Schimanski, Faber, Murot & Co.

Da kann der „Tatort“ heute nicht mithalten: Die 10 besten „Tatort“-Folgen aller Zeiten

Auch wenn der „Tatort“ häufig an Qualität zu wünschen lässt, gibt es doch einige Fälle, die absolute Meisterwerke sind. Welche das sind, haben wir für dich rausgesucht …

Man sieht das Logo der ARD-Krimireihe „Tatort“.
Zu viel Auswahl? Diese zehn „Tatort“-Fälle sind die besten aller Zeiten. Foto: WDR

Mittlerweile gibt es über 1300 „Tatort“-Fälle – da ist es sehr leicht, den Überblick zu verlieren, was gut und was schlecht ist. Zum Glück haben wir zehn Fälle kuratiert, die wohl zur Crème de la Crème der „Tatort“-Historie gehören sollten. Und bevor es uns um die Ohren gehauen wird: Wir wissen, dass das „Reifezeugnis“ (1977) sehr populär ist, aber da ohnehin jeder und jede weiß, dass dieser „Tatort“ gut ist, wollten wir ein paar andere Fälle ins Rampenlicht stellen.

„Tatort“-Ermittler Böck: „Ein ganz gewöhnlicher Mord“ (1973)

Ermittler Böck steht im Mantel und Hur vor zwei Polizisten.
Ermittler Böck (Hans Häckermann, l.) in der Klemme: Er muss herausfinden, wer für den Toten in der Wümme verantwortlich ist. Foto: Radio Bremen

Den Anfang macht einer der ersten Fälle der langlebigen Krimireihe. „Ein ganz gewöhnlicher Mord“ war der 26. Fall der Reihe – und der erste, der regelrecht Wellen schlug. Der von dem in Ungnade gefallenen und mittlerweile verstorbenen Dieter Wedel inszenierte Fall „Ein ganz gewöhnlicher Mord“ ist alles außer gewöhnlich. Dokumentarisch erzählte er die Geschichte von vier Männern, die auf eine Kneipentour gehen. Am nächsten Morgen liegt einer von ihnen tot am Ufer der Wümme. Dabei wurden auch damals schon Themen wie Personalmangel und mangelnde Finanzierung thematisiert.

Der Fall ist leider nicht in den öffentlich-rechtlichen Mediatheken zu finden, aber man kann ihn auf mehreren YouTube-Channels finden.

„Tatort“-Ermittler Schimanski und Thanner: „Duisburg-Ruhrort“ (1981)

Horst Schimanski (l.) steht nackt und nur von einer Zeitung bedeckt vor Beamten der Polizei.
Die nackte Offenbarung: Horst Schimanski (Götz George, l.) ist auch heute noch der wohl kultigste „Tatort“-Ermittler. Foto: WDR

Nicht einmal 100 Episoden später, also in Episode 126, tritt der wohl populärste aller „Tatort“-Ermittler zum ersten Mal auf: Götz George als Horst Schimanski. Ein Kommissar, der flucht, raucht, trinkt und eine Obsession mit der Currywurst-Pommes-Kombination hat. An seiner Seite ist Eberhard Feik als eher ruhig geratener Christian Thanner. Gemeinsam müssen sie den Mord an einem Binnenschiffer aufklären – und nebenbei die deutsche TV-Krimilandschaft revolutionieren.

„Duisburg-Ruhrort“ lässt sich, wie viele weitere Schimanski-Fälle, gegen Abo-Kosten auf ARD Plus ansehen.

„Tatort“-Ermittler Batic und Leitmayr: „Frau Bu lacht“ (1995)

Batic (m.) steht mit einem Kind im Arm neben einer Frau im blauen Morgenmantel.
Damals hatten die Haare noch Farbe: Batic und Leitmayr bleiben Kult-Kommissare. Foto: BR/MTM Cineteve GmbH/Rolf von der Heydt

Große Themen für das wohl am längsten ermittelnde „Tatort“-Duo. Unter der Regie von Dominik Graf („Fabian oder Der Gang vor die Hunde“, 2020) stoßen Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) auf die Welt des Heiratshandels in Bezug auf thailändische Frauen. Auch schwerwiegende Themen wie Kindermissbrauch werden angeschnitten. Legendär ist bis heute das Ende, welches wir nicht vorwegnehmen werden, das aber damals für reichlich Diskussionen gesorgt hat.

