Filmkritik

Warum „The Housemaid – Wenn sie wüsste“ ein feministisches Ausrufezeichen setzt | Kritik

Ab dem 15. Januar läuft „The Housemaid“ auch bei uns in den Kinos. Doch wie gelungen ist die Adaption von Freida McFaddens Thriller wirklich?

Eine Frau mit langen blonden Haaren sitzt lächelnd auf einem Sofa und hält eine Tasse in beiden Händen. Im Hintergrund sind große Fenster mit Vorhängen zu sehen.
Amanda Seyfried als Nina Winchester in „The Housemaid – Wenn sie wüsste“. Foto: Lionsgate

„The Housemaid – Wenn sie wüsste“ startet am 15. Januar 2026 nun endlich auch in den deutschen Kinos. Der auf dem ersten Bestseller-Band von Freida McFaddens Thriller-Trilogie basierende Film wurde vor allem unter Buchfans sehnlichst erwartet. In den USA löste der Film bereits einen Hype aus. Und so ist es auch kein Wunder, dass bereits Teil 2 von „The Housemaid – Sie kann dich hören“ bestätigt wurde. Doch ist die Buchadaption mit den Hollywoodstars Amanda Seyfried, Sydney Sweeney und Brendon Sklenar den Hype wirklich wert?

Darum geht es im Kinofilm „The Housemaid – Wenn sie wüsste“

Millie (Sydney Sweeney) ist jung, pleite, obdachlos – und als sie völlig überraschend den Job als Hausmädchen bei der wohlhabenden Familie Winchester ergattert, scheint das endlich der Lichtblick zu sein, den sie so dringend braucht. Klar, die Rahmenbedingungen sind schon etwas schräg: Ihre Kammer auf dem Dachboden ist winzig, das Fenster lässt sich nicht mal öffnen und abgeschlossen wird von außen auch noch. Aber hey – besser als im Auto zu schlafen.

Millie gibt ihr Bestes, um Nina Winchester (Amanda Seyfried), dieser perfekten und gleichzeitig absolut anstrengenden Vorzeigefrau, und deren Tochter Cece, die man wohlwollend als „herausfordernd“ bezeichnen kann, irgendwie gerecht zu werden. Was sich als ziemlich unmöglich herausstellt: Nina ist nicht nur launisch, sondern spielt regelrechte Psychospielchen mit dem neuen Hausmädchen. Die Stimmung kippt spürbar und schnell wird klar, dass dieses Haus mehr Schrecken in sich trägt als nur eine seltsame Dachkammer.

Und dann ist da noch Andrew (Brendon Sklenar), Ninas Ehemann. Attraktiv, verständnisvoll – im Gegensatz zu seiner Frau. Zwischen Millie und ihm knistert es, sehr zum Unmut der Hausherrin. Doch hinter der scheinbaren Idylle verbirgt sich ein Netz aus Lügen, Machtmissbrauch und düsteren Familiengeheimnissen. Millie merkt: In diesem Haus kämpft nicht nur sie ums Überleben.

Schaue dir hier den Trailer zum Film an:

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Video: LEONINE Studios

Trotz Unterschiede bleibt der Thriller Freida McFaddens Buchvorlage treu

Achtung: Ab hier enthält der Artikel Spoiler zum Film „The Housemaid“.

Wer das Buch kennt, kann sich auf einige Veränderungen einstellen. Manche wirken im ersten Moment etwas wahllos – zum Beispiel ist es am Ende nicht der Vater, sondern Cassies Schwester, die eine entscheidende Rolle spielt. Andererseits tut die weibliche Perspektive dem Stoff erstaunlich gut. Generell ist die Handschrift von Freida McFadden auch im Film ständig zu spüren, was vermutlich daran liegt, dass sie und die Hauptdarstellerinnen Amanda Seyfried und Sydney Sweeney als ausführende Produzentinnen am Film beteiligt waren. Dadurch bleibt die Essenz der Buchvorlage erhalten, selbst, wenn manche Szenen noch dramatischer und filmischer inszeniert wurden – sprich: Es wird auf eindrücklichere visuelle Bilder gesetzt als in der Romanvorlage.

Dass hier am Ende der große Showdown nicht mehr im Kämmerchen stattfindet, ist einer dieser Hollywood-Griffe, die für mehr Action sorgen, aber auch nachvollziehbar sind, weil sie das Tempo bis zum Finale richtig anziehen. Denn so wissen selbst Leser:innen des Buchs nicht mehr, wie es ausgeht.

Zwei junge Frauen stehen nebeneinander. Die linke Person mit langen blonden Haaren trägt einen hellen Pullover und lächelt. Die rechte Person mit braunen Haaren und gestreiftem Shirt trägt orange Kopfhörer um den Hals und blickt aufmerksam nach vorn. Im Hintergrund ist eine moderne, gemütliche Wohnungseinrichtung zu sehen.
Amanda Seyfried als Nina und Sydney Sweeney als Millie. Foto: Lionsgate

„The Housemaid – Wenn sie wüsste“ bedient den Female Gaze

„The Housemaid“ liefert grandiose „Women supporting Women“-Vibes. Auch wenn man damit auf den ersten Blick absolut nicht rechnet.

Ninas Tochter Cece ist später das Gewissen und die, die am Ende Millie retten will. Aber braucht Millie überhaupt jemanden, der sie rettet? Und Nina bleibt eine Figur zwischen Opfer und Täterin, aber ihre Komplexität überzeugt. Es geht klar um weibliche Selbstermächtigung und Solidarität. Die wenigen männlichen Nebenrollen sind, Hand aufs Herz, mehr dekoratives Beiwerk als Charisma-Bomben – aber das ist hier genau richtig so.

Und der Soundtrack? Passt perfekt! Von Lana Del Reys „Cinnamon Girl“, die das Gefühl von Gefahr und Glamour perfekt einfängt, bis zu Taylor Swifts „I Did Something Bad“ im Abspann, der fast schon wie ein feministisches Ausrufezeichen wirkt. Wer hier noch sagt, der Film hätte die Message des Buchs nicht verstanden, hat vielleicht einfach nur nicht richtig hingesehen.

„The Housemaid – Wenn sie wüsste“: Ab ins Kino!

„The Housemaid“ ist spannender, düsterer Genre-Thrill mit feministischer Botschaft, der beweist, dass Frauen nicht gegeneinander ausgespielt werden müssen – sondern zusammen ganz neue Dynamiken schaffen. Hochglanz, Hochspannung und ein Soundtrack, der jede Szene mit Energie auflädt und zum Schluss nochmal unterstreicht: Frauen sind in diesem Spiel keine Randfiguren, sie machen die Regeln. Und das fühlt sich verdammt gut an.