„Show a little faith, there's magic in the night ...“

„The Boroughs“: Ende erklärt! Bekommt die Netflix-Serie eine 2. Staffel?

„Stranger Things“ im Altenheim ist eine vereinfachte, aber dennoch nicht falsche Beschreibung von „The Boroughs“. Geht die Geschichte noch weiter?

Sam schaut Richtung Kamera, hinter ihm Häuser und ein blauer Truck.
So hat sich Sam seinen Lebensabend sicher nicht vogestellt. Foto: Netflix

Durch „A Man on the Inside“ hat Netflix bereits Erfahrung darin, eine spannende und gleichermaßen humor‑ wie gefühlvolle Geschichte in einem Altenheim zu erzählen. „The Boroughs“ wandelt nun auf ähnlichen Pfaden – zumindest auf den ersten Blick.

Die Schöpfer der leider sehr kurzlebigen Serie „Der Dunkle Kristall: Ära des Widerstands“ konnten mit ihrem Mix aus warmherziger Komödie und Science‑Fiction sogar die Duffer‑Brüder („Stranger Things“) von ihrer Idee überzeugen, die daraufhin als Produzenten „The Boroughs“ unterstützten. Doch schwant der Serie ein ähnlich unglückliches Schicksal wie „Der Dunkle Kristall“?

Das Ende von „The Boroughs“ Staffel 1 erklärt

„The Boroughs“ bombardierte einen nicht mit unzähligen Fragen, die dann erst im Finale alle auf einmal beantwortet wurden. Stattdessen ging die Geschichte in einem guten Tempo voran, manche Mysterien wurden schon früh aufgeklärt, andere Geheimnisse bleiben bis jetzt unbeantwortet.

Sicher wissen wir: Die Boroughs wurden von Blaine und Anneliese Shaw gegründet, um ewig zu leben – so zumindest der Plan. Vor knapp 80 Jahren hat Blaine an dem Ort, an dem nun der mysteriöse Pfirsichbaum steht, ein Ei gefunden. Aus diesem schlüpfte eine Kreatur, dessen Blut den Alterungsprozess stoppen und Verletzungen und Krankheiten heilen konnte.

Sie nannten die Kreatur Mutter, da sie selbst Kinder bekam. Diese Wesen haben die Aufgabe, Mutter mit Gehirn‑Rückenmarksflüssigkeit zu ernähren, die sie nachts heimlich von Menschen abzapfen.

Um zu garantieren, dass Mutter die Nahrung nicht ausgeht, wurden die Boroughs eröffnet. Es war durchaus durchdacht: Durch die Entfernung der Gehirnflüssigkeit wurde die Lebenserwartung und die Gedächtnisleistung der betroffenen Personen verschlechtert, aber das lässt sich in einem Altenheim leicht als Demenz erklären.

Doch etwas stimmte nicht mit Mutter. Nicht nur, dass sie durch die menschliche Hirnflüssigkeit selbst immer menschlicher aussah, sie wurde auch schwächer und das Überleben der Shaws und ihrer Angestellten stand auf dem Spiel.

Freiheit für Mutter

Die Shaws stehen auf der Bühne, Blaine spricht am Mikrofon.
Das 75. Jubiläum der Boroughs endet spektakulär. Foto: Netflix

Die schnüffelnden Renter waren im Vergleich nur ein kleines Ärgernis für die Shaws, viel eher betrachteten sie das Wissen des einstigen Arztes Wally als Chance. Durch seine Experimente mit Sam verstand er die Kreaturen bereits besser – und tatsächlich gelang es ihm, eine mögliche Heilung für Mutter zu entwickeln.

Doch Wally fällt den Shaws in den Rücken. Nicht, um Mutter zu helfen, sondern, um Mutters Fähigkeiten dafür zu nutzen, Krankheiten von allen Menschen zu heilen.

Sam, der mental mit Mutter in Verbindung steht, weiß jedoch, dass Mutter zum Baum gebracht werden will, um zu sterben. Nach anfänglichem Widerwillen gelingt es Renee, Wally zu überreden: Er wird zwar an seiner eigenen Krebserkrankung sterben, wenn das Blut von Mutter ihn nicht heilen kann, doch er wäre auch nicht mehr er selbst, wenn er Mutter gegen ihren Willen am Leben hält.

Das größte Hindernis, die Shaws, scheint aus dem Weg geräumt zu sein. Mit einer aus Röhrenfernsehern bestehenden Strahlungsfalle gelingt es Sam und seiner Tochter Claire, Anneliese komplett in Luft aufzulösen. Auch Blaine bleibt scheinbar leblos zurück, taucht dann aber doch in der Höhle auf, wo Sam Mutter unter dem Baum platziert hat. Es kommt zum Kampf und Sam ist Blaine klar unterlegen, doch nach der Ankunft ihrer Kinder stirbt Mutter, indem sie explodiert – und Blaine mit in den Tod reißt.

Mutter belohnt ihn hingegen mit einer Vision von seiner verstorbenen Frau Lilly. Sie tanzen noch einmal zusammen, dann erwacht Sam wieder in der Höhle.

Ende gut, alles gut?

Die Shaws sind besiegt, Mutter und ihre Kinder sind frei – eigentlich ein Happy‑End, die Gefahr ist schließlich gebannt. Doch kurz sehen wir, dass Sams Spiegelbild flackert, was ein klarer Hinweis darauf ist, dass er noch mit Mutter verbunden ist, vielleicht sogar über ihre Fähigkeiten verfügt – oder, dass es noch weitere Kreaturen dieser Art gibt.

Dieses kleine Cliffhanger lässt Raum für eine zweite Staffel. Auch der Umstand, dass die meisten Hauptfiguren noch am Leben sind, macht eine Fortsetzung möglich. Es gibt schließlich noch einige Aspekte, die eine Erklärung verdienen.

Wann kommt Staffel 2?

Bisher wurde noch keine 2. Staffel von „The Boroughs“ bestätigt. Die Serie gilt zumindest offiziell nicht als Miniserie, die Fortsetzung hängt also allein von dem Erfolg von Staffel 1 ab. Sollte der Streamingdienst einer Verlängerung zustimmen, ist aber nicht vor 2028 mit neuen Folgen zu rechnen, immerhin müssen die Drehbücher noch geschrieben werden.

Jedenfalls ist es sicher kein Zufall, dass sich Netflix für die Hauptfiguren vor allem verhältnismäßig jüngere „Ruhestandler“ ausgesucht hat. Mehrere weitere Staffeln wären hier also sicher noch möglich.

Serienschöpfer Will Matthews hat im Interview mit Deadline zumindestangedeutet, dass man sich mit dem Sam-Cliffhanger eine Tür offen halten will, während man, auf Anraten der Duffers, keine zu wichtigen Handlungsstränge offengelassen hat.

Quellen