Der Fall ist leider nicht in den öffentlich-rechtlichen Mediatheken zu finden, aber man kann ihn auf mehreren YouTube-Channels finden.

„Tatort“-Ermittler Thiel und Boerne: „Der dunkle Fleck“ (2002)

Jan Josef Liefers und Axel Prahl stehen auf einer Straße in München.
Comedy aus Münster: Thiel (Axel Prahl, l.) und Boerne (Jan Josef Liefers) ermitteln bis heute. Foto: WDR/Michael Böhme

Auch schon im Jahre 2002 kamen Beschwerden bezüglich der festgefahrenen Natur des „Tatortauf. Um mit diesen Beschwerden zu brechen, wurden zwei sehr kontroverse Ermittler eingeführt: Axel Prahl und Jan Josef Liefers als Thiel und Boerne. Statt stumpfer Fälle hat man es mit Humor versucht und die beiden Ermittler direkt zwei Mordfälle lösen lassen. Dabei lösen die beiden Kriminalkasper auch das Familiengeheimnis einer wohlhabenden Familie.

„Der dunkle Fleck“ lässt sich, wie viele weitere Münsteraner-Fälle, gegen Abo-Kosten auf ARD Plus ansehen.

„Tatort“-Ermittler Borowski: „Borowski und das Mädchen im Moor“ (2008)

Man sieht Axel Milberg in einem Hemd.
„Borowski und XY“: Die Borowski-Formel mit Axel Milberg (Foto) funktioniert bis heute. Foto: Bild: NDR/Pasi Räsämäki

Axel Milberg als Ermittler Klaus Borowski ist einfach Kult, und in seinem zehnten Fall wird er in eine Moor- sowie Waldlandschaft gezogen. Dort ist nämlich ein 17-jähriges Mädchen verschwunden, das auf ein renommiertes Mädcheninternat geht. So findet sich Borowski in einer Welt voller reicher Eltern sowie Intrigen und Feindseligkeiten wieder, die er entwirren muss.

„Borowski und das Mädchen im Moor“ lässt sich, wie viele weitere Kieler-Fälle, gegen Abo-Kosten auf ARD Plus ansehen.

„Tatort“-Ermittler Batu: „Auf der Sonnenseite“ (2008)

Mehmet Kurtulus steht mit einem Handy an dem Ohr vor einem Mann, der an einem Auto lehnt.
Batu brandneu: Ermittler Batu (Mehmet Kurtulus) lockerte die staubigen Fälle aus Hamburg auf. Foto: NDR/Georges Pauly

Damit hatte niemand gerechnet: Cenk Batu (Mehmet Kurtulus) war in zweierlei Hinsicht ein Novum. Erstens war er der erste Ermittler mit türkischem Migrationshintergrund, und zweitens war er der erste Ermittler, der undercover ermittelte. In seinem ersten Fall wird Batu auf einen türkischen Clan angesetzt, bei dem er langsam das Vertrauen des Clanchefs gewinnen muss.

„Auf der Sonnenseite“ lässt sich, wie viele weitere Batu-Fälle, gegen Abo-Kosten auf ARD Plus ansehen.

