„Ich kämpfe hier um meine Existenz“

Verona Pooth: Vergleichsangebot vor Gericht – kämpft sie jetzt weiter um ihr Geld?

Nach dem Einbruch an Heiligabend 2021 kämpft Verona Pooth weiter um Geld: Vor Gericht geht es jetzt um die Frage, wer für den offenen Schaden haftet.

Franjo Pooth und Verona Pooth bei der Bertelsmann-Party am 11.09.2025 in Berlin.
Für Verona Pooth ist Schmuck eine Altersvorsorge. Foto: IMAGO / APress

Für Verona Pooth ist der Schock bis heute nicht verarbeitet: An Heiligabend 2021 wurde bei ihr eingebrochen, der Schmuck wurde vollständig gestohlen – und ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Zwar wurde ein Teil des Schadens bereits ersetzt, doch ein großer Betrag ist weiterhin offen.

Gegenüber BILD sagt Pooth: Mein Schmuck war über eine Million Euro wert. Ein Teil des Schadens wurde zwar reguliert, ein erheblicher Betrag ist jedoch weiterhin offen.“ Deshalb zieht sie am heutigen Montag vor das Landgericht Düsseldorf.

Streit mit dem früheren Versicherungsmakler

Im Zentrum des Rechtsstreits steht nicht nur der Einbruch selbst, sondern auch die Frage, ob Pooth korrekt versichert war. Vor Gericht trifft sie auf ihren früheren Versicherungsmakler Dietmar B., der sie laut Bericht über mehr als zehn Jahre betreut haben soll.

Pooth zeigt sich enttäuscht und belastet: „Ich bin am Boden zerstört und kann es kaum fassen, dass mein Versicherungsmakler sich in dieser schwierigen Situation gegen mich stellt und jegliche Verantwortung von sich weist. Obwohl die Darstellung der Ereignisse aus meiner Sicht erheblich voneinander abweicht. Dadurch droht mir ein erheblicher finanzieller Schaden, was mich zutiefst belastet.“

Ihre Sicht: Sie sei falsch beraten und dadurch unterversichert gewesen. „Deswegen wurde mir von der Versicherung nur ein Teil des Wertes meiner Verlustsumme erstattet.“ Der Makler bestreitet die Vorwürfe – deshalb müsse der Fall nun gerichtlich geklärt werden.

„Das war mein Lebenswerk“

Für Verona Pooth geht es nach eigenen Angaben nicht um Statussymbole, sondern um finanzielle Sicherheit. Sie erklärt: „Mir geht es gerade nicht gut. Ich habe über fünfundzwanzig Jahre mein ganzes Geld in Schmuck investiert. Das war mein Lebenswerk. Andere kaufen Aktien oder Immobilien. Ich habe gezielt hochwertigen Schmuck gekauft. Diamanten, Gold und Markenstücke von Rüschenbeck, Cartier und Rolex. Schmuck verliert nicht an Wert.“

Besonders wichtig sei ihr, dass sie dieses Vermögen selbst aufgebaut habe: Sie stamme nicht aus einer wohlhabenden Familie und habe nichts geerbt. Der Schmuck sei für sie eine Form der Altersvorsorge gewesen. „Für mich geht es nicht um Luxus, sondern um meine Absicherung.“

Zusätzlich belastet sie, dass ihr Vertrag bei der Helvetia Versicherung nach vielen Jahren gekündigt worden sei. „Ich habe meine Beiträge immer bezahlt, und die waren hoch. Trotzdem heißt es heute, ich sei unterversichert gewesen.“

Worum es vor Gericht konkret geht

Die Helvetia habe einen Teil der Summe reguliert, der restliche Schaden werde jedoch wegen festgestellter Unterversicherung nicht erstattet. Pooth sagt: „Ich kämpfe hier um meine Existenz und hoffe auf Gerechtigkeit.“

Entscheidend ist nun, ob das Gericht zu dem Schluss kommt, dass eine Falschberatung zur Unterversicherung geführt hat. In diesem Fall könnte die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung des Maklers für den offenen Betrag aufkommen.

Pooth betont: „Ich habe nichts falsch gemacht. Ich kann jedes Schmuckstück belegen. Mit Quittungen, Zertifikaten und datierten Fotos. Ich sehe mich in dieser Situation tatsächlich als Opfer, wie ich mich sonst nie sehe. Der Prozess am Montag belastet mich wirklich schwer, aber ich werde für mein Recht kämpfen.“

Kommt es zu einer Einigung?

Beim Verhandlungstermin am Montag im Landgericht Düsseldorf zeichnete sich zunächst kein klares Urteil ab. Nach rund zwei Stunden schlug die zuständige Richterin Antonia Roters eine außergerichtliche Einigung vor. „Die Kammer regt eine gütliche Einigung an – auch im Hinblick darauf, dass es gewisse Risiken für die Klägerin gibt“, erklärte sie im Saal. Denn möglicherweise liege die Beweislast bei Pooth. Als Vergleichssumme brachte das Gericht „ein Drittel der geforderten Summe“ ins Spiel. Nach BILD-Informationen würde das – inklusive möglicher Zusatzleistungen – rund 295.000 Euro zusätzlich zu den bereits gezahlten 650.000 Euro bedeuten.

Verona Pooth zeigte sich nach dem Termin zwiegespalten. „Natürlich bin ich nicht begeistert. Das tut weh, vor allem, weil ich nichts falsch gemacht habe. Aber ich möchte das jetzt auch irgendwie mal abschließen, deshalb werde ich mich mit der Gegenseite über eine Einigung unterhalten. Ich hoffe, dass sie noch etwas höher ausfällt als der Vorschlag. Aber ich habe die Richterin auch als fair empfunden.“

Zu einem direkten Aufeinandertreffen mit ihrem früheren Makler Dietmar B. kam es nicht: Während Pooth persönlich erschien, ließ er sich von seinen Anwälten vertreten. Seine Seite weist die Vorwürfe weiterhin zurück. Seine Anwältin erklärte vor Gericht: „Es können nur Sachen versichert werden, die gemeldet wurden. Außerdem bestehen auch keine Versicherungsmöglichkeiten bis ins Unendliche.“

Ob es tatsächlich zu einer Einigung kommt oder der Prozess fortgesetzt wird, ist derzeit offen. In ihren Stories auf Instagram erklärte Pooth noch einmal, dass sie die weiteren Schritte mit ihren Anwälten klären wird, ihre Gedanken aktuell aber vor allem bei ihrem Sohn Rocco liegen, der sich in Dubai befindet.

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