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"Legend of Mana" im Test: Vollkommen Retro - im Guten wie im Schlechten

Ein Klassiker der ersten Playstation endlich auf den modernen Konsolen. Doch wie gut hat sich „Legend of Mana“ gehalten?

Legend of Mana im Test: Vollkommen Retro - im Guten wie im Schlechten
Wie gut ist die neue Version des PS1-Klassikers "Legend of Mana"? Foto: Square Enix

Die „Mana“-Serie begeistert auch nach knapp 30 Jahren eine Menge an JRPG-Fans. Allerdings sind die Spiele meist eher Geheimtipps, sind doch die Konkurrenten wie „Final Fantasy“ viel präsenter im allgemeinen Gaming-Bewusstsein. Doch Square versucht dies zu ändern, indem einige der Reihen-Klassiker neu aufgelegt werden. Nach „Trials of Mana“ folgt nun also „Legend of Mana“.

Eine Sache fällt direkt auf, wenn das Spiel gestartet wird: Am ursprünglichen Stil wurde nur wenig verändert. Und das ist gut so, gilt „Legend of Mana“ doch als eines der hübschesten Spiele der PS1. Während die Spielfiguren sich als pixelige Sprites über den Bildschirm bewegen, sind die Hintergründe handgezeichnet – und diese wurden für das Remake ordentlich aufpoliert. Die Mischung aus klassischer Pixel-Optik und modernen Settings sieht wunderschön aus, egal ob auf der Nintendo Switch oder der Playstation 4/5.

Foto: Square Enix

Ansonsten wurde bei dem Spiel relativ wenig geändert im Vergleich zum Original. Es gibt jetzt eine Schnellspeicherfunktion und man kann alle Musikstücke aus einem Extra-Menü direkt anhören. Das grundlegende Spielprinzip bleibt bestehen: Ihr sammelt Artefakte, die ihr auf einer Weltkarte platziert. Dort entsteht dann ein Ort, den ihr besuchen könnt – meist eine Stadt oder ein Dungeon.

Die Idee an sich ist zwar spaßig, im Grunde genommen die Welt selbst mit zu gestalten. Aber im Endeffekt scheint es egal zu sein, wo ihr die Artefakte platziert, was dem ganzen ein wenig den Reiz nimmt. Außerdem ist es bereits eine Aufgabe an sich, an die Artefakte zu kommen.

Die liegen nämlich nicht einfach irgendwo herum, sondern müssen von euch gefunden werden. Dafür sprecht ihr jede Figur an, nur um mit Glück eine neue Quest auszulösen. Und der große Spaß: Dies muss nicht mal zur Hauptstory gehören. Man kann mehrere Stunden in „Legend of Mana“ stecken, ohne auch nur einen Schritt in der Geschichte voran zu kommen – und bemerkt es nicht mal.

Das ist nämlich das größte Manko an dem Spiel: Nichts wird erklärt. Gerne wird sich darüber lustig gemacht, dass moderne Games die Spieler zu sehr an die Hand nehmen und ihnen all ihre Tricks und Kniffe einfach verraten. Für diejenigen ist „Legend of Mana“ perfekt, denn selbst wenn man sich jede Seite der In-Game-Erklärung durchliest, kommt man nur schwierig dahinter, was als nächstes verlangt wird.

Foto: Square Enix

Da das Spiel inzwischen einige Jahre auf dem Buckel hat findet man online problemlos Guides und Komplettlösungen. Wer kein Problem damit hat, diese während des Spiels wiederholt zu konsultieren, kann „Legend of Mana“ in wenigen Stunden durchspielen. Alle anderen müssen wohl oder übel eine Menge Arbeit reinstecken, um auf den richtigen Weg zu gelangen – und sich manche Quests nicht zu verbauen. Denn wenn ihr in den durchaus spaßig geschriebenen Dialogen falsche Antworten gibt, kann es sein, dass ganze Aufgaben-Stränge euch für immer verwehrt bleiben. So soll sich jeder Spieldurchlauf einzigartig anfühlen, dies kann allerdings auch frustend werden.

Insgesamt ist „Legend of Mana“ ein Fest für Nostalgiker, von dem Artstil über die simplen, aber effektiven Kämpfe bis hin zu heute fragwürdigen Game-Design-Entscheidungen. Das sollte jeder wissen, der das Spiel anfängt – denn wenn man damit nichts anfangen kann, ist es kein Spiel für einen. Wer aber für Retro-Games etwas übrig hat, sollte definitiv mal reinschnuppern.

„Legend of Mana“ ist seit dem 24. Juni 2021 für PS4, PC und Nintendo Switch erhältlich.

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