Ich habe schon „Stranger Things“ gesehen – Kritik zu „Cold Storage“ mit Liam Neeson
„Cold Storage“ ist eine Horrorkomödie mit absoluter Starbesetzung – aber reicht der namhafte Cast auch aus, um den Klamauk aufzuwerten?

Was passiert, wenn man Liam Neeson, Joe Keery und Georgina Campbell zusammen mit einem Mutantenpilz aus dem All zusammenwirft? Genau, man bekommt die Horrorkomödie „Cold Storage“. Doch ist ebenjene Komödie lustig oder sollte man sie genauso tief vergraben wie die skrupellosen Mutantenpilze?
- „Cold Storage“: Davon handelt die Horrorkomödie
- Wenn „ganz nett“ ein Film wäre: „Cold Storage“ ist wie lauwarmes Wasser
- Es regnet Blut – aber nichts davon ist echt: „Cold Storage“ setzt zu sehr auf Computereffekte
- Nichts von „Barbarian“ gelernt: Der wohl größte Fehler von „Cold Storage“
- „Cold Storage“: Der wohl harmloseste Film des Jahres
„Cold Storage“: Davon handelt die Horrorkomödie
Teabag (Joe Keery) arbeitet in einem abgelegenen Lagerhaus und macht diesen Job eher halbherzig. Doch seine neugierige Kollegin Naomi (Georgina Campbell) und er hören ein mysteriöses Geräusch. Auf ihrer Suche nach der Herkunft des Geräusches stoßen sie unterhalb des Lagerhauses auf eine ehemalige Militäreinrichtung, in der ein grüner, schleimiger Pilz sein Unwesen treibt. Als dann auch noch Personen im Lagerhaus auftauchen, die dort nicht hingehören, gibt es nur noch eine Person, die Teabag und Naomi retten kann – der Ex-Militär Robert Quinn (Liam Neeson).
Wenn „ganz nett“ ein Film wäre: „Cold Storage“ ist wie lauwarmes Wasser
So etwas erlebt man selten: Die guten und die schlechten Elemente von „Cold Storage“ sind in stetigem Einklang miteinander. Gibt es einen Moment, der gefällt, kann man sich sicher sein, dass im nächsten Moment wieder eine Entscheidung um die Ecke kommt, bei der man sich denkt: „Warum?“
Aber so seltsam es klingen mag, muss man zugeben, dass das durchschnittliche Dasein von „Cold Storage“ gleichzeitig die größte Stärke ist. Denn immerhin weiß man, dass man nie Gefahr läuft, eine wirklich schlechte Zeit zu haben – auch wenn die eher casualen Kinogänger und Kinogängerinnen extrem giftig auf diesen Film reagieren können (so zumindest der Eindruck in der Sneak-Preview).
Es regnet Blut – aber nichts davon ist echt: „Cold Storage“ setzt zu sehr auf Computereffekte
Wie spart man sich die Aufräumarbeit bei einem Horrorfilm? Korrekt, man lässt alle Effekte aus dem Computer kommen. Vorab sei gesagt, dass die Computereffekte in „Cold Storage“ nie schlecht aussehen – aber sie sehen zu gewöhnlich aus.
Rehe, Katzen, Ratten, Pilze und aufgeblähte Menschmutanten, die mit giftigem Pilzsaft schießen – all diese Dinge kommen hier aus der digitalen Retorte. Und so praktisch diese Effekte für die Personen hinter der Kamera sein mögen, rauben sie dem Film gleichzeitig die Chance, das zu sein, was er so gerne wäre: eine Horrorkomödie aus den 80ern … im besten Falle von John Carpenter.
Aber John Carpenter hat aufgrund der damals mehr als minderwertigen digitalen Effekte alles praktisch gedreht – und das sieht zeitlos aus. Auf „Cold Storage“ wird man bereits in einigen Jahren zurückblicken und sich fragen, warum dieser Film zwar unfassbar gern blutig wird, aber nie Blut zeigt.
Nichts von „Barbarian“ gelernt: Der wohl größte Fehler von „Cold Storage“
Das wohl größte Problem von „Cold Storage“ sind die ersten zehn Minuten. Diese sind nicht langweilig, unlustig oder schleppend, sondern rauben dem Film sein Tempo.
2022 ließ man sich in „Barbarian“ viel Zeit, um Stimmung aufzubauen. Eine sehr lange Zeit folgt man in diesem Film lustigerweise auch Georgina Campbell sowie Bill Skarsgård, die entdecken, dass mit dem Ferienhaus, das sie gebucht haben, etwas nicht stimmt – konkret: Der Keller wirkt gruselig. Was der Film aber nie macht, ist, es dem Publikum schon im Voraus zu verraten, was es mit dem Keller auf sich hat. Hätte man diesen Ansatz auch für „Cold Storage“ gewählt, dann wäre der Film zumindest etwas spannender gewesen, denn man hätte ebenso wie Campbell und Keery nie gewusst, was unter ihnen lauert. Doch stattdessen verraten die ersten zehn Minuten schon, was man dort unten erwarten kann, was dazu führt, dass man den Hauptcharakteren lange Zeit voraus ist – und das darf nicht passieren.
„Cold Storage“: Der wohl harmloseste Film des Jahres
Abgesehen von den kleinen Kritikpunkten rund um „Cold Storage“ muss man aber sagen, dass der Film recht harmlos ist. Es ranken sich keine großen Kontroversen um den Film, nichts ist so schlecht umgesetzt, dass man sich wirklich fragen muss, wer die kreativen Entscheidungen getroffen hat, und im schlimmsten Fall findet man den Film nicht so lustig wie der Rest des Publikums. Wer mal wieder Lust hat, ins Kino zu gehen, um eine Horrorkomödie zu sehen, wird mit „Cold Storage“ keine schlechte Zeit haben – aber auch keine übermäßig gute.