„Tatort“-Ermittler Sänger und Dellwo: „Weil sie böse sind“ (2010)

Sänger (l.) und Dellwo (r:) verhaften einen Mann.
Viele vermissen sie: Sänger (Andrea Sawatzki, l.) und Dellwo (r.) waren als Ermittler sehr beliebt. Foto: BR/HR/Bettina Müller

Es gab kaum ein Ermittler-Team, das so beliebt war wie Sänger (Andrea Sawatzki) und Dellwo (Jörg Schüttauf). Die beiden Frankfurter Ermittler waren in „Weil sie böse sind“ aber eher eine Randnotiz, weil die Bühne diesmal Milan Peschel und Matthias Schweighöfer gehörte. Als Rolf Herken und Balthasar Staupen beginnen sie in einem Akt der fehlgeleiteten Gerechtigkeit, Mitglieder von Staupens Familie zu ermorden. Wie wir diesen Fall fanden, kann man in unserer Kritik aus der letztjährigen Sommerpause nachlesen. „Weil sie böse sind“ lässt sich kostenlos in der ARD-Mediathek ansehen.

„Tatort“-Ermittler Eisner und Fellner: „Kein Entkommen“ (2010)

Adele Neuhauser (l.) und Harald Krassnitzer stehen vor zwei weiteren Personen. Im Hintergrund sind Neonlichter.
Vienna waits for you – normalerweise, doch in „Kein Entkommen“ mussten die Wiener-Ermittler einen Wettlauf gegen die Zeit gewinnen. Foto: WR/ORF/Ingo Pertramer

„Kein Entkommen“ war das dritte gemeinsame Gastspiel von Eisner (Harald Krassnitzer) und Fellner (Adele Neuhauser). Nach dem Tod eines Studenten tauchen in Wien plötzlich untergetauchte Kriegsverbrecher auf, die skrupellos agieren. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit für das Wiener Duo – und als wäre das nicht genug, hat Eisner auch noch die Grippe, mit der er allerlei Leute ansteckt. Ein unfassbar spannender Fall.

Der Fall ist leider nicht in den öffentlich-rechtlichen Mediatheken zu finden, aber man kann ihn auf mehreren YouTube-Channels finden.

„Tatort“-Ermittler Faber mit Unterstützung: „Sturm“ (2017)

Jörg Hartmann (r.) steht vor drei weiteren Ermittlern und blickt nach vorn.
Faber (Jörg Hartmann) und sein Team spalten das Publikum – doch bei der Qualität des Falls „Sturm“ sind sich alle einig … Foto: WDR/Thomas Kost

Peter Faber (Jörg Hartmann) ist ein zweischneidiges Schwert: Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Dennoch scheinen sich bei „Sturm“ die meisten einig zu sein, dass das Dortmunder Team einen hervorragenden Fall abgeliefert hat. Das hängt vor allem mit der schockierenden Ausgangslage zusammen, denn direkt zu Beginn des Falls werden zwei Polizisten brutal umgebracht. Kurz darauf leistet Faber einem Bankangestellten Gesellschaft, der unter dem Druck eines Sprengstoffgürtels Millionenbeträge abheben muss. Auch hier ein spannender Wettlauf gegen die Zeit …

„Sturm“ lässt sich, wie viele weitere Faber-Fälle, gegen Abo-Kosten auf ARD Plus ansehen.

„Tatort“-Ermittler Murot: „Murot und das Murmeltier“ (2018)

Murot liegt mit einer Apparatur auf dem Kopf im Bett und telefoniert.
Auch Murot (Ulrich Tukur) spaltet das Publikum – vielen sind die Fälle zu verkopft. Foto: HR/Senator Film/Dietrich Brüggemann

Auch Ermittler Murot (Ulrich Tukur) neigt dazu, die Massen zu spalten – sind vielen die Fälle doch etwas zu verkopft und verklausuliert. Dabei bedient sich der Fall eines recht beliebten Films: „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (1993) mit Bill Murray. Ebenso wie Murray findet sich auch Murot in einer Zeitschleife wieder und muss denselben Tag immer und immer wieder erleben. Leider ist es nicht einmal ein erfreulicher Tag, sondern einer, an dem ein Banküberfall mit Geiselnahme stattfindet. Nun gilt es für Murot zu entschlüsseln, was es mit der Zeitschleife auf sich hat und wie er die Geiselnahme entschärfen kann.

„Murot und das Murmeltier“ lässt sich, wie viele weitere Murot-Fälle, gegen Abo-Kosten auf ARD Plus ansehen.