Tränen lügen nicht

Der Graf rührt die Scorpions zu Tränen: Absolut emotionale Performance bei „Sing meinen Song“

„Sing meinen Song“ liefert heute Abend wieder etliche aufreibende Momente – doch niemand kann wohl den Grafen von Unheilig schlagen, der die Scorpions zum Weinen bringt.

Der Graf von Unheilig steht auf einer Bühne und singt in ein Mikrofon.
Der Graf weiß wie es geht: In „Sing meinen Song“ provoziert er heute Abend große Gefühle. Foto: IMAGO / STAR-MEDIA

Alteingesessene Fans wissen, dass „Sing meinen Song“ immer wieder für hochemotionale Momente sorgen kann. So auch heute Abend, wo Johannes Oerding, Mark Forster und Co. die Scorpions-Frontmänner Klaus Meine und Rudolf Schenker empfangen und die wohl größten Hits der Rocklegenden neu interpretieren. Nachdem bereits Giovanni Zarrella letzte Woche in Tränen ausgebrochen ist, sind es diesmal die Gäste, die vor eine emotionale Zerreißprobe gestellt werden. Aber welchen Song hat der Graf von Unheilig gesungen, der die Rocker derartig berührt hat?

Die Scorpions: Deutsche Musikgeschichte durch und durch

Eigentlich fingen die Scorpions 1965 unter dem Bandnamen Nameless an, in Hannover Musik zu machen. Der Weg zum internationalen Erfolg war anfangs mit Hürden geprägt, wie Meine und Schenker berichten, da die politischen Verhältnisse damals noch andere waren. Vielerorts galten Deutsche noch als die „Krauts“ – eine abwertende Bezeichnung der Alliierten für die Deutschen zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs.

Man musste sich langsam an die globale Musikszene herantasten und spielte dementsprechend zuerst in Benelux-Ländern. Später verschlug es die Band dann auch nach Liverpool. Eine Art Zirkelschluss für Schenker, der die Beatles, die dort ihre Anfänge fanden, schon immer bewunderte. England selbst bezeichneten sie als „die Höhle des Löwen“, aber der erste Auftritt fand derartig positiven Anklang, dass man sogar in Deutschland verstand, dass diese Band das Potenzial zum internationalen Erfolg hat.

Jahrzehnte später sind die Scorpions die größte deutsche Band aller Zeiten und spielen unter anderem im Rahmen einer „Las Vegas Residency“ zehn feste Konzerte in Amerikas Casino-Stadt. Auch wenn sie laut eigenen Aussagen nie daran gedacht haben, einen Hit zu schreiben, sprechen die Zahlen für sich. Songs wie „Rock You Like a Hurricane“, „Send Me an Angel“ oder „Wind of Change“ sind absolute Hits – und vor allem letzterer Song scheint Meine und Schenker einiges zu bedeuten, wie der Graf beweist.

Der Graf: So sehr berührt sein „Wind of Change“-Auftritt

Nervosität zieht sich wie ein roter Faden durch diese Ausgabe von „Sing meinen Song“. Auch der Graf hat großen Respekt davor, seine Interpretation von „Wind of Change“ für die Scorpions zu präsentieren. Doch schnell verliert er sich in seiner Performance und liefert allen Anwesenden ein kleines privates Konzert, das sie nicht so schnell vergessen werden. Vor allem Rudolf Schenker nicht, der nach dem Auftritt des 56-Jährigen mehr als wässrige Augen hat.

Diesem Umstand entsprechend ist es auch nicht Schenker, der viele Worte zu dem Auftritt des Grafen findet, sondern vielmehr Meine, der den ebenso emotionalen Grafen in den Arm nimmt und ihm „Großartig, großartig“ entgegenwirft. Aber warum sind die drei altgedienten Musiker so berührt?

„Wind of Change“: Deswegen ist der Song für alle etwas ganz Besonderes

„Unsere Eltern sind mit Panzern gekommen. Wir kommen mit Gitarren“, so die Scorpions über ihren Hit „Wind of Change“. Der Song gilt heutzutage als „Hymne der Wende“ und erschien ursprünglich 1989. Auch wenn Meine und Schenker feststellen, dass sie keine politische Band sind, sahen sie dieses Lied dementsprechend als eine Art Symbolsong dafür, dass der Ost-West-Konflikt damals auftaute. Eine große Besonderheit ist aber Meines Pfeifen zu Beginn von „Wind of Change“, das nach Erzählungen der beiden fast nicht im Song gelandet wäre.

Der Graf begegnete diesem Song in einer sehr prägenden Zeit seines Lebens. Als er damals erschien, war er 18 Jahre alt und sah ihn somit auch als Hymne seiner eigenen Ideale und Ansichten. Mit seiner Neuinterpretation hofft er, dass er 18-Jährige, die sich im heutigen Weltklima verloren fühlen, abholen kann.

Welche Songs der Scorpions, zu denen übrigens ein Kinofilm in Arbeit ist, noch neu interpretiert werden, kann man heute Abend ab 20:15 Uhr auf VOX herausfinden. Die Folge liegt auch schon jetzt als Stream auf RTL+ bereit.