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Weniger Qualität trotz Preiserhöhung? Das sagt Disney+

Trotz Preiserhöhungen reduziert Disney+ die Leistung seines Premium-Abos weiter – nun sogar ohne HDR.

Promomotiv zu „Paradise“ Staffel 2.
Paradiesisch ist anders: „Paradise“ und zahlreiche andere Filme und Serien gibt es nur noch in schlechterer Qualität. Foto: TMDB

Update vom 27. Februar 2026: Disney hat sich zu den Veränderungen jetzt gegenüber „TV Movie“ geäußert. „Der HDR10 Support wurde auf Disney+ wiederhergestellt. Aufgrund eines Gerichtsverfahrens vor einem deutschen Patentgericht waren wir gezwungen, Änderungen an der Verfügbarkeit einiger Premium-Videoformate vorzunehmen. Wir bedauern sehr, dass dies notwendig war, und teilen die Frustration unserer Kundinnen und Kunden. Wir haben so schnell wie möglich an Lösungen gearbeitet, um den Zuschauerinnen und Zuschauern das bestmögliche Erlebnis entsprechend ihrer Endgeräte und ihrem Abonnement zu bieten“, so eine Sprecherin.

Disney+ hat im Premium-Abo (15,99 Euro/Monat oder 159 Euro/Jahr) erneut zugeschlagen: Nach dem Wegfall von Dolby Vision seit Ende 2025 ist nun auch das Standard-HDR-Format HDR10 verschwunden. Das Abo unterscheidet sich vom Standardtarif nur noch durch 4K-Auflösung (statt HD) und wenige IMAX Enhanced-Inhalte mit erweitertem Seitenverhältnis (1,90:1).

Die Hilfe-Website von Disney+ wurde entsprechend angepasst, doch auf der Abo- und Preisseite taucht HDR irreführend weiterhin als Feature auf. Ob eine reine 4K-Ausstrahlung ohne HDR wirklich die Bezeichnung „Premium“ verdient, ist umstritten.

Disney+ reagiert weder mit Preissenkungen noch Rückerstattungen auf die Qualitätsverluste. Besonders betroffen sind Bestandskunden mit Jahresabos, die vorab zahlten, als Dolby Vision und HDR noch vorhanden waren. Dabei kommt auch die Frage auf, ob hier ein Vertragsbruch vorliegt.

Patentstreit als Ursache: Gericht zwingt Disney

Disney schweigt zu den Gründen, doch alles deutet auf einen Patentrechtsstreit mit InterDigital hin. Das Landgericht München erließ im November 2025 eine einstweilige Verfügung: Disney+ verletzt Patente bei dynamischem HDR-Streaming. Ähnliche Urteile fielen in Brasilien und laufen in den USA.

Disney bezeichnete den Dolby-Vision-Ausfall Anfang Februar als „technische Herausforderung“, ohne dabei auf InterDigital einzugehen. Die Änderungen gelten mittlerweile in mehreren EU-Ländern. Auch 3D-Inhalte (z. B. für Apple Vision Pro) sind weg.

Bestandskunden, die bisher von der Preiserhöhung verschont geblieben sind und sich aktuell zwischen höheren Kosten oder einer Kündigung entscheiden müssen, werden durch den erneuten heimlichen Qualitätsverlust nicht gerade zum Bleiben ermuntert.

Quellen