Zweiter Fluchtversuch: „Die Klapperschlange“ kehrt zurück
Snake Plissken ist wieder in Gewahrsam – zumindest, wenn man StudioCanal glauben darf, denn das Studio hat ein Reboot des John-Carpenter-Klassikers „Escape From New York“ angekündigt.

Gibt es etwas Schöneres als Filme aus der zweiten Reihe? Während insbesondere die 80er und 90er voller Perlen waren, die entweder ein Kult-Following hatten oder unter dem Radar flogen, findet der Film der Mittelklasse heutzutage eher seltener statt. Zumindest bis jetzt, denn es wurde offiziell angekündigt, dass „Escape From New York“, oder auch „Die Klapperschlange“, wie er in Deutschland genannt wird, ein Reboot bekommt. Wir verraten dir, warum die Reboot-Ankündigung in diesem Fall gar nicht mal so schlecht ist …
Die Faszination Klapperschlange: Was hat es mit „Escape From New York“ auf sich?
Wir befinden uns im Jahr 1981. Die erste Ausgabe von „Wetten, dass …?“ flimmert über die heimischen Fernsehgeräte und Tom Cruise gibt sein Debüt mit dem Film „Endlose Liebe“. Und während andere ihre ersten Fußstapfen in Hollywood machen, sind andere bereits auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft. So zum Beispiel Regisseur John Carpenter, der mit „The Fog“ (1981) und „Halloween“ (1978) zwei sehr lukrative Hits abgeliefert hat, die neben dem Erfolg an den Kinokassen auch die Kritiker begeistern konnten.
Diese Erfolgsserie sollte Carpenter mit einem Sci-Fi-Actionfilm fortführen. Star dieses gewagten Filmprojekts war Snake Plissken, der in der fernen Zukunft des Jahres 1997 nach Manhattan geschickt wird, das mittlerweile als Gefängnisinsel fungiert. Das Ziel dieser waghalsigen Mission? Die Rettung des US-Präsidenten, der dort abgestürzt ist und nun vor etlichen Kriminellen gerettet werden muss. Die Belohnung für Plissken? Seine Freiheit.
In die Rolle des wortkargen Antihelden schlüpfte Carpenters langjähriger Wegbegleiter Kurt Russell, der mit dem Film seine Karriere als waschechter Hollywood-Filmstar zementieren konnte. Aufgrund des finanziellen Erfolgs plante man eine Fortsetzung, die aber bis ins Jahr 1996 auf sich warten ließ, da Carpenter Fortsetzungen aufgrund der „Halloween“-Reihe kritisch beäugte. Kombiniert man diese Haltung mit einer Story, die überhaupt nicht zum Grundton des ersten Teils passt, erhält man „Flucht aus L.A.“ – und ein finanzielles Grab, denn nach dem Erscheinen wurde es lange still um Snake Plissken. Bis jetzt …
Im Knast versackt: Wo war Snake Plissken?
Snake Plissken war dort, was man in Hollywood als „Produktionshölle“ bezeichnet. Über die Jahre wurden etliche Versuche unternommen, die Marke rund um den ikonischen Filmcharakter wiederzubeleben. Zuerst wollte man es 2007 mit Gerard Butler in der Rolle des Plissken versuchen. 2017 sollte Robert Rodriguez verpflichtet werden, um einen neuen Film aus der Grundidee zu entwickeln. Man fragte sogar Russells Sohn Wyatt Russell, ebenfalls Schauspieler, ob er Interesse hätte, die Rolle zu übernehmen – doch dieser bezeichnete die Chance als „Karrieresuizid“. Eine späte Fortsetzung mit Kurt Russell selbst konnte man ebenfalls ausschließen, da diese trotz Zeitsprungs nicht mehr glaubwürdig in der Zukunft hätte spielen können.
Nun, über 30 Jahre nach dem Erscheinen von „Flucht aus L.A.“, scheint es aber endlich konkrete Ideen bezüglich der Klapperschlange zu geben. Statt einer Fortsetzung setzt man alles auf ein Reboot.
„Die Klapperschlange“: Was hat es mit dem Reboot auf sich?
Im Rahmen der diesjährigen CinemaCon, einer Presse- und Branchenshow der großen Filmstudios, hatte StudioCanal etliche Ankündigungen auf der Liste. Neben der Bestätigung, dass man einen vierten „Paddington“-Film erwarten kann, wurde auch bekannt gegeben, dass ein beliebter Film aus dem Jahr 1981 ein Remake bekommt: „The Howling“ von Joe Dante … und natürlich „Die Klapperschlange“.
Konkreter wurde man aber nicht. Abgesehen vom spekulierten Erscheinungsjahr 2028 und der Bestätigung, dass der Film nun produziert wird, hielt man sich ansonsten sehr bedeckt. Das bedeutet, dass bis dato weder Schauspieler noch Kreativschaffende bekanntgegeben wurden, die an dem Projekt mitwirken. Auch die Frage, ob der Film die Idee der „fernen“ Zukunft von 1997 beibehalten will oder auf ein Szenario in den 2030ern oder 40ern setzt, wurde nicht beantwortet.
So oder so ist es schön, dass nicht nur bekannte Filmreihen oder Klassiker ein Reboot erhalten, sondern auch Perlen aus der zweiten Reihe eine zweite Chance bekommen. Wenn man den Film mit einem realistischen Budget produziert und nicht davon ausgeht, dass ein Werk, das seinerzeit rund 50 Millionen US-Dollar eingespielt hat, heute plötzlich 500 Millionen einspielen muss, dann kann man hoffen, dass Snake Plisskens Ausflug in die Neuzeit von Erfolg geprägt sein wird. Doch bis dahin heißt es abwarten – hoffentlich nicht wieder 30 Jahre.









