Da fehlt doch was!

Gleiche Länge, weniger Film: Darum solltest du „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ nicht auf Netflix streamen!

„Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gehört für viele zur Weihnachtszeit dazu. Von der Netflix-Version solltest du aber die Finger lassen.

Aschenbrödel in Verkleidung auf der Jagd mit dem Prinzen.
Wenn es schon bei uns nicht schneit, holt man sich die weißen Weihnachten halt durch Filme ins Haus. Foto: TMDB

Ob nun Der kleine Lord, Schöne Bescherung, Kevin – Allein zu Haus oder „Ist das Leben nicht schön?“ – manche Weihnachts-Klassiker dürfen im Dezember einfach nicht fehlen. Das wissen auch die deutschen Fernsehsender und zeigen Festtags-Hits gerne mehrfach, um die hohe Nachfrage abzudecken.

Das ist aber natürlich noch ein Überbleibsel aus einer Zeit, in der Filme nicht jederzeit und überall auf Abruf zur Verfügung standen. Wer beispielsweise „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ sehen will, kann das an den Weihnachtstagen auf zahlreichen öffentlich-rechtlichen Sendern tun, aber auch einfach den Netflix-Stream starten. Davon raten wir jedoch entschieden ab!

Plötzlich kein Platz mehr für alle Haselnüsse

Keine Sorge, Netflix zeigt nicht etwa die unbeliebte Neuverfilmung aus dem Jahr 2021die gibt es bei Prime Video zu sehen – und auch keine gekürzte Fassung hat sich in das Programm des Streamingdienstes verirrt. Und doch sieht man auf Netflix weniger vom Film, denn „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ läuft auf Netflix nur in einem beschnittenen 16:9-Bildverhältnis.

Das sieht erst mal nicht schlecht aus, denn fast alle Fernseher haben ja ebenfalls ein 16:9-Bildformat, „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ füllt also den kompletten Bildschirm aus. Doch eigentlich wurde der Film im Format 4:3 gedreht und müsste auf modernen Fernsehern mit schwarzen Balken links und rechts gezeigt werden.

Darauf wollte man bei Netflix wohl verzichten und nahm dafür in Kauf, dass stattdessen oben und unten Teile vom Bild abgeschnitten werden müssen.

Screenshot der Netflix-Version von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.
Die Netflix-Version von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ füllt den ganzen Bildschirm, entfernt aber Teile vom Bild. Selbst der Schriftzug musste verschoben werden. Foto: Netflix
Screenshot der regulären Version von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.
Mehr Dächer, mehr Boden, in anderen Szenen auch mehr Köpfe und Beine: Die unbeschnittene Version von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ ist klar vorzuziehen. Foto: ARD Mediathek

Moderner ist nicht immer besser

Beschneidungen dieser Art sind kein neues Problem. Schon beim Start von Disney+ wurden frühe Folgen von „Die Simpsons“ beschnitten, um sie in ein 16:9-Format zu bringen. Dabei wurde jedoch nicht bedacht, dass so auch Informationen und Witze verloren gehen, die im oberen oder unteren Bildrand enthalten sind. Nach einer Welle an Kritik lässt sich mittlerweile einstellen, in welchem Bildformat man die Serie sehen will.

Ein anderes Problem hatte die Serie „Friends“. Diese wurde zwar grundsätzlich im 16:9-Format gedreht, allerdings mit dem Wissen, dass das Bild für die TV-Ausstrahlung links und rechts abgeschnitten werden muss.

Als die Serie dann erstmals in HD auf Blu-ray und auf Netflix erschien, nutzte man einfach das ursprüngliche Bildmaterial. Grundsätzlich kein schlechter Gedanke, denn so ging nichts vom Bild verloren und man sah sogar mehr – um genauer zu sein: man sah zu viel.

Plötzlich waren Doubles der Darsteller zu sehen, die in der 4:3-Version am Bildrand abgeschnitten wurden. Auch Crewmitglieder oder Teile von anderen Sets waren plötzlich zu sehen.

Ein neuestes Beispiel für die Tücken nachträglicher Bearbeitung von Serien lieferte erst kürzlich „Mad Men“. Hier war jedoch nicht das Bildformat schuld, sondern die versehentliche Verwendung einer nicht finalen Fassung, in der zwei Mitarbeiter zu sehen sind, wie sie eine Kotzmaschine bedienen.

Wo kann man „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ mit dem richtigen Bildverhältnis sehen?

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