Interview

„Biber sind unglaublich!“ – „Hoppers“-Regisseur Daniel Chong über Pixars neuesten Animationshit

Der Regisseur Daniel Chong erklärt im Interview, warum Biber im neuen, lustigen Kinofilm „Hoppers“ im Fokus stehen und warum die Hauptrolle Mabel unberechenbar ist.

Im Film Hoppers stehen zwei animierte Wissenschaftlerinnen in weißen Kitteln in einem Labor und präsentieren ein plüschiges Tier auf einem Teller. Eine von ihnen lächelt begeistert, die andere wirkt skeptisch.
Professorin Dr. Sam und ihre Kollegin erklären die „Hoppers“-Technologie. Foto: 2025 Disney/Pixar.

Mit „Hoppers“ startet am 5. März 2026 ein Animationsabenteuer in den deutschen Kinos, das schon vorab für reichlich Gesprächsstoff sorgt. Regisseur Daniel Chong und Produzentin Nicole Paradis Grindle präsentieren einen 105-minütigen Genre-Mix aus Witz, Herz und einer Prise Science-Fiction – und verpassen dem Film mit einem besonderen Casting-Coup zusätzlichen Glamour. Denn Heidi Klum leiht einer Hai-Dame ihre Stimme, die passenderweise Hai-Di heißt.

Doch „Hoppers“ ist weit mehr als ein turbulenter Animationsspaß: Im Interview ging der „Hoppers“-Regisseur Daniel Chong darauf ein, welche tiefgründige Geschichte sich hinter der bunten Fassade verbirgt.

Worum geht es im Animationsfilm „Hoppers“?

Im Zentrum der Story von „Hoppers“ steht eine bahnbrechende wissenschaftliche Entdeckung: Forscher:innen haben eine Technologie entwickelt, mit der sich das menschliche Bewusstsein in lebensechte Robotertiere „hüpfen“ lässt. So können Menschen Tiere nicht nur beobachten, sondern als Tiere mit ihnen kommunizieren. Für die junge Mabel eröffnet sich dadurch eine völlig neue Welt. Mithilfe der innovativen Technik wird sie zum Biber und taucht tief in das geheime Leben der Tierwelt ein – und stößt auf Enthüllungen, die alles übertreffen, was sie sich je hätte vorstellen können.

Schau dir hier den „Hoppers“-Trailer an:

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Video: Disney Deutschland

„Hoppers“-Regisseur Daniel Chong im Interview

Welches Tier würden Sie wählen, wenn Sie die „Hoppers“-Technologie selbst nutzen könnten?

Daniel Chong: Mein erster Gedanke ist immer eine Katze, weil ich mehrere Katzen habe. Aber haben Sie jemals ein Baby-Gepard gesehen? Die sind super süß. Sie haben so stachelige Haare auf dem ganzen Rücken. Ich weiß nicht, sie sind einfach wirklich süß. Und es scheint, als hätten sie ein gutes Leben. Also wäre ich ein Gepardenbaby.

Mabel vergleicht die Idee von „Hoppers” mit „Avatar mit Bibern“. Wie sind Sie vorgegangen, um daraus etwas völlig Eigenständiges und Neues zu schaffen?

„Avatar“ war nicht einmal die ursprüngliche Inspiration. Das waren diese Naturdokumentationen, in denen Roboter-Tiere in die Natur gebracht werden, um einen Einblick in die Tierwelt zu bekommen. Sie haben Kameras an ihren Augen. Das war also die ursprüngliche Inspiration. Und daraus entwickelte sich dann alles Weitere: die Idee, auf welche lustigen Arten Menschen versuchen, sich in die Tierwelt einzufügen oder sie zu infiltrieren.

Und dann fingen wir an, mit der Idee eines Spionagethrillers zu spielen, weil Mabel undercover arbeitet. Als wir diesen Weg eingeschlagen hatten, gab es plötzlich so viele verschiedene Möglichkeiten, die uns sehr originell und anders erschienen und mit denen wir spielen konnten. Und das mit „Avatar“ war einfach eine Art Witz, den wir eingebaut haben, damit die Leute das Konzept des Films schnell verstehen.

Im Film Hoppers hält ein großer Bär ein kleines, orangefarbenes Tier vor sich. Umgeben sind sie von zahlreichen Waldtieren wie Rehen, Kaninchen, Waschbären, Schildkröten und Fröschen vor einem Waldsee.
Mabel im Roboter-Biber wird von den anderen Tieren zur Rede gestellt. Foto: 2025 Disney/Pixar.

Die „Hoppers“-Technologie ist faszinierend, aber auch gefährlich. War es Ihnen wichtig, dass der Film auch die ethischen Fragen und Risiken einer solchen Erfindung thematisiert?

Ja, ich meine, letztendlich ist das, was Mabel tut, gefährlich. Sie mischt sich ein, verändert Dinge und bringt die Tiere offensichtlich gegen sich auf. Ich denke, der Film macht sehr deutlich, welche Probleme entstehen würden, wenn es diese Technologie gäbe. Wie jede Technologie kann sie für Gutes und für Schlechtes genutzt werden.

Warum haben Sie Biber als zentrale Tierart gewählt? Welche besondere Bedeutung haben sie für die Geschichte?

Ja, gute Frage. Ich meine, ursprünglich ging es in dem Film um Pinguine, ich weiß nicht, warum ich sie so lustig fand und wollte, dass sie die Stars des Films werden, aber der Chef des Studios wollte wirklich keinen weiteren Pinguin-Film in die Welt setzen, und ich glaube, er hatte Recht. Also begann ich, mich über verschiedene Tiere zu informieren und habe versucht, das Tier zu finden, das im Film vorkommen sollte.

