Filme

Steigt nicht in den Polarexpress: Die drei größten Mysterien des Weihnachts-Klassikers

Jedes Jahr bringt der Polarexpress Kinder zum Nordpol. Doch welche Kinder dürfen mitfahren – und warum beliefert der Weihnachtsmann nicht alle Kinder?

Der Polarexpress auf dem Weg zum Nordpol.
Wenn man während der ganzen Fahrt in Lebensgefahr befindet, dann weiß man, dass man mit dem Polarexpress unterwegs ist. Foto: TMDB

Der Polarexpress“ ist mittlerweile 21 Jahre alt und je nachdem, wann man geboren wurde, ist der Film entweder ein Weihnachtsklassiker oder eine gruselige Abscheulichkeit. Beides stimmt auf eine gewisse Weise, denn vor allem die Gesichter der Figuren wirken im besten Fall leblos, häufig aber leicht verstörend.

Eine gewisse Unheimlichkeit ist dabei kein Zufall. Der Film adaptiert das gleichnamige Bilderbuch nur sehr lose und verwandelt die gemütliche Vorlage in eine lebensbedrohliche Irrfahrt zum Nordpol. Doch auch nach über zwei Jahrzehnten eint eine Sache Fans und Kritiker gleichermaßen: die Verwirrung über die Regeln des Polarexpresses.

Wer darf mit dem Polarexpress fahren?

Ein kleiner Junge, der langsam an der Existenz des Weihnachtsmannes zweifelt, wird nachts vom Zugführer des Polarexpresses zu einer Fahrt zum Nordpol eingeladen. Der Zug ist bereits gefüllt mit anderen Kindern, die allerdings, soweit erkennbar, durchaus noch an den Weihnachtsmann glauben. Wodurch entscheidet sich also, wer mit dem Polarexpress fahren darf?

Die Fahrt dient offensichtlich nicht dem Zweck, Zweiflern zu beweisen, dass der Weihnachtsmann existiert. Da alle Kinder im Zug ungefähr gleich alt zu sein scheinen, könnte das ein möglicher Zusammenhang sein. Alle zehnjährigen Kinder aus einer Stadt? Denkbar, aber wenig logisch – denn nach welchen Kriterien wird ausgewählt, in welche Stadt der Polarexpress überhaupt kommt? Anders als der Coca-Cola-Weihnachtstruck taucht der Polarexpress schließlich nur einmal im Jahr auf.

Alle Kinder bekommen auf jeden Fall nicht die Chance, den Nordpol zu besuchen, sonst würden ja alle Menschen ein Leben lang an den Weihnachtsmann glauben. Die einzig halbwegs sinnvolle, wenn auch unbefriedigende Erklärung lautet: Es ist absoluter Zufall, wo der Polarexpress auftaucht – doch er sammelt stets nur Kinder aus einer bestimmten Region ein.

Das ewige Rätsel um den Weihnachtsmann

Der Junge, das Mädchen und Billy im Polarexpress.
Billy (r.) geht an Weihnachten zwar meist leer aus, doch er hat eine Sache, die der Junge und das Mädchen nicht haben: einen Vornamen. Foto: TMDB

Alle Weihnachtsfilme teilen dasselbe Logikloch: In einer Welt, in der der Weihnachtsmann existiert, kann es eigentlich keine Zweifler geben. Vor allem Eltern müssten doch bemerken, dass Geschenke an Weihnachten auf magische Weise unter dem Baum landen.

Überspringt der Weihnachtsmann bei der Auslieferung nicht nur unartige Kinder, sondern auch Haushalte, in denen die Eltern ohnehin Geschenke besorgt haben? Vielleicht. Aber das erklärt nicht, warum Billy, ein armer, aber gutherziger Junge aus dem Polarexpress, bisher nie ein Geschenk erhalten hat.

Ein gutes Kind mit armen Eltern sollte doch garantiert vom Weihnachtsmann beschenkt werden. Ja, am Ende des Films erhält er endlich ein Geschenk – aber warum erst jetzt?

Ein Wunder, dass Billy bislang weder den Glauben an den Weihnachtsmann noch an die Menschheit verloren hat. Als er gerade davon singt, dass es für ihn zu Weihnachten nie Geschenke gibt, gesellt sich das namenlose Mädchen aus dem Polarexpress zu ihm, kapert sein Lied und singt fröhlich davon, wie schön Weihnachten mit all den Geschenken ist. Ein eiskalter Auftritt des sonst so netten Mädchens, das Billys Leid offensichtlich ignoriert hat.

Sehen heißt glauben!

Die große Botschaft von „Der Polarexpress“ ist „Sehen heißt nicht glauben, glauben heißt sehen“. Das klingt erstmal gut, doch der Film beweist uns eigentlich das genaue Gegenteil. Der Protagonist glaubt nicht an den Weihnachtsmann, was sich erst ändert, als er ihn sieht. Seine Schwester, die noch an den Weihnachtsmann glaubt, verliert irgendwann ihren Glauben, einfach, weil sie ihn nie gesehen hat.

Keines der Kinder aus dem Polarexpress glaubt noch an den Weihnachtsmann - sie wissen, dass er existiert, sie haben ihn schließlich selbst getroffen.