Preview vor Release

„Resident Evil 9: Requiem“ angezockt: So krass unterschiedlich spielen sich Grace & Leon wirklich!

Drei Stunden mit „Resident Evil 9: Requiem“ zeigen eindrucksvoll, wohin Capcom mit der Reihe will: kompromissloser Survival-Horror trifft auf wuchtige Action. Leon und Grace spielen sich grundverschieden – und genau darin liegt die große Stärke des neuen Serienablegers.

Leon S. Kennedy schaut in Resident Evil 9: Requiem auf seine Uhr und trägt einen schwarzen Mantel
Auch Leon wartet schon auf den Release von „Resident Evil 9: Requiem“ am 27. Februar 2026. Foto: Capcom

Schon nach kurzer Zeit wird klar, dass Capcom mit „Resident Evil 9: Requiem“ keinen vorsichtigen Mittelweg geht. Stattdessen setzt das Team auf eine duale Gameplay-Struktur, die zwei sehr unterschiedliche Spielerfahrungen bewusst nebeneinanderstellt. Das Ergebnis fühlt erstaunlich frisch an, auch wenn „Requiem“ in unserer dreistündigen Anspielsession bewusst auch seine Vorbilder sehr deutlich in den Vordergrund stellt.

Leon S. Kennedy: Ein gekonnter Tanz auf der Kettensäge

Leon schmeißt seine Kettensäge in eine Gruppe von Zombies. Funken fliegen und er kickt einen weg.
Leon S. Kennedy holt nicht nur seinen Roundhouse-Kick raus, sondern schmeiß auch mal eine Kettensäge ins Geschehen. Foto: Capcom

Er wurde zwar erst als vor kurzem als zweite Hauptfigur für „Resident Evil 9: Requiem“ angekündigt, doch hat in unserer Anspielversion erstmal den Takt angegeben: Die Spielabschnitte mit Leon S. Kennedy sind klar als Kontrast gedacht – und funktionieren genau deshalb so gut. Er kämpft sich souverän durch gefährliche Situationen, kommentiert das Geschehen mit trockenen Onelinern und begegnet Bedrohungen offensiv.

Im Gameplay äußert sich das in deutlich aggressiveren Möglichkeiten. Gegnergruppen lassen sich aktiv kontrollieren, Leon nutzt seine Umgebung, teilt harte Tritte aus und greift im Notfall auch zu schweren Waffen. Wie schon im RE9-Showcase vorgestellt: Gleich zu Beginn der Session kann Leon eine Kettensäge aufnehmen und „tanzt“ sich damit durch Meuten an Untoten, die er genüsslich in Einzelteile zerlegt. Das ist Leon, wie wir ihn kennen und lieben.

Der eigentlich Höhepunkt unseres Hands-on war ein Bosskampf gegen einen gigantischen Gegner, der nicht nur uns, sondern auch Leon alles abverlangte. Munition wurde in rauen Mengen verschossen, Granaten clever eingesetzt, Ausweichmanöver mussten sitzen. Hier ist „Requiem“ laut, brutal, fordernd, eklig und auch ein bisschen unangenehm – aber alles im positiven Sinne. Leon repräsentiert eben auch in RE9 den modernen, actionreichen Zweig der Reihe, ohne den Horror völlig auszublenden. Und das haben bereits die ersten kurzen Einspieleindrücke mit ihm unterstrichen.

Grace im Krankenhaus: Angst, Munitionsmangel und alte Tugenden

Grace ziehlt in Ego-Perspektive auf herannahende Zombies
Direkter Kampf gegen mehrere Zombies ist mit Grace oft die falsche Wahl. Foto: Capcom

Mit Grace Ashcroft schlägt das Spiel einen komplett anderen Ton an. Ihr Abschnitt im Krankenhaus ist purer Survival-Horror und erinnert stark an die Struktur des Raccoon City Police Departments aus „Resident Evil 2“.

Die Location ist groß, verwinkelt und voller Rückwege. Fortschritt entsteht nicht durch Feuerkraft, sondern durch Erkundung, Rätsel und gutes Ressourcenmanagement. Türen bleiben verschlossen, bis die richtigen Items gefunden werden, Abkürzungen müssen clever freigeschaltet werden – und jeder Schritt will gut überlegt sein.

Grace startet mit extrem wenig Munition, was Kämpfe zur letzten Option macht. Schleichen, Beobachten und das Umgehen von Gegnern sind essenziell. Besonders effektiv: Es gibt Widersacher, die man mit Grace schlicht nicht besiegen kann (Mr. X & Co. lassen grüßen). Flucht ist hier kein Scheitern, sondern Teil des Designs – und sorgt für echte Panikmomente.

