Call of the Elder Gods & andere geniale PS5-Puzzler
Das Lovecraft-Game „Call of the Elder Gods“ ist eine Freude für Puzzle-Fans mit Spaß an starken Stories. Wir geben einen Einblick in den neuen Knobler – und 9 andere knifflige Vertreter seiner Art!
Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt. Beim Kauf in einem der verlinkten Shops (Affiliate Link bzw. mit Symbol) erhalten wir eine geringfügige Provision, die redaktionelle Selektion und Beschreibung der Produkte wird dadurch nicht beeinflusst.

Auch wenn Weird-Fiction-Autor H.P. Lovecraft der breiten Masse kaum ein Begriff ist, gibt es zahlreiche von seinen Werken inspirierte Spiele. Neben dem kürzlich erschienenen „Cthulhu: The Cosmic Abyss“ erweist vor allem das gerade frische "Call of the Elder Gods" dem Horror-Underdog seine Ehre.
Das basiert im Gegensatz zum "Schatten über Innsmouth"-getriebenen Vorgänger "Call of the Sea" grob auf der ungleich komplexeren Geschichte "Der Schatten aus der Zeit“. Entsprechend storylastig gibt sich der Indietitel, stellt den Horror vieler anderer Lovecraft-Games aber eher in den Hintergrund. Stattdessen winken mysteriöse Exploration und vor allem eines – super knifflige Puzzles.

Auch die deutlich verbesserte Comic-Optik ist spektakulär und wir können uns kaum dran sattsehen. Hast du also auch Lust auf ein in puncto Action entspannendes, das Hirn aber richtig forderndes Egospiel, können wir dir "Call of the Elder Gods" absolut ans Herz legen.
Mit knapp 10 Stunden Spielzeit ist der knifflige Ausflug allerdings recht schnell durch und dein Gamer:innen-Herz verlangt womöglich nach mehr. Und mehr kannst du haben: Hier sind neun weitere geniale Puzzle-Games für PS5!
Blue Prince

In einem Haus mit 45 Räumen musst du Nummer 46 finden – nur dann gehört dir das Erbe deines Großonkels. Dieses Mysterium und unzählige weitere ergründest du in „Blue Prince“ aus der Ego-Perspektive.
Star des Roguelike-Puzzlers ist Mount Holly, ein labyrinthisches Anwesen, dessen Aufbau und Beschaffenheit sich mit jedem Run ändert. Pro Durchgang hast du eine bestimmte Anzahl Schritte, um die du jede Aktion planen musst. Jeder Raum hat bestimmte Items, Eigenschaften oder Perks, an jeder Tür entscheidest du dich strategisch klug zwischen drei Örtlichkeiten.
So wartet in der Küche vielleicht ein kniffliges Rätsel, im Wohnzimmer ein hilfreicher Hinweis oder in der Garage ein wichtiger Schlüssel. Wandert der Schrittzähler allerdings auf Null, geht das Ganze von vorne los und du nimmst nur deine gesammelten Erfahrungen in den nächsten Tag mit.
Während Struktur und Comic-Look des Kritikerlieblings dabei an „Hades“ erinnern, denken wir beim explorationlastigen Gameplay-Loop eher an „Outer Wilds“ – auch weil es mit Ausnahme deiner eigenen Ambitionen keine echte Bedrohung gibt. So verlierst du dich in „Blue Prince“ schnell völlig – in doppelter Hinsicht.
Lorelei and the Laser Eyes

Genauso herausfordernd und packend ist „Lorelei and the Laser Eyes“ von Simogo. Dort lädt ein exzentrischer Künstler und Regisseur dich in ein abgelegenes Hotel in Mitteleuropa ein, das allein schon durch die fixe „Resident Evil“-Perspektive und die betörende Schwarz-Weiß-Rot-Optik vor Atmosphäre nur so brummt.
Richtig immersiv wird das opulente Indiespiel aber durch die wahnsinnig motivierenden Puzzles um Kunst, Identität, Zahlenmuster und Wahrnehmung. Um die zahllosen verschlossenen Gänge und Räume des Hotels zu öffnen und den Super-Computer im Keller zu knacken, löst du mannigfaltige Rätsel.
Unter anderem analysierst du Filmplakate, dechiffrierst Botschaften an Enigma-Schreibmaschinen – oder gehst in einem sich ständig verschiebenden Labyrinth auf Schlüsseljagd. Das Geniale daran: Ähnlich wie in „The Witness“ löst du die Knobler in eigener Reihenfolge und hast somit mehr kleine Erfolgserlebnisse als großen Frust.
Scorn

