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Schauspieler Christian Oliver im Interview: Von "Hunters" zum "Tatort"?

Für "Hunters" durfte Christian Oliver mit Al Pacino zusammenarbeiten und genoss die Erfahrung sehr. Trotzdem träumt er nun von einer Rolle im "Tatort". 

Christian Oliver
Christian Oliver war zuletzt in "Hunters" zu sehen. Nun zieht es ihn wieder auf die deutschen Bildschirme. Foto: Imago Images

Der deutsche Schauspieler Christian Oliver war bereits in zahlreichen deutschen TV-Produktionen wie "Rosamunde Pilcher - Zwei Schwestern", "Ein Fall für zwei", "Der Bergdoktor" oder "SOKO Stuttgart" zu sehen. Seinen Hauptwohnsitz hat Oliver jedoch in Los Angeles. Obwohl ihm das die Möglichkeit eröffnete, in diversen US-Shows wie "Sense8" oder "Hunters" mitzuwirken, sehnt er sich nun wieder danach, in seiner deutschen Heimat zu arbeiten. 

Im Gespräch mit "TV Movie Online" verriet er, welche Rolle in dabei besonders reizen würde und wie es beruflich für ihn weitergeht. 

Was er Spannendes im ersten Teil unseres Gesprächs verriet, lest ihr hier: 

Christian Oliver im "TV Movie"-Talk über Al Pacino und die Unterschiede zwischen der Arbeit in Deutschland und den USA

Christian Oliver über die Serie Hunters und die Zusammenarbeit mit Al Pacino
Foto: Amazon Prime Video & Imago images / MediaPunch

Lieber Christian, für deine letzte großen US-Rolle standst du als  Wilhelm Zuchs für "Hunters" vor der Kamera. Wie war die Zusammenarbeit mit deinen amerikanischen Kollegen? Hattest du mit Stereotypen und Vorurteilen zu kämpfen?

„Komischerweise gar nicht. Wir haben uns durch den gemeinsamen Dreh dieser emotional hochgeladenen Szenen blind vertraut und wussten, wir sind füreinander da. Das ist natürlich genau das Gegenteil von dem, was der Zuschauer am Ende sieht, aber als Schauspieler haben wir versucht, ein sicheres Umfeld zu schaffen, um in diese dunkle Thematik eintauchen zu können. Natürlich gibt es auch immer einen vermeintlichen Spaßvogel, der dich am Set in deiner Nazi-Uniform mit [erhobenem, rechten Arm] begrüßt. Da fällt es einem als Deutscher auch schwer, dem nichts entgegenzusetzen. Aber die Amerikaner haben bis heute eine komische Art, mit dieser Historie umzugehen. Das sind wir als Deutsche natürlich viel sensibler.“

Du kamst auch in den Genuss, mit einem echten Welt-Star zusammenzuarbeiten. Was kannst du uns über Al Pacino verraten? 

„Bei Al Pacino brauch man nicht viel sagen, er ist eine Klasse für sich und einer der Größten, das wird er immer bleiben. Wenn er das Set betreten hat, blieb mir erst einmal kurz der Atem weg. Dabei ist er ein ganz geerdeter und toller Mensch und nimmt diesen mega Star-Status überhaupt nicht in Anspruch. Im Gegenteil: Ihm ist die gemeinsame Arbeit am wichtigsten und so bringt er das Beste in allen am Set hervor. Er hat es gar nicht nötig, die anderen Schauspieler kleinzumachen, um sich noch mehr zu profilieren. Stattdessen macht er alle um sich herum groß. Und da kamen ganz neue Energien auf. Und das Coolste war natürlich auf der Premiere mit ihm zusammen ein Bierchen zu trinken. Und durch unsere Rollenverbindung haben wir jetzt eine ganz besondere Connection. Wenn ich ihn in zwanzig Jahren noch einmal wiedertreffe, dann wissen wir beide ‚Oh there is the wolf!!‘.“ (lacht)

Warum würdest du trotz allem gerne wieder mehr in Deutschland arbeiten?

„Ich würde so gerne mehr in deutschen Produktionen wie z.B. dem Tatort mitspielen, aber durch meine Arbeit in Amerika haben mich die Produzenten gar nicht auf dem Schirm. Und da möchte ich jetzt dran arbeiten und auch besser kommunizieren, wie gerne ich in Deutschland arbeite und wie sehr ich die deutsche Arbeit auch schätze nach so vielen Jahren an amerikanischen Sets. Im Moment sehne ich mich einfach danach, wieder mehr in der Heimat zu arbeiten.“

Nachdem du als Schauspieler sowohl an amerikanischen Sets in Hollywood als auch deutschen Sets gearbeitet hast – wo sind Unterschiede spürbar?

„Ja klar, und sowohl amerikanische als auch deutsche Sets haben ihre guten und schlechten Seiten. Zum einen wünscht man sich den amerikanischen Hollywood-Style im Sinne von ‚alles ist groß und möglich‘, zum anderen wünsche ich mir aber auch das schöne, solide deutsche Set, an dem alle an einen Strang ziehen. Es sind zwei unterschiedliche Weisen zu arbeiten, aber beide wollen Geschichten erzählen und ich könnte nicht sagen, dass ich eine favorisiere.“

Du hast dir neben der Schauspielerei ein zweites Standbein mit einer Produktionsfirma aufgebaut – kannst du uns von deinen Projekten erzählen?

„Seit einigen Jahren bin ich auch als Firmenberater im Filmgeschäft unterwegs und das macht mir sehr viel Spaß. Dabei geht es darum, Filme zu finanzieren und aufzustellen. Mittlerweile habe ich auch meine eigene Firma ‚Chabo films‘ und habe da auch schon selbst einige Filme produziert. Ich möchte mich als Produzent auch einfach selbst im Geschichten erzählen versuchen und immer wieder schauen, wo ich an meine Grenzen stoße. Den Stoff für eine gute Geschichte zu entwickeln ist nämlich gar nicht so einfach und am Ende kommt nicht immer das heraus, was man sich erhofft hat. Doch ich genieße es, als Schauspieler mal die andere Seite kennenzulernen und auch mehr Einfluss auf die Produktion nehmen zu können. Neben kleinen Independent-Filmen waren sogar auch schon Filme bei einem der renommiertesten Filmfestivals der Welt mit dabei. In meinen zwanzig Jahre in L.A. habe ich viele interessante Kontakte knüpfen können und hoffe, diese nun auch weiterhin schlau einsetzen zu können und tolle Projekte auf die Beine zu stellen. Dennoch freue ich mich natürlich auch weiterhin über jedes Casting und Schauspiel-Angebot.“

Vielen Dank für das nette Gespräch!

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