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"Mafia: Definitive Edition" im Test – Ein beeindruckend aufpolierter Klassiker | PS4, Xbox One, PC

Mit der "Mafia: Definitive Edition" erscheint das Kultspiel im Gegensatz zu "Mafia 2" und "Mafia 3" in einer von Grund auf neu gestalteten Remaster-Version. Ob es sich dabei um ein Angebot handelt, das ihr nicht ausschlagen könnt, verraten wir in unserem Test!

Mafia DE Gunplay
Die Mafia: Definitive Edition zeigt den Spielklassiker komplett aufpoliert. Doch lohnt sich der Trip nach Lost Heaven auch im Jahr 2020? Das verraten wir im Test! Foto: Hangar13 / 2KGames

Fast zwei Jahrzehnte ist es her, als die tschechische Entwicklerfirma Illusion Softworks mit "Mafia" einen echten Spiele-Klassiker auf den Markt brachte: Das lag nicht nur an der damals beeindruckenden Präsentation auf dem PC und später auch auf der PlayStation 2 und Xbox, sondern auch an der mitreißenden Geschichte um Taxifahrer Tommy Angelo, in dessen Rolle ihr natürlich auch in der "Mafia: Definitive Edition" von Entwickler Hangar13 schlüpft.

Eigentlich ist Tommy Angelo ein hart schuftender Taxifahrer im fiktiven Städtchen Lost Heaven in den 1930er Jahren. Doch eines schicksalhaften Abends macht er die Bekanntschaft der beiden Mafiosi Sam und Paulie: Auf der Flucht vor der Polizei rettet er den beiden das Leben und zieht sich die Gunst des Mafia-Oberhaupts Don Salieri zu. Als Tommy irgendwann selbst in Schwierigkeiten kommt, wird er in die Ränge der "ehrenwerten Familie" eingeführt: Zunächst nur als Handlanger, der Schutzgeld eintreibt oder ein paar Widersacher der verfeindeten Mafia-Familie vermöbelt, steigt Tommy schnell in der Gunst des Dons auf bis es zum großen Krieg zwischen den verfeindeten Mafia-Familien kommt. Auch "Mafia: Definitive Edition" erzählt seine mitreißende Geschichte in chronologischen Rückblenden, die auch historische Wendepunkte wie den Zweiten Weltkrieg oder die Auswirkungen der Großen Depression berücksichtigen.

Mafia: Definitive Edition – Lost Heaven war noch nie so schön

Mafia DE Night Drive
"Mafia" wurde von Grund auf neu gestaltet - und das sieht man!       Hangar13 / Take Two Foto: Hangar13 / Take Two

Im Gegensatz zu "Mafia 2" und "Mafia 3", die schon im Mai in der Definitive Edition erschienen sind, aber eher nur marginale Verbesserungen zu den jeweiligen Original-Spielen boten, lässt die neue Version von "Mafia" den Spiele-Klassiker in einem ganz neuen Licht erstrahlen: Das Spiel wurde von Grund auf restauriert und macht, was Texturen, Spielwelt und Charakter-Modelle angeht, einen herausragenden Eindruck. Gerade im aktuellen Hinblick auf aktuell eher enttäuschende bzw. mäßige Remaster wie im Fall von "Crysis", ist es beeindruckend, welch unglaublichen Detailreichtum Entwickler Hangar13 in der "Mafia: Definitive Edition" auffährt. Das beste (und gleichzeitig auch unpassendste) Kompliment, das man den Entwicklern geben kann, ist die Tatsache, dass "Mafia" in der Definitive Edition wie ein absolut zeitgemäßes Open-World-Actionspiel aussieht, obwohl die Kulisse natürlich vor allem die 1930er Jahre grandios abbildet. Lost Heaven und seine BewohnerInnen waren noch nie so schön.

Die von uns getestete PS4-Fassung auf einer PlayStation 4 Pro ist allerdings nicht fehlerfrei: Neben gelegentlichen Framerate-Einbrüchen in einzelnen Missionen, in denen besonders viel auf dem Bildschirm passiert, ist der Detaillevel bei Fahrpassagen bspw. ziemlich stark begrenzt, was sich darin äußert, dass die Umgebungsdetails im direkten Sichtfeld meist relativ unschön aufpoppen und generell etwas wenig Leben auf den Straßen von Lost Heaven herrscht. Obwohl Mafia eine absolute Open-World-Prachtkulisse aufweist, lädt der Schauplatz nicht unbedingt zum Erkunden und Erforschen ein: Denn in der Spielewelt von Mafia gibt es nicht etwa unendlich viele Nebenmissionen oder Fragezeichen á la GTA oder Assassin’s Creed. Das war nicht 2002 so – und ist es auch heute nicht. Stattdessen konzentriert sich das Spiel komplett auf die lineare und stringent erzählte Geschichte von Tommy Angelo und seinem Aufstieg und Fall in der Mafia-Hierarchie.

