„Bitte werfen Sie eine Münze ein!“: Die genialste deutsche Mediensatire läuft heute im Free-TV
Auch 2025 wird im deutschen Fernsehen noch munter geschunkelt und gegen den Takt geklatscht. Hape Kerkeling hat das bereits 1993 durch den Kakao gezogen.

Manche Filme bleiben durch ein markantes Zitat in Erinnerung, doch „Kein Pardon“ schafft es erstaunlicherweise, fast mit jedem Satz einen neuen Spruch für die Ewigkeit zu bieten. Das liegt einerseits sicher am Ruhrpott-Akzent der Figuren, durch den sich jede Betonung fest im Hirn verankert, aber natürlich auch am genialen Drehbuch von Hape Kerkeling, Angelo Colagrossi und Achim Hagemann.
Ob nun „Nur einmal war ich krank!“, „Käffchen?“ oder „Ich singe ‚Highway to Hell‘ von C&A“ – wer „Kein Pardon“ einmal gesehen hat, wird ihn nie wieder vergessen.
„Wäscher mit Ä, Mama!“
Mediensatiren sind gerade in den USA nicht selten, doch in Deutschland steht Kerkelings „Kein Pardon“ weiterhin weitestgehend allein da. Dieser bissige Blick hinter die Kulissen ist natürlich auch für sich genommen äußerst komisch, doch durch Kerkelings TV-Erfahrung wirkt „Kein Pardon“ gleichermaßen überhöht und real – eine faszinierende Reise in eine Zeit, in der Familien sich noch für große Samstagabendshows vor dem Fernseher versammelten und über die damals schon angestaubten Witze des Moderators lachten – der selbst oft überhaupt keinen Spaß verstand.
Hape Kerkeling, der in „Kein Pardon“ nicht nur die Regie und Teile des Drehbuchs, sondern auch die Hauptrolle übernahm, spielt Peter Schlönzke, der auf einen Auftritt in der Show „Witzischkeit kennt keine Grenzen“ hofft. Doch alles kommt anders, und Peter landet durch eine Verkettung irrwitziger Umstände tatsächlich live im Fernsehen – womit seine Probleme erst so richtig anfangen.
„Die Omma ist nachts ganz alleine mit’m Bollerwagen losgezogen …“
Viel mehr noch als von seiner Handlung lebt „Kein Pardon“ aber von seinen Figuren. Elisabeth Volkmann als Peters Mutter, Margret Homeyer und Dirk Dautzenberg als seine Großeltern und Heinz Schenk als TV-Ekel Heinz Wäscher sind einerseits so herrlich unterhaltsam und andererseits erstaunlich echt, dass man sich in dieser Filmwelt sofort zu Hause fühlt.
Das Interesse an „Kein Pardon“ kennt, genau wie die Witzischkeit, keine Grenzen und deshalb gibt es mittlerweile nicht nur ein gleichnamiges Musical, in dem einst Dirk Bach die Rolle von Heinz Schenk übernahm, sondern auch den Podcast „Minutenweise ‚Kein Pardon‘“, der in 97 Folgen den Film ganz genau unter die Lupe nimmt – in jeder Folge wird nur eine Minute des Films besprochen.








