duo versucht, einen Serienmörder wiederzufinden, nachdem dieser nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis erneut zu morden beginnt. Die einzige Person, die ihnen dabei helfen kann, ist ein Psychologe, der jedoch an Demenz leidet. Dagegen soll Reminiszenztherapie helfen – eine Therapieform, die den Patienten eine Art Zeitreise vorgaukelt.

Das Schönste an „Flash“ ist, dass der Fall stark an die Abenteuer erinnert, in denen sich normalerweise Ermittler Murot (Ulrich Tukur) wiederfindet – wenn auch etwas geerdeter. Noch viel besser ist aber die Tatsache, dass Batic und Leitmayr über dem gesamten Geschehen schweben und zum Ende des Falls auf ein derartig hohes Podest gestellt werden, dass man es als Zuschauer oder Zuschauerin mit Gänsehaut zu tun bekommt.

Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl stehen in einem Theater.
Foto: BR/Claussen+Putz Filmproduktion GmbH/Walter Wehner

Ein Fall, der großes Theater war: „Das Verlangen“ (26. Dezember 2025)

In ihrem vorletzten Fall ermittelten Münchens Silberlocken in einem etwas größeren Kammerspiel. Während einer Theatervorstellung stirbt eine Schauspielerin und der gesamte Cast sowie die Technikabteilung sind verdächtig. Nun liegt es an den Kommissaren, ihren detektivischen Spürsinn walten zu lassen – und die Bühnenmenschen dementsprechend gegeneinander auszuspielen.

Im Vergleich zu ihrem letzten Fall war ihr vorletzter Fall „Das Verlangen“ eher leichtfüßig. Kein großes Drama – nur zwei Kommissare, die mit Humor und Verstand versuchen, die seltsame Welt des Theaters zu verstehen. Selten hat sich das Duo mehr Sprüche um die Ohren gehauen. Oder um es mit den Worten einer der verdächtigen Theaterdarstellerinnen zu sagen: „Nicht schlecht. Eine gute Vorstellung.“