Wir kennen Sauron als täuschenden Gestaltwandler, als großes Auge und in einer dicken Rüstung. Aber wie sieht er in Wahrheit aus?

„Der Herr der Ringe“-Fans kennen Sauron in zahlreichen Formen. In „Die Ringe der Macht“ erlebten wir ihn schon als schmucken Halbrand und nicht weniger ansehnlichen Annatar. Dabei handelte es sich aber natürlich nur um zwei gezielt gewählte Erscheinungsbilder des mächtigen Gestaltwandlers, mit denen er Galadriel und Celebrimbor täuschen konnte.
In der dritten Staffel der Prime-Video-Serie wird uns Sauron sicher wieder in einer ähnlichen Optik begegnen – Amazon will Darsteller Charlie Vickers schließlich nicht um seinen Job bringen – doch eigentlich dürfte Sauron, wenn er niemandem mehr etwas vorspielt, ganz anders aussehen. Nur wie?
Sauron war nie ein großes Auge

In Peter Jacksons „Der Herr der Ringe“-Filmen spielt Sauron zwar ebenfalls eine bedeutende Rolle, aber abgesehen vom Prolog, in dem wir ihn in einer beeindruckenden Rüstung während der Schlacht des Letzten Bündnisses erleben, tritt Sauron hier nur als allsehendes Auge in Erscheinung – eine Versinnbildlichung, denn tatsächlich wurde Sauron natürlich nie zu einem leuchtend orangen Auge.
Es stellt sich aber dennoch die Frage, wie Sauron nun eigentlich aussieht. Für einen großen Teil von „Der Herr der Ringe“ hätte Sauron so oder so kein Aussehen gehabt, denn ohne den Einen Ring fehlte ihm die Kraft, um eine klare Form anzunehmen. Doch der Sauron aus der Schlacht zu Beginn von „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ verbarg tatsächlich ein Gesicht unter seinem Helm. Nun wissen wir auch, wie es aussieht!
Saurons wahre Gestalt erinnert an einen Ringgeist

Im Buch „The Hobbit: The Battle of the Five Armies - Chronicles: Art & Design“ beschreibt Designer Andrew Baker, dass sich Peter Jackson für Saurons Auftritt als Nekromant in „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ eine Art Schwarzes Loch in Sauron-Form vorgestellt hat. Dazu entstanden zwei Konzeptzeichnungen, die ihr euch bei Reddit ansehen könnt. Eine von ihnen zeigt Sauron als gesichtslose Gestalt – eine passende Idee für ein Wesen, das seine Gestalt ohnehin ständig ändern kann. Bei der zweiten Zeichnung orientierte sich Baker an dem Design der Ringgeister und fügt hinzu, dass Sauron unter seiner Rüstung aus „Der Herr der Ringe“ wohl ähnlich ausgesehen hat.
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Bei Tolkien war Sauron gesichtslos

Auch wenn sich in den „Der Herr der Ringe“-Adaptionen vielleicht ein Gesicht unter Saurons Helm verborgen hat, handelt es sich dabei nicht um offiziellen Mittelerde-Kanon. J.R.R. Tolkien hat jedenfalls nie Saurons wahre Gestalt beschrieben – und das aus gutem Grund. Als Ainur handelt es sich bei Sauron nämlich um einen gestaltlosen Geist, eine „wahre Form“ im klassischen Sinne gibt es also nicht.
Nach aktuellem Stand dürfte „Die Ringe der Macht“ in der 5. Staffel dort enden, wo „Der Herr der Ringe“ begann – mit der Schlacht des Letzten Bündnisses. Dann sehen wir Sauron voraussichtlich wieder auf dem Schlachtfeld und erhaschen vielleicht auch einen Blick auf sein „Gesicht“ – das sicher starke Ähnlichkeit mit Charlie Vickers haben wird.