Die Atmosphäre lebt stark von Sound und Inszenierung. Schritte hallen durch Flure, entfernte Geräusche lassen die Fantasie arbeiten, und die ständige Unsicherheit erzeugt genau das Gefühl, das klassisches „Resident Evil“ ausmacht.

Crafting mit infiziertem Blut: Risiko statt Komfort

Im weiteren Verlauf stoßen wir mit Grace auf ein Labor, das ein neues Crafting-System einführt. Bestimmte Gegenstände – darunter auch Munition – lassen sich nur aus infiziertem Blut herstellen, das wiederum durch das Besiegen von Zombies gewonnen wird oder in manchen Gegenden auch in Putzkübeln gebunkert wird. Problem: Meistens wimmelt es in der Nähe nur von Zombies.

Auf den ersten Blick wirkt das Konzept etwas überzeichnet. Im Spielkontext fügt es sich jedoch erstaunlich logisch ein. Es verstärkt den zentralen Konflikt, den wir mit Grace die ganze Zeit erleben: Risiko oder Sicherheit? Wer Zombies meidet, bleibt länger am Leben – verzichtet aber auf wichtige Ressourcen. Wer kämpft, riskiert alles, wird dafür aber belohnt.

Gerade mit Grace funktioniert dieses System hervorragend, weil es keine klar richtige Entscheidung gibt. Jede Wahl fühlt sich gefährlich an – und genau das passt perfekt zum Survival-Horror-Gedanken.

Neue Zombies: Verstörend vertraut

Was uns tatsächlich überrascht hat, war die Tatsache, wie viel Atmosphäre durch das neue Verhalten der Zombies entsteht. Sie sind nicht mehr nur aggressive Hindernisse, sondern wirken wie gebrochene Überreste ihrer früheren Existenz.

Ein Zombie geht weiterhin seiner alten Arbeit nach, ein anderer reagiert panisch auf seine Umgebung. Eine Zombie-Dame putzt weiterhin akribisch den kaputten Spiegel auf einer Toilette und wird erst richtig aggressiv, wenn wir uns nähern. Auch Elite-Zombies, die uns kurzzeitig mit ihren Gesang hypnotisieren oder uns eine Flasche entgegenwerfen haben wir erlebt. Die „kleine“ Evolution der Zombies wirkt sich aber nur nicht atmosphärisch, sondern auch Gameplay-technisch aus, weil wir umso mehr gefordert sind Schleich- und Kampfpassagen sinnvoll abzustimmen.

Hier seht ihr übrigens viele Video-Eindrücke zu „Resident Evil: Requiem“

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Video: Capcom

Technik & Inszenierung: Die RE Engine auf ihrem Höhepunkt

Technisch präsentiert sich „Resident Evil 9: Requiem“ auf beeindruckendem Niveau. Auf der PlayStation 5 läuft das Spiel flüssig, die Beleuchtung ist extrem stimmungsvoll, Animationen wirken organisch und detailreich.

Die RE Engine liefert erneut ab – insbesondere bei Gesichtern, Umgebungen und Licht & Schatteneffekten. Zusammen mit der dichten Soundkulisse entsteht ein Horror-Erlebnis, das weniger auf Schockeffekte setzt, sondern auf konstante Anspannung.

Elpis, Leon und offene Fragen

Narrativ bleibt vieles bewusst nebulös. Klar ist nur, dass ein korrupter Doktor, das mysteriöse Stichwort „Elpis“ und die Vergangenheit von Grace eine zentrale Rolle spielen. Leon scheint ein Geheimnis mit sich zu tragen, das mit dem Tod von Graces Mutter Alyssa zusammenhängt – möglicherweise auch mit seiner auffälligen Bisswunde.

Noch sind es nur Andeutungen. Doch genau dieses kontrollierte Zurückhalten von Informationen macht neugierig auf mehr.

Fazit nach drei Stunden: Ein extrem vielversprechender Spagat

Nach unserer Anspielsession steht fest: „Resident Evil 9: Requiem“ vereint das Beste aus zwei Welten statt sich für eine zu entscheiden.

Leon bedient Fans von actionreichen Ablegern wie „Resident Evil 4“, Grace liefert klassischen Survival-Horror auf hohem Niveau. Wenn Capcom diesen Ansatz konsequent weiterführt, könnte „Requiem“ einer der stärksten Serienteile bisher werden.

  • Release: 27. Februar 2026

  • Plattformen: PlayStation 5, Xbox Series X|S, PC und Nintendo Switch 2