TV-Tipp

„Mensch Mutti!“: ARD verzaubert den TV-Abend mit einer Ost-Komödie

Komödien im Ersten sind bei Weitem nichts Neues, aber es ist immer wieder schön, wenn sie neue Wege wagen. So zum Beispiel „Mensch Mutti“, die das Klischee Land vs. Großstadt geschickt auf den Kopf stellt …

Daniela (Lucie Heinze, li.), Christa (Steffi Kühnert, Mitte) und Serafina (Frida-Lovisa Hamann, re.) in „Mensch Mutti“.
Lucie Heinze (l,), Steffi Kühnert (m.) und Frida-Lovisa Hamann (r.) spielen in „Mensch Mutti“ absolute Power-Frauen. Foto: ARD Degeto Film/Adrian Gross

Während das ZDF wie eh und je am Freitagabend „Der Alte“ ausgräbt und auf VOX Auswanderern und Auswanderinnen über die Schulter geguckt wird, setzt die ARD auf leichtere Unterhaltung. Im Rahmen ihrer „Endlich Freitag“-Reihe zeigen sie heute Abend den Fernsehfilm „Mensch Mutti“, der auf den ersten Blick klischeebehaftet wirkt, aber schnell klarmacht, dass man eine spannende Geschichte mit Herz zu erzählen hat.

„Mensch Mutti“: Handlung der ARD-TV-Komödie

Serafina Hopp (Frida-Lovisa Hamann) hat alles, was sie sich jemals erträumt hat. Als professionelle Balletttänzerin ist sie auf den großen Bühnen Paris' aktiv und genießt Ruhm und Anerkennung. Doch urplötzlich muss sie in ihre Heimat in Sachsen-Anhalt zurückkehren, denn ihr Vater ist gestorben. Im Rahmen der Beerdigung merkt sie, dass sie ihre Familie über die letzten Jahre vernachlässigt hat, und entschließt sich, diese zu unterstützen.

Mutter Christa (Steffi Kühnert), ihres Zeichens ehemalige DDR-Kaderturnerin, hat nämlich Probleme, ihr Fitnessstudio weiterhin finanziell zu tragen. Das belastet auch Schwester Daniela (Lucie Heinze), die ihre Mutter tatkräftig in der Muckibude unterstützt. Zwischen Spannungen und interfamiliärem Drama muss Serafina einen Plan finden, mit dem sie das Studio retten kann, und gleichzeitig für sich herausfinden, ob sie in Zukunft bei ihrer Familie bleiben oder doch lieber wieder nach Paris zurückkehren möchte.

Schauspiel über große Namen: Womit „Mensch Mutti“ aufwartet

Was „Mensch Mutti“ vor allem auszeichnet, sind die drei Hauptdarstellerinnen. Selbstverständlich sind Kühnert, Heinze und Hamann immer wieder zu sehen und renommiert in ihrer Kunst, gleichzeitig bringen sie aber auch den Charme unverbrauchter Gesichter mit. Statt die ewig gleichen Schauspieler und Schauspielerinnen zu besetzen, setzt „Mensch Mutti“ darauf, Schauspiel über große Namen zu stellen.

Dadurch fühlt sich die TV-Komödie trotz der doch eher etwas unoriginellen Idee immer wieder frisch und neu an, da man wegen der „Unter-dem-Radar“-Qualität der Hauptdarstellerinnen nicht kontinuierlich das Gefühl bekommt, alles bereits gesehen zu haben.

Ostdeutsche Repräsentation: „Mensch Mutti“ kommt zum richtigen Zeitpunkt

Darüber hinaus ist die Wahl, den Film in Sachsen-Anhalt spielen zu lassen, genau richtig. Etliche Produktionen hätten die Geschichte genauso gut in Schleswig-Holstein oder im bayerischen Umland verankern können, doch hier sind Ostdeutschland und die DDR-Vergangenheit ein zentraler Dreh- und Angelpunkt der Handlung.

Derartige Repräsentation ist zurzeit besonders wichtig, da andere ostdeutsche Produktionen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens pausieren oder abgesetzt werden. So ermitteln ab 2028 zeitweise keine „Tatort“-Teams mehr im ostdeutschen Bereich – Berlin und Potsdam ausgenommen. Da kommt „Mensch Mutti“ gerade mehr als gelegen, um zu zeigen, dass auch für solche Geschichten Platz im deutschen Fernsehen sein sollte.

Wer sich selbst davon überzeugen möchte, kann den Film heute Abend ab 20:15 Uhr in der ARD schauen. Ferner ist der Film auch jetzt schon zum Streamen in der Mediathek verfügbar.