Und dann las ich, wie Biber Dinge erschaffen können, wie sie ihre Teiche und Dämme bauen und so ein Ökosystem schaffen, in dem auch andere Tiere leben können. Und das schafft eine ganze Artenvielfalt, nicht nur bei Tieren, sondern auch bei Pflanzen. Und mir wurde irgendwie klar: Oh, diese Tiere, diese Biber sind unglaublich. Sie sind wie erstaunliche Metaphern dafür, wie die Natur sich selbst erhalten und miteinander koexistieren und sich auch gegenseitig unterstützen kann. Außerdem sind sie sehr niedlich. All diese Dinge zusammengenommen, hatte ich einfach das Gefühl: Oh, Biber sollten die Stars dieses Films sein.

In Ihren Werken gibt es ein wiederkehrendes Thema, das sich um Menschen und Tiere dreht, zum Beispiel in „We Bare Bears“. Was fasziniert Sie persönlich so sehr an dieser Beziehung?

Oh, ich weiß nicht. Ich denke, ein Großteil davon ist einfach, dass wir alle so neugierig auf die Tierwelt sind. Ich bin es auf jeden Fall. Das sieht man auch im Internet. Jedes Meme, auf dem ein Tier zu sehen ist, ist ein Versuch, einem Tier eine Persönlichkeit zuzuschreiben und zu verstehen, was es denkt. Ich denke, das ist einfach eine ganz normale Neugier, die wir alle haben.

Aber für mich liegt es auch daran, dass Tiere uns helfen, uns selbst besser zu verstehen, und dass sie uns einen anderen Blickwinkel bieten, auf den wir unsere Erfahrungen und Persönlichkeiten übertragen und Geschichten erzählen können. Und ich denke, sie eignen sich sehr gut als Vehikel, um Geschichten darüber zu erzählen, wer wir als Menschen sind.

Die naturgetreue Darstellung der Natur in „Hoppers“ war Ihnen sehr wichtig. Ihr Team hat sogar Wildtierexperten konsultiert und Naturexpeditionen unternommen. Was war eine überraschende Erkenntnis, die Sie durch diese Recherchen gewonnen haben?

Ja, das haben wir. Ja, ich meine, bei meiner Fernsehsendung „We Bare Bears – Bären wie wir“ hatte ich Glück, dass sie nicht auf der Realität basierte. Es ging um drei Bären, die sich stapeln können, da war keine Recherche notwendig.

Der Film ist natürlich auch sehr cartoonhaft, aber bei „Hoppers“ war uns sehr bewusst, dass die Wissenschaft darüber, was Biber tun und wie sie die Umwelt beeinflussen und andere Tiere unterstützen können, wirklich wichtig ist. Sie können sogar bei der Bekämpfung von Waldbränden und ähnlichen Dingen helfen. Das waren alles Dinge, die eine Rolle gespielt haben, reale Dinge, die in die Erzählung eingeflossen sind.

Die Heldin Mabel wird als etwas chaotisch beschrieben. Was macht sie zu einer Figur, mit der sich das Publikum identifizieren kann?

Mabel sollte von Anfang an chaotisch sein, und ich wollte eine Figur, bei der man nicht vorhersagen kann, was sie als Nächstes tun wird. Ich fand, dass eine solche Figur, die ich vor allem in Animationsfilmen noch nicht gesehen hatte, etwas Unterhaltsames an sich hatte, aber als ich dann erfuhr, dass wir einen Action-Spionagethriller drehen würden, dachte ich mir: Oh, ich liebe es, wenn Figuren ein bisschen wild und unberechenbar sind.

Die Herausforderung besteht natürlich, wie Sie sagen, darin, sie zu erden, damit sie eine Hauptfigur sein kann, muss sie sympathisch sein, und man muss ihren Hintergrund verstehen und wissen, wer sie ist und was sie antreibt. Die Zuschauer:innen müssen sich auch wirklich tief in sie hineinversetzen können. Es wurde viel Arbeit in diesen Teil von Mabel gesteckt, damit sie beides sein kann: sowohl eine sehr wilde und chaotische Figur als auch bodenständig.

Die Antwort auf Ihre Frage lautet also, dass es viel Arbeit gekostet hat, diese Dinge auszugleichen und Wege zu finden, Mabel so zu gestalten, dass wir wirklich mit ihr mitfühlen und sie lieben.

Mabel im Film „Hoppers“: Ein animiertes Mädchen mit schwarzen Haaren und grüner Jacke hält schützend ein kleines, pelziges Tier fest. Sie steht in einem Technikraum und blickt erschrocken nach vorne.
Mabel hält einen Roboter-Biber im Arm. Foto: 2025 Disney/Pixar.

Der visuelle Stil des Films erinnert an Anime. Welche japanischen Animationsfilme haben Sie besonders inspiriert?

„Pom Poko“ hatte einen großen Einfluss auf den Film. Der ist von Studio Ghibli. Und ich denke, eines der Dinge, die uns sehr inspiriert haben, war die Idee, dass es zwei Versionen der Tiere gibt, eine, in der sie eher tierisch sind, und eine, in der sie etwas mehr wie Zeichentrickfiguren wirken.

Das hat uns sehr inspiriert, und wir nutzen es, um hoffentlich einen sehr komödiantischen Effekt im Film zu erzielen, um die beiden Welten zu zeigen, in denen man beim Hüpfen eine andere Sicht auf die Tiere hat.

Redaktion: Anna Budde und Oliver Winkler