Was ist eigentlich Auracast?
Du fragst dich, was Auracast eigentlich bedeutet? Wir klären dich schnell und verständlich über die neue Bluetooth-Technologie auf und informieren über alle wichtigen Einsatzzwecke.
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Auracast ist eine neue Audio-Broadcast-Technologie, die ein Signal an viele Geräte gleichzeitig senden kann – ohne klassische Gerät-zu-Gerät-Kopplung.
Die Technologie stammt von der Bluetooth Special Interest Group (kurz Bluetooth SIG) – den Entwicklern des Industriestandards Bluetooth.
Auracast kannst du dir wie eine Art Bluetooth-Radioübertragung vorstellen: Ein Sender (zum Beispiel Smartphone oder Mikrofon) sendet ein Audiosignal (etwa Musik) an viele kompatible Empfänger (beispielsweise Kopfhörer oder Hörgeräte).
Nutzer:innen verbinden sich gleichzeitig und direkt mit einem Stream, was ohne das traditionelle Pairing funktioniert – ähnlich der Auswahl eines WLAN-Netzes.
So funktioniert Auracast
Das Fundament von Auracast ist Bluetooth LE Audio, nicht das klassische Bluetooth wie Bluetooth 5.2 oder andere Versionen. Entsprechend müssen die Geräte kompatibel mit der Technologie sein.
Bluetooth LE Audio allein garantiert allerdings keinen Auracast-Broadcast, sie müssen das neue Feature auch konkret unterstützen (siehe „Diese Geräte beherrschen bereits Auracast“).
Sind deine Geräte kompatibel, ist die Bedienung von Auracast kinderleicht. Und so geht's:
Ein Auracast-Sender startet eine Übertragung und sendet Info-Signale sowie Audioströme.
Geräte in der Nähe finden diese Übertragung, ähnlich wie beim Suchen nach einem WLAN-Netz.
Du wählst die gewünschte Übertragung aus und dein Kopfhörer oder dein Hörgerät spielt den Ton direkt ab.

Richtig cool übrigens: Da es bei Auracast keine individuellen Verbindungen und keinen Rückkanal gibt, sind die Übertragungen sehr energieeffizient.
Heißt: Earbuds oder auch Hörgeräte zum Beispiel halten deutlich länger durch als beim regulären Audio-Stream.

Wie sicher ist Auracast?
Ähnlich wie beim WLAN-Netz ist auch Auracast nicht automatisch öffentlich. So können Übertragungen auch auf bestimmte Personen beschränkt werden (Encrypted Broadcast). Der Schlüssel wird dann etwa via QR-Code, NFC oder PIN weitergegeben. Die öffentliche Übertragung (Open Broadcast) macht zum Beispiel an öffentlichen Orten wie am Flughafen oder im Museum Sinn.
Hier kommt Auracast überall zum Einsatz
Ein Audiosignal an mehrere Quellen – das fasst Auracast kurz und knapp zusammen. Die Möglichkeiten sind entsprechend vielfältig. Hier sind drei Beispiele!
Musik hören mit Auracast

Musik über mehrere Bluetooth-Lautsprecher abspielen ist die naheliegendste Auracast-Aktivität. Vor allem bei Partys in mehrstöckigen Häusern oder gar auf größeren Arealen werden Tanzflächen dank der neuen Technik zuverlässig beschallt.
So stehen dann unterschiedliche Boxen an verschiedenen Orten, die dann von einer einzigen Audioquelle bespeist werden. Praktisch ist dabei, dass Auracast nicht an bestimmte Marken geknüpft ist, sondern im Prinzip mit jedem Lautsprecher funktioniert – egal ob Bose, JBL oder Marshall.
Aber auch ganz privat und im kleinen Kreis schickst du mit Auracast Musik über den Äther. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Einschlafhörspiel an zwei unterschiedliche Kopfhörer, wenn ihr komplett abgeschirmt sein wollt?
Öffentliche Informationen mit Auracast

In der Öffentlichkeit ist es laut genug – da braucht es nicht noch mehr Lärm von Werbedurchsagen in der Mall oder TVs mit Nachrichten am Flughafen. Beides kann mittels Auracast schön auf stumm geschaltet werden, damit die Infos nur zum Kopfhörer rauschen.
Oder Museumsbesucher lauschen den Erläuterungen der Guides ohne komplizierte (und für die Veranstalter teure!) Technik. Earbuds reichen hier völlig – und der Eintritt ist ermäßigt, wenn du deine eigenen mitbringst! Für diese Idee klopfen wir uns gerne selbst auf die Schulter.
Auch verpasst oder überhört man gerne die Durchsagen am Gleis, wenn die Deutsche Bahn mal wieder an vielen Gleisen gleichzeitig Verspätungen durchgibt. Hier bist du mit Auracast-Infos direkt in dein Ohr auf der sicheren Seite. Du siehst: Die Möglichkeiten bleiben vielfältig!
Auracast als Hörhilfe

