Haftbefehl: Was über seinen Vater bekannt ist – und wie Aykut daraus lernt
Der Tod seines Vaters veränderte Haftbefehl für immer. Dabei bleiben viele Details ein Mysterium.

Der Offenbacher Rapper Haftbefehl zählt zu den prägenden Figuren des deutschen Hip-Hop – nicht nur wegen seiner Musik, sondern auch wegen seiner bewegten Lebensgeschichte.
Geboren als Aykut Anhan, wuchs er unter schwierigen Bedingungen auf. Schon als Teenager verlor er die Kontrolle über sein Leben: Mit 14 brach er die Schule ab, mit 21 floh er vor einem Haftbefehl in die Türkei. Erst Jahre später fand er durch die Musik einen Ausweg aus Drogen, Perspektivlosigkeit und Gewalt.
Der Selbstmord des Vaters – ein Bruch fürs Leben
Der Ursprung vieler Probleme lag jedoch noch früher: im Suizid seines Vaters Jelal. Dieses traumatische Erlebnis hat Haftbefehl und seine Brüder tief geprägt – privat wie künstlerisch. In Songs und Interviews verarbeiten beide immer wieder den Schmerz und die Folgen dieses Verlusts.
In der hr-Dokumentation „Haftbefehl – Ein Tag mit dem Rap-Superstar“ (2021) spricht Haftbefehl offen über seinen Vater und dessen schwere Depressionen. Er schildert, wie er Jelal mehrfach beim Versuch, sich das Leben zu nehmen, überrascht habe:
„Ja, der war besessen, er wollte sich ständig umbringen. Ich habe ihn drei, vier Mal erwischt, wie er sich umbringen wollte. (…) Ich glaube, das hat mir in meiner Jugend so einen kleinen Riss verpasst, auch psychisch. Daher kam wahrscheinlich auch der Drogenkonsum.“
Haftbefehl beschreibt den Tod des Vaters als Bruch in seiner Kindheit – ein Trauma, das bis heute in seiner Musik nachhallt.
Das Rätsel um Jelal Anhans Beruf
Bis heute gibt es unterschiedliche Angaben zum Beruf von Haftbefehls Vater. In der neuen Netflix-Doku „Babo – Die Haftbefehl-Story“ wird Jelal als Immobilienmakler bezeichnet, doch die ganze Wahrheit scheint das nicht zu sein. Sicher ist: Er arbeitete viel und kämpfte mit psychischen Belastungen und finanziellen Sorgen.
Der Tod des Vaters war für den jungen Aykut ein Wendepunkt. Offen spricht er darüber, wie ihn die Trauer und das Trauma in die Drogenabhängigkeit trieben. Gleichzeitig fand er in der Musik seine Rettung:
„Ich habe meinem Vater lange nachgetrauert – aber man muss das Beste daraus machen. Ich muss für meine Kinder da sein.“










