Gamescom-Vorschau

Directive 8020 auf der Gamescom: Zögern ist der Tod!

Auf der Gamescom haben wir den Sci-Fi-Horror „Directive 8020“ erstmals angespielt. Im Multiple-Choice-Grusel kann jeder Schritt euer letzter sein!

Directive 8020 Gamescom
Wie in „The Dark Pictures“ üblich können ausgewählte Charaktere jederzeit für immer ausscheiden. So auch in „Directive 8020“! Foto: Bandai Namco

Bereits im letzten Jahr warfen wir auf der weltweit größten Spielemesse einen Blick auf „Directive 8020“, den neusten Teil der „The Dark Pictures“-Anthologie von Supermassive Games. Dort hatten uns vor allem Atmosphäre und Technik überzeugt. Auf der Gamescom 2025 konnten wir den Multiple-Choice-Grusel jetzt endlich selbst anspielen – und hatten durchaus unseren Spaß!

Directive 8020 auf der Gamescom 25: Alte Stärken im All

Die etwa halbstündige Gamescom-Demo fokussiert dabei nicht wie letztes Jahr die Hauptfigur und Astronautin Young, sondern den Schlafforscher Tomas Carter. Der erwacht in Episode 1 des Spiels mit seiner Kollegin Pari Simms vor der Rest-Crew aus dem Kryoschlaf und muss sich direkt mit einem Hüllenbruch nebst Stromausfall auseinandersetzen.

Wir steuern den etwas schüchternen jungen Mann in gemächlichem Tempo durch die finstere Cassiopeia, während sich die Spannung nach und nach aufbaut, auch wenn (oder gerade weil) eigentlich gar nichts passiert. In puncto Gameplay gibt es wenig Neues zu sehen, so aktiviert ihr lediglich aus der Ferne Schalttafeln oder Türkontrollen.

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Schlaftechniker Tomas Carter ist Star der Gamescom-Demo von „Directive 8020“ Foto: Bandai Namco

Fokus von „Directive 8020“ ist aber wie in „The Dark Pictures“ üblich ohnehin nicht das Gameplay. Auch wenn ihr zwar interaktiver unterwegs seid als sonst, stehen die Story und ihre Entscheidungspunkte im absoluten Mittelpunkt. Regelmäßig habt ihr in Gesprächen die Wahl zwischen unterschiedlichen Antworten, was etwa die Charakterzüge von den Figuren oder ihre Beziehung zueinander beeinflussen kann.

Dass eure Auswahl (und Reaktionsfähigkeiten) aber auch über Leben und Tod entscheiden können, erfahren wir wenig später am eigenen Leibe: Nachdem wir in einem unspektakulären Außeneinsatz den Schiffsbruch mit einem Kraftfeld gekittet haben, explodiert plötzlich etwas und schleudert unsere Partnerin in den Weltraum. In allerletzter Sekunde retten wir Pari per Button-Prompt vor dem Tod im All, hätten wir jedoch gezögert, wäre die Person für immer verloren.

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Ein kurzer Ausflug ins All startet ruhig und endet turbulent und fast tödlich! Foto: Bandai Namco

Für immer? Mitnichten! „Directive 8020“ führt nämlich ein neues Feature ein, welches dem Tod ein Schnippchen schlägt!

Falsch reagiert oder unzufrieden mit dem Ausgang! einfach Zurückspulen!

Passieren solche schicksalhaften Momente, spult ihr das Geschehen einfach zurück und wählt einen anderen Ausgang. Das geschieht dann über eine kachelartige Übersicht im Menü, welche ihr so nach und nach wie ein Puzzle vervollständigt. Auf diese Weise geht euch kein Moment von „Directive 8020“ verloren, was vor allem für Completionists eine Freude ist. Vergessebe Collectibles sammelt ihr nämlich ebenfalls im Replay ein.

Das neue Feature ist eine nette Idee, könnte aber natürlich auf Kosten der Spannung gehen. Denn wenn selbst schlimme Schicksalschläge durch den Rewind plötzlich keine Rolle mehr spielen, wirken sie halt auch nicht mehr so heftig.

Sci-Fi-Grusel mit Schleichfaktor

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Als unsere Kollegin vom Bösen überrannt wird, müssen wir ihr in einer Stealth-Sequenz aus dem Weg gehen Foto: Bandai Namco

Am Unterhaltungswert des Spiels ändert das trotzdem nicht viel: „Directive 8020“ sieht bisher klasse aus und spielt sich gediegen flüssig. Außerdem kommt durchaus eine gewisse Gruselatmosphäre auf, welche durchs gelungene Sound-Design und die tollen Licht- und Schatteneffekte natürlich stark ans "Alien-Franchise erinnert. Apropos: Die Rettung unserer Kollegin entpuppt sich gegen Ende unseres Gamescom-Termins schließlich als Fehler, weil eine unbekannte Lebensform sie übernimmt und sie zum Feind macht.

In einer kurzen Stealth-Sequenz gehen wir der nun fies vor sich hinbrabbelnden Pari aus dem Weg, indem wir uns genreüblich hinter Kisten verstecken oder einfach durch den Schatten schleichen. Wie schon letztes Jahr angekündigt, könnt ihr in solchen Momenten auch die Umgebungstechnik zur Ablenkung nutzen, davon war 2025 aber leider nichts zu sehen.

Was wir jedoch gespielt haben, macht Lust auf mehr: Trotz des schlichten Gameplays scheint das neue Spiel der „Until Dawn“-Macher als spielbarer Horrorfilm sehr gut zu funktionieren, auch durch die makellose audiovisuelle Präsentation. Wir sind gespannt!

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