ESC-Regeländerung für 2026 könnte alles verändern: Das ist jetzt anders
Der Eurovision Song Contest reagiert auf die umstrittenen Ereignisse des Vorjahres: Nach massiver Kritik rund um die Publikumsabstimmung 2025 führt der ESC für 2026 mehrere neue Regeln ein.

Der Eurovision Song Contest gilt als größte Musikshow der Welt – doch zuletzt stand der Wettbewerb stärker unter Druck denn je. Nach dem überraschenden Erfolg Israels beim Publikumsvoting 2025 entbrannte unter Fans und Teilnehmerländern eine heftige Debatte über Fairness und politische Kampagnen rund um den ESC.
Jetzt zieht die Europäische Rundfunkunion (EBU) Konsequenzen. Zur 70. Ausgabe des Eurovision Song Contest gelten 2026 gleich mehrere neue Regeln, die das Vertrauen in den Wettbewerb wieder stärken sollen.
Warum der ESC seine Regeln jetzt verändert
Auslöser der Diskussion war das Abschneiden Israels beim ESC 2025. Sängerin Yuval Raphael gewann damals völlig überraschend die Publikumsabstimmung – trotz einer Stimmungslage unter vielen ESC-Fans, die eher gegen einen Sieg sprach.
Besonders kritisiert wurde eine massive Werbekampagne in sozialen Netzwerken, die laut Berichten auch von staatlicher Seite unterstützt worden sein soll. Einen Beweis für technische Manipulationen gab es zwar nie, trotzdem sorgte das Voting-Ergebnis europaweit für Diskussionen.
Die Folgen waren deutlich spürbar: Mehrere Länder stellten ihre Teilnahme infrage, einige zogen sich sogar komplett zurück. Mit Irland, Spanien, den Niederlanden, Island und Slowenien verzichten gleich fünf Länder auf den ESC 2026.
Die EBU will nun verhindern, dass ähnliche Debatten den Wettbewerb erneut überschatten.
Das ändert sich beim ESC-Voting 2026
Die wichtigste Änderung betrifft die Zuschauerabstimmung. Bislang konnten Fans pro Bezahlart bis zu 20 Stimmen abgeben – also etwa per SMS, Telefon oder Online-Voting. Diese Zahl wird jetzt halbiert: Künftig sind nur noch zehn Stimmen pro Zahlungsmethode erlaubt.
Gleichzeitig will der ESC seine Zuschauerinnen aktiv dazu ermutigen, ihre Stimmen breiter zu verteilen und für mehrere Länder abzustimmen. Damit soll verhindert werden, dass einzelne Beiträge durch extrem mobilisierte Fangruppen oder groß angelegte Online-Kampagnen unverhältnismäßig profitieren.
Gerade diese Änderung dürfte beim Finale heute Abend besonders genau beobachtet werden.
Auch bei Jurys und Werbung zieht der ESC die Regeln an
Neben dem Voting wurden weitere Bereiche angepasst – allerdings deutlich weniger drastisch. So kehrten in den Halbfinals wieder Jurywertungen zurück, nachdem zuletzt ausschließlich das Publikum entschied. Zusätzlich wurden die nationalen Jurys erweitert und sollen künftig vielfältiger besetzt werden – unter anderem mit jüngeren Mitgliedern und Personen aus unterschiedlichen Musikberufen.
Auch beim Thema Werbung verschärfte die EBU ihre Vorgaben. Beiträge dürfen zwar weiterhin beworben werden, unverhältnismäßige Kampagnen – insbesondere durch staatliche Stellen oder Dritte – sollen künftig aber stärker kontrolliert werden.
Zusätzlich müssen Jurymitglieder ihre Unabhängigkeit schriftlich bestätigen und sich bei Social-Media-Aktivitäten zurückhalten.
Neue Flaggenregeln sollen politische Debatten verhindern
Auch bei den Flaggen bleibt der ESC streng. Künstlerinnen und Künstler dürfen weiterhin nur mit ihrer offiziellen Landesflagge auftreten. Politische Botschaften auf der Bühne sollen damit verhindert werden.
Für Fans gelten zwar lockerere Regeln, allerdings müssen Flaggen künftig bestimmten Sicherheits- und Brandschutzvorgaben entsprechen.
Darum werden die neuen ESC-Regeln heute besonders wichtig
Gerade beim großen Finale 2026 dürften die neuen Regeln erstmals wirklich auf die Probe gestellt werden. Die EBU versucht offensichtlich, den Eurovision Song Contest wieder stärker als fairen Musikwettbewerb zu positionieren und politische oder digitale Einflussnahme einzudämmen.
Ob die Änderungen tatsächlich reichen, um neue Diskussionen zu verhindern, dürfte sich spätestens nach der Punktevergabe heute Abend zeigen.