Eine zeitlose Geschichte von Aufstieg und Fall | Abwechslungsreiche Missionen

Mafia DE Unterhaltung
Absolut zeitlos erzählt: Der Aufstieg und Fall von Tommy Angelo (l.)         Hangar13 / Take Two Foto: Hangar13 / Take Two

Und klar: Wer Mafia-Klassiker wie "Der Pate" oder "Goodfellas" kennt, dem wird die Geschichte von Tommy Angelo seltsam vertraut vorkommen. Und trotzdem ist Mafia auch Anno 2020 ein narratives Spiele-Highlight: Das liegt auch daran, dass Illusion Softworks ihr Mafia-Spielepos fast wie einen interaktiven Film aufziehen, der vor allem cineastisch zu beeindrucken weiß: Zwischensequenzen und die grandiose Präsentation lassen uns einfach tief in die Zeitperiode und in die Motivation der Figuren eintauchen, die uns das Spiel im Verlauf der knapp 15-stündigen Kampagne präsentiert. Wir fiebern und leiden mit Figuren wie Paulie und Sam mit, auch wenn sie im Grunde sehr ambivalente Protagonisten sind. Und das funktioniert auch heutzutage noch hervorragend.

Originalgetreu ist jedoch nicht nur die cineastische Präsentation, sondern die abwechslungsreichen Missionen in der "Mafia"-Einzelspielerkampagne: Während man zu Beginn als Tommy noch relativ gediegen Fahrgäste durch die Gegen kutschiert oder eben Schutzgelder für Don Salieri eintreibt, kommt es im Verlauf der Story zu spektakulären Verfolgungsjagden, spannenden Einbruchsszenarien oder epischen Shoot-Outs mit dem verfeindeten Mafia-Clan. Das hebt das Spiel wohltuend von den Open-World-Grind-Orgien anderer Vertreter ab, in denen man im Grunde immer wieder dasselbe tun muss.

Etwas veraltete Spielmechanik

Mafia Definitive Edition
Bei den Actionszenen merkt man "Mafia" sein Alter doch etwas an!     2K Games Foto: 2K Games

Ein Punkt, an dem das Alter des Originals dann doch noch etwas zum Vorschein kommt, betrifft vor allem die Spielmechanik: Neben der teilweise etwas ungewöhnlichen Standardbelegung der Tasten (auf Dreieck klettert man bspw. auf Leitern oder überwindet Objekte) wirkt vor allem der Nahkampf mit Tommy Angelo extrem betagt und unflüssig: In den meisten Fällen drischt man auf die Kreistaste ein und sieht den sehr hakeligen Kampfanimationen zu, nur um den in passenden Momenten mal kurz auszuweichen. Die Schusssteuerung ist da etwas besser, fühlt sich jedoch auch nicht richtig befriedigend an, was vielleicht auch an der etwas wechselhaften Gegner-KI liegt. Auch ärgerlich, aber dank Checkpoint-Laden nicht ganz so frustrierend: In einer Mission des Spiels, in der wir eine Zielperson verfolgen mussten, sind wir leider zweimal am Stück auf einen "Game-Breaking-Bug" gestoßen, der zumindest beim 3. Versuch aber nicht mehr vorkam.

Immerhin: Die Steuerung der Boliden ist zwar leicht seifig und etwas gewöhnungsbedürftig, doch macht insgesamt richtig viel Spaß. Wer "Mafia" kennt, weiß natürlich schon, dass nicht nur das Fahren in den Missionen selbst oft eine große Rolle spielt, sondern auch eine epische Mission komplett auf spektakuläres Rennen abgestimmt ist. Hier haben die Entwickler von Hangar13 wirklich gute Arbeit geleistet, da sich die unterschiedlichen Fahrzeugtypen auch unterschiedlich handeln mit einer guten Mischung aus arcadig und realistisch.

Mafia: Definitive Edition – Unser Fazit

Ein Angebot, das man nur schwer ablehnen kann: Tatsächlich lässt die "Mafia: Definitive Edition" den Spielklassiker von 2003 in ganz neuem Licht erstrahlen. Erfreulich ist, dass Entwickler Hangar13 das Gameplay, die Atmosphäre und die zeitlosen Missionen mit einer beeindruckenden Präsentation noch einmal auf ein neues Level hievt. Lediglich einige kleinere technische Macken sowie die eingerostete Kampfmechanik fallen negativ ins Gewicht, trüben den Spielspaß aber nur bedingt: Sowohl für Neueinsteiger als auch für Rückkehrer ist der Trip nach Lost Heaven äußerst empfehlenswert.

Getetstet von: David Rams

Mafia: Definitive Edition erscheint am 25. September 2020 für PS4, Xbox One und PC. Hier könnt ihr die PS4-Version bei Amazon.de bestellen. Die "Mafia: Definitive Edition" ist auch Teil der "Mafia"-Trilogie, die ihr hier bei Amazon erwerben könnt. Einen Trailer zum Spiel seht ihr hier:

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