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Wer glücklich sein will, sollte diesen Film meiden: Kritik zu „Horst Schlämmer sucht das Glück“

Fast 17 Jahre nach seinem Kino-Debüt will Horst Schlämmer den Menschen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern vergeblich.

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Video: LEONINE Studios

Keine Frage: Hape Kerkeling kann sehr lustig sein. Sein Kinofilm-Debüt „Kein Pardon“ aus dem Jahr 1993 quillt nur so über vor lauter cleverer Ideen, skurriler Charaktere und kultiger Zitate. Auch im Fernsehen konnte sich Kerkeling zurecht einen Ruf als einer der begabtesten deutschen Entertainer aufbauen und überzeugte dabei vor allem mit Schlagfertigkeit und Improvisationstalent.

Doch von all dem ist in „Horst Schlämmer sucht das Glück“ nichts mehr zu spüren. Eine Figur, die in ihren besten Momenten Passanten oder Politiker aus der Fassung gebracht hat, bietet sich einfach nicht für einen komplett gescripteten Film an. Wenn Horst Schlämmer auf seiner Suche nach dem Glück auf Menschen trifft, sind diese überwiegend mies gelaunt oder einfach von Horst genervt – eine Reaktion, die sich in der Realität recht selten ergab.

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Horst Schlämmer hebt den Daumen vor einem Krabbenkutter.
Horst Schlämmer wird von seiner Kamerafrau immer wieder auf sein Fehlverhalten hingewiesen. Foto: © Leonine Studios / Sandra Hoever

Horst Schlämmers Roadtrip durch Deutschland kommt in Form einer recht lieblosen Mockumentary daher, dabei sind die Inszenierung und die ganze Geschichte vor allem eines: altbacken. Immer wieder betont Horst Schlämmer, dass er hier einen Kinofilm dreht, der die Menschen in Deutschland erreichen und zum Glück führen soll, doch in der ZDF-Primetime wäre er deutlich besser aufgehoben gewesen.

Die Witze sind bekannt und vorhersehbar. Lach-Yoga? Ha, albern! Auf Sylt feiern nur reiche Schnösel ihre Bonzen-Partys, das Landleben ist langweilig, die Großstädte voller Kriminalität. Die Stationen und Nebenfiguren werden höhepunktslos abgearbeitet, bis der Film dann ohne gelungene Auflösung zu dem Schluss kommt, dass höchstens dieser Film allein das Glück nach Deutschland zurückbringen kann.

Eine unfreiwillig düstere Prognose, denn der Abspann des Films bringt höchstens Erleichterung, aber Glück empfindet man in diesen 93 Minuten wirklich selten.

Witzischkeit kennt eben doch Grenzen

Zwar kann man Kerkeling sein komödiantisches Talent nicht absprechen und so kommt in einzelnen Fällen doch zu einem gelungenen Spruch, aber die meiste Zeit fehlt es einfach an Kreativität. Ob irgendjemand zumindest beim Dreh selbst Spaß hatte, lässt sich schwer einschätzen.

Höchstens die Ausschnitte aus der langen Fernsehkarriere von Horsts Lieblingsschauspielerin Gabi Wampel (Tahnee Schaffarczyk) bringen ein wenig Abwechslung ins Geschehen, da es sich bei ihnen um sehr zahme Parodien auf bekannte ZDF-Formate handelt. Bezeichnend, dass es gerade diese absichtlich antiquierten Szenen sind, die ein wenig Leben und Abwechslung in das sonst so dröge Geschehen bringen.