Vor allem (aber nicht nur) ältere Menschen sind auf ein Hörgerät angewiesen – und viele Modelle wie das Jabra Enhance Pro 30 unterstützen bereits Auracast.
Hörhilfen mit Auracast-Support können Menschen dann gleichzeitig als regulären Kopfhörer nutzen (um etwa ohne Audioverlust fernzusehen und Musik zu hören) oder wie oben beschrieben nahtlos an die akustische Öffentlichkeit angebunden zu sein.
Das ist vor allem komfortabel, denn bei der Hörgerät-Auracast-Verbindung sind weniger Schritte notwendig. Auch Kinos mit Auracast sind zukünftig vorstellbar und Personen mit Hörleiden brauchen ihre Geräte beim Betreten des Kinosaals gar nicht erst absetzen.
Diese Geräte beherrschen bereits Auracast
Folgend findest du eine Liste ausgewählter Auracast-kompatibler Geräte.
Wichtig zu wissen: Damit die neue Technologie funktioniert, müssen sowohl Sender als auch Empfänger offiziell Auracast unterstützen. Viele Produkte erfordern dafür ein Update der Systemsoftware.
Bereits Auracast-fähig sind die meisten Geräte mit Android 13 und 14 sowie aktuelle Chips von Qualcomm. Apple-Nutzer:innen gehen bislang aber leer aus.
Smartphones & Tablets mit Auracast
Google Pixel 8 & 8 Pro und neuere Modelle
Samsung Galaxy S23, S24, S25-Serien sowie Z Fold5-7 & Z Flip5-7 (Auracast über One UI)
Sony Xperia 1 IV und neuer
Sony Xperia 5 IV und neuer
bestimmte Xiaomi-/Poco-Modelle wie die Serien Xiaomi 14 & 15 sowie Poco X6 & F6 Pro
Nicht Auracast-kompatibel sind hingegen ältere Android-Smartphones ohne LE Audio Unterstützung oder ohne Auracast-Softwareintegration (zum Beispiel viele Mittelklasse-Modelle vor 2023).
Tablets mit Auracast
Fernseher mit Auracast
LG OLED 4K TVs (nicht näher definiert; Produktblatt beachten)
LG QNED Evo 4K TVs (nicht näher definiert; Produktblatt beachten)
Samsung Neo QLED 4K TVs (nicht näher definiert; Produktblatt beachten)
Samsung Neo QLED 8K TVs (nicht näher definiert; Produktblatt beachten)
Kopfhörer & Ohrhörer mit Auracast
Samsung GalaxyBuds2 Pro
Sony WF-1000XM5 und neuere Sony Modelle
Bose QuietComfort-Serie
Nothing Ear (2)
Nothing Ear (Stick)
Hörgeräte & Assistive Devices mit Auracast
Starkey Edge AI, Genesis AI
ReSound Nexia, Omnia
Jabra Enhance Pro 30
Beltone (Achieve, Serene, Envision)
Oticon Intent & Signia Pure Charge&Go IX

Praktisch: Der offizielle Auracast-Finder
Du bist nicht sicher, ob dein Gerät Auracast-kompatibel ist? Auf der offiziellen Seite von Bluetooth SIG sind alle derzeit unterstützen Produkte alphabetisch nach Hersteller gelistet. Eine Tabelle gibt dabei unter anderem an, ob es sich beim entsprechenden Gerät um Sender, Quelle oder beides gleichzeitig handelt.
Fazit: Was ich von Auracast halte
Ich bin mir sicher: Auracast wird kein kurzlebiges Gimmick bleiben, sondern sich wie das klassische Bluetooth vom selben Hersteller durchsetzen. Und unterstützen erst einmal alle gängigen Geräte die neue Technologie, wird sie den Markt im positiven Sinne überschwemmen – vor allem, weil du dafür nicht extra draufzahlst.
Wir haben bereits geschildert, wo Auracast überall zum Einsatz kommen kann. Ich persönlich bin zum Beispiel ein Riesenfan von Kopfhörer-Partys. Die werden mit Auracast so viel einfacher, weil sich nicht jede:r einzelne umständlich mit der Quelle synchronisieren muss.
Richtig sinnvolle Einsatzzwecke kann ich mir aber ebenfalls sehr gut vorstellen. Die kompatiblen Samsung Galaxy Buds3 zum Beispiel habe ich so oder so bereits zu Hause und bin gespannt auf meinen ersten Auracast-Einsatz!
Ich würde mich etwa freuen, wenn die Länder breiter mit der Deutsche Bahn kooperieren würden, um Lautsprecherdurchsagen alternativ direkt an Kopfhörer zu senden Vergleichbares wird bereist erprobt. Dann könnte ich beruhigt am Gleis Musik hören ohne Angst, wichtige Infos zu verpassen.