„Wer und wo bin ich und wie komme ich hier weg?“ ist der wohl allerüblichste Auftakt in Videospielen. Gut, dass das heftigst HR Giger inspirierte „Scorn“ an anderen Ecken origineller daherkommt.
Im Kickstarter-Phänomen wachst du ohne großen Kontext in einer unterirdischen Welt auf, die mit ihren biomechanischen Apparaturen und schleimigen Monstrositäten sofort an die Werke des bekannten Schweizer Künstlers und "Alien“-Schöpfers erinnert.
Das beunruhigende Setting spiegelt sich derweil auch im Gameplay des technisch beeindruckenden Titels wieder: Zwar gibt es auch etwas träge Kämpfe mit weirden Waffen aus der Egosicht, den Fokus setzt Entwickler Kepler aber auf rätsellastige Exploration.
In den raumübergreifenden Puzzles aktivierst du obskure Maschinen, um Tore zu öffnen oder Items auszuspucken, die du dann irgendwo anders wieder einsetzt. Faszinierend wie manchmal frustrierend – denn durch fehlende Maps oder Missionsmarker ist oft nicht klar, wo die Reise hingeht. Wirst du aber gerne allein gelassen, um richtig tief einzutauchen, ist „Scorn“ dein nächster heiliger Gral.
Cthulhu: The Cosmic Abyss

Viele Lovecraft-Games spielen gemäß ihrer Inspiration in den 20er-Jahren und umarmen das Noir-Setting – „Cthulhu: The Cosmic Abyss“ jedoch führt dich in die ferne Zukunft, wo du als Mitarbeiter einer ominösen Organisation die Geschehnisse in einer überschwemmten Unterwasserstation untersuchst.
Noch ungewöhnlicher aber ist das Gameplay: Um in den einzelnen Arealen weiterzukommen, sammelst du zahlreiche Hinweise in Form von Audiologs oder Tagebüchern und kombinierst diese, um am Ende logische Schlussfolgerungen zu ziehen.
Alle Entdeckungen hält das grafisch hübsche Spiel in der sogenannten Vault fest, sodass nichts verloren geht und du immer die Übersicht behältst. Und kommst du trotzdem mal nicht voran, hilft ein sprechender KI-Assistent deinen Gedanken auf die Sprünge.
Anderswo umarmt das Spiel aber wieder klassisch das Lovecraft-Game-Genre: Triffst du im Spielverlauf nämlich bestimmte falsche Entscheidungen, driftet dein Charakter langsam in den Wahnsinn ab.
The Talos Principle 2

Der Ego-Puzzler ist ein übersättigtes Genre – doch die Qualität ist im Schnitt hoch, zu sehen am hochgelobten „The Talos Principle“. Vor allem aber dessen Fortsetzung steht dem tiefgründigen Knobler in Nichts nach, denn erneut geht es höchst philosophisch und hyperknifflig zur Sache.
Als Roboter erwachst du unter deinesgleichen in einem technologischen Utopia. Die Menschheit ist lange ausgestorben, stattdessen halten sich die Robos für lebende Organismen. Als plötzlich ein gottgleiches Wesen auftaucht, wird eure Existenz in Frage gestellt und du begibst dich auf die Suche nach Antworten.
Dazu erkundest du eine ganze Stadt und führst erhellende Gespräche auf der Straße oder im spielinternen Sozialen Netzwerk. Im Zentrum stehen aber die 120 Rätsel der optisch abwechslungsreich und grafisch beeindruckend inszenierten Inseln. Hier musst du gehörig um die Ecke denken, Laser farblich korrekt kombinieren, Gegenstände herumteleportieren oder sogar der Gravitation trotzen und an der Decke laufen.
Die Puzzles verlangen dir schon früh alles ab, sodass Fans des Vorgängers verzückt mit der Zunge schnalzen. Einsteiger hingegen freuen sich über die Option, zu harte Kopfnüsse mithilfe von verdienten Punkten an Prometheus-Terminals zu skippen.
Return of the Obra Dinn

