Drei Jahre kein neuer „Tatort“ und „Polizeiruf“: Dramatische Einsparungen geplant
Für viele ist die „Tatort“-Sommerpause schon eine schlechte Nachricht, doch nun wird noch eine weitere draufgelegt. Fans der Krimireihe müssen in Zukunft sehr stark sein …

Es ist nichts Neues, dass der „Tatort“ und der „Polizeiruf“ pausieren. Die sogenannte Sommerpause gibt es jedes Jahr und zurzeit befinden wir uns in der diesjährigen Abstinenz der Krimireihen. Doch nun müssen Liebhaber und Liebhaberinnen über einen längeren Zeitraum mit der Abwesenheit der Reihen klarkommen, denn sowohl der „Polizeiruf“ als auch der „Tatort“ pausieren für die nächsten drei Jahre – zumindest in Mitteldeutschland.
Der MDR muss sparen: Warum der „Tatort“ und „Polizeiruf“ pausieren müssen
Nachdem bereits letzte Woche bekanntgegeben wurde, dass Formate wie „MDR um 2“ und das „Mittagsmagazin“ eingestellt werden, wird diese Woche erneut zementiert, dass bei der Sendeanstalt gespart werden muss. Für die nächsten drei Jahre plant man nämlich keine neuen Ausgaben vom „Polizeiruf“ sowie dem „Tatort“ zu produzieren.
Der erste, wenn auch leise, Vorbote dessen war der Hallenser „Polizeiruf“, der entgegen aller Erwartungen nach drei Ausgaben eingestellt wurde. Das sorgte für allgemeine Verwirrung, da die Reihe rund um Peter Kurth und Peter Schneider für starke Quoten und Kritiken sorgte. Nun liegt der Grund aber offen dar:
Beim Mitteldeutschen Rundfunk hoffte man, dass zum 1. Januar 2025 der Rundfunkbeitrag erhöht werden würde. Dies war aber, wie die Geschichte zeigt, nicht der Fall, was nun dazu führt, dass man beim öffentlich-rechtlichen Sender sparen muss. Zurzeit muss der MDR bereits 160 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Dieser Summe schließen sich weitere 30 Millionen Euro an – und im schlimmsten Fall verdoppelt sich diese Summe, sofern der GEZ-Beitrag zum 1. Januar 2027 nicht erhöht werden sollte. Aber welche Ermittler-Teams sind damit nun betroffen?
„Tatort“: Welche Teams machen die nächsten drei Jahre Pause?
Inmitten dieser schlechten Nachrichten gibt es immerhin einen Wermutstropfen: Beim „Tatort“ ist aktuell nur ein Team von den Sparmaßnahmen betroffen. Einzig und allein das Team aus Dresden rund um Winkler und Schnabel (gespielt von Cornelia Gröschel und Martin Brambach) muss für die kommenden drei Jahre die Dienstwaffen ad acta legen.
Beim „Polizeiruf“ sind die Kürzungen ebenso kleinteilig: So muss nur das Team aus Magdeburg, bestehend aus Braasch (Claudia Michelsen) und Uwe Lemp (Felix Vörtler), denselben Zeitraum aussetzen.
Damit spart man sich beim MDR vier Produktionen im Jahr beziehungsweise insgesamt zwölf Fälle. Im Schnitt soll ein „Tatort“ rund 1,8 Millionen Euro kosten – damit würde man in den kommenden drei Jahren in etwa 10,8 Millionen Euro an Produktionskosten einsparen beziehungsweise 21,6 Millionen Euro, wenn man den „Polizeiruf“ auch noch miteinrechnet.
Das bedeutet aber auch, dass die ARD entweder neue Ermittler-Teams losschicken muss, um die Lücke zu füllen, oder anderen Ermittlern und Ermittlerinnen einen Fall mehr pro Jahr geben muss. Denkbar ist aber auch, dass man gar nicht erst versucht, diese Lücke zu füllen und dem Publikum weniger Fälle als sonst bietet. Ob dies aber eine gute Idee ist, bleibt abzuwarten, denn viele Fans der Reihen beschweren sich in letzter Zeit ohnehin schon häufig darüber, dass man gefühlt weniger und weniger Fälle pro Jahr bekommt.