Als würde nicht schon der ungewöhnliche 1-Bit-Grafikstil von „Return of the Obra Dinn“ ausreichen, damit das Indiespiel von „Papers, Please“-Schöpfer Lucas Pope in deiner Erinnerung bleibt. Auch die Prämisse des Knobelspiels ist nämlich höchst originell.
Im frühen 19. Jahrhundert sollst du als Versicherungsinspektor der Britischen Ostindien-Kompanie herausfinden, was an Bord der titelgebenden Galeere geschah – und warum alle 60 Passagiere und Besatzungsmitglieder verschwunden oder tot sind.
Dazu untersuchst du das faszinierende und verschachtelte Schiff und hältst alle Ergebnisse in deinem Tagebuch fest. Ähnlich wie im obrigen „Cthulhu: The Cosmic Abyss“ analysierst du dazu Indizien und kombinierst sie zu logischen Schlussfolgerungen.
Der Clou an „Return of the Obra Dinn“ jedoch: Mit dem Kompass-ähnlichen „Memento Mori“ drehst du in der Nähe von Leichen die Zeit zurück und erhältst so einen erhellenden Blick in die Vergangenheit der dort noch Lebenden – und demnach auf deren Schicksal.
The Spectrum Retreat

Seit die Macher von „Portal“ oder „The Stanley Parable“ ihren Knobelklassikern echte Geschichten zwischen die Programmzeilen schrieben, entscheiden sich viele Entwickler fürs Konzept Ego-Puzzler-mit-Tiefgang: „The Turing Test“ tauchte tief ein ins Thema Künstliche Intelligenz, „The Talos Principle“ philosophierte so richtig herum.
In „The Spectrum Retreat“ dient ein Sci-Fi-Familiendrama „Inception“-ähnlich als erzählerisches Korsett: Als unfreiwilliger Gast im simulierten Art-Deco-Hotel Penrose suchst du im ständigen Kontakt mit einer mysteriösen Funkpartnerin nach Zugangscodes für die Puzzleareale, während die virtuelle Realität nach und nach kollabiert und dich dafür die düstere Vergangenheit einholt.
In den Rätselabschnitten löst du dann sprichwörtlich bunte Puzzles: Nur mit der richtigen Farbe im Gepäck kommst du durch bestimmte Kraftfelder, dazu entziehst du Blöcken das gewünschte Kolor, um andere neu anzupinseln.
Die Grafik ist derweil eher zweckmäßig – aber es geht ja schließlich um Hirnschmalz und nicht Augenschmaus. Und da dich „The Spectrum Retreat“ diesbezüglich immer mehr rannimmt, braucht sich das Indiegame trotz sich wiederholender Art-Assets nicht vor der Konkurrenz zu verstecken.
Outer Wilds

In „Outer Wilds“ strandest du als Astronaut einer außerirdischen Rasse auf einem kargen Planeten. Noch schlimmer: Eine Zeitschleife führt dazu, dass alle 22 Minuten die Sonne zur Supernova wird und alles Leben auslöscht.
Dein Job? Nichts weniger, als den Grund für die intergalaktische Auslöschung herauszufinden! Dazu verlässt du mit einer klapprigen Rakete immer wieder den Himmelskörper, um andere Planeten in der Umgebung auf Hinweise zu erkunden. Ist die Zeit abgelaufen, startest du erneut und machst wie in „Blue Prince“ nur mit deinem erlangten Wissen weiter.
Das ist ungemein motivierend wie fordernd, denn du musst nicht nur dein Gefährt pimpen, um weiter entfernte Orte zu erreichen, sondern auf dem Weg auch knifflige Puzzles lösen. Die knuffige Comic-Optik und charmante Nebenfiguren ergänzen das originelle Abenteuer.
Viewfinder

Bereits im Kult-Jump’n’Run „Super Mario 64“ hast du zweidimensionale Bilder betreten, um dahinter dreidimensionale Räume zu erforschen – und auch Fans von „Dark Souls“ schätzen diese neue Dimension. Der originelle Ego-Puzzler „Viewfinder“ denkt die Idee jedoch um einiges konsequenter weiter:
Um hier das Ende eines Abschnitts zu erreichen, setzt du Fotos ein, welche die Umgebung in Echtzeit umkrempeln. Dazu hältst du die Schwarzweißbilder an passenden Stellen vor die bunte Umgebung und beobachtest staunend, wie aus dem Snapshot ein begehbarer Raum wird.
Und wenn du dann plötzlich mit der Polaroid selbst loslegst, wird das Ganze ungleich komplexer und kniffliger. Doch du hast alle Zeit der Welt und machst du einen Fehler, spulst du wie im knuddeligen „Filmechanism“ einfach zurück.
„Viewfinder“ ist zwar ziemlich kurz und die Grafik eher unspektakulär und ohne eigenen Stil – was aber nichts daran ändert, dass du hier den vielleicht originellsten Genrebeitrag seit „The Witness“ daddelst.






