„Tell Me Softly“: 4 Gründe, warum der Film stark kontrovers ist!
Nach „Culpa“ und „Maxton Hall“ mischt nun „Tell Me Softly“ Prime Video auf. Warum der Film eigentlich höchst kontrovers ist, erklären wir euch unten im Artikel!

Der Film „Tell Me Softly“, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Mercedes Ron, sorgt seit seinem Erscheinen für hitzige Diskussionen. Während einige ihn als leidenschaftliches Romantikdrama feiern, werfen andere ihm vor, hochproblematische Botschaften zu transportieren. Vor allem im Umgang mit Beziehungen, Trauma und Machtverhältnissen stößt der Film vielen Zuschauer:innen sauer auf.
Hier sind vier zentrale Gründe, warum wir „Tell Me Softly“ als äußerst kontrovers wahrnehmen.
Der Film bedient unpassende Steoreotypen
Der Film bedient sich altbekannter Romance-Klischees: Der „heiße Bad-Boy-Bruder“ Thiago behandelt Kamila respektlos, ist manipulativ und emotional distanziert – und dennoch ist er derjenige, den Kamila (und auch viele Zuschauer:innen) begehrt. Im direkten Kontrast steht Taylor, der „liebe“, emotional verfügbare Bruder, der respektvoll mit ihr umgeht, aber dadurch deutlich „uninteressanter“ ist.
Diese Gegenüberstellung vermittelt eine problematische Botschaft: Toxisches Verhalten wird als aufregend und begehrenswert dargestellt, während Respekt und Empathie langweilig wirken. Damit reproduziert der Film ein Narrativ, das besonders für ein junges Publikum gefährlich sein kann.
Andeutung eines sexuellen Übergriffes – der dann nie wieder Thema wird
Ein besonders kritischer Punkt ist die Handlung rund um Jules, den Halbbruder von Kamilas Klassenkameradin Cata. Von Beginn an ist klar, dass Kamila kein echtes Interesse an ihm hat. Dennoch drängt er sich ihr auf, bis sie – emotional verletzt und frustriert wegen der Brüder – zustimmt, Zeit mit ihm in seinem Zimmer zu verbringen.
Jules gibt ihr ein Bier, weil er „nichts anderes da hat“. Kamila nimmt es an, obwohl sie verletzlich ist. Am nächsten Morgen wacht sie mit einem Kater und allein in ihrem eigenen Zimmer auf, ohne Erinnerung daran, wie sie nach Hause gekommen ist. Es wird stark angedeutet, dass etwas passiert sein könnte – doch der Film geht diesem Moment nie weiter nach.
Auffällig ist jedoch: Ab diesem Punkt bricht Kamila jede intime Szene ab. Ihr Körper scheint eine Grenze zu ziehen, die der Film nicht benennt. Statt sensibel auf mögliche sexuelle Gewalt einzugehen, lässt „Tell Me Softly“ dieses Thema unbehandelt im Raum stehen – ein Schweigen, das viele Zuschauer:innen als äußerst problematisch empfinden.
Kamila hat keine echten Freunde
Kamilas Freund:innen stehen zu keinem Zeitpunkt wirklich hinter ihr. Im Gegenteil: Gegen Ende wirken sie eher wie Gegner:innen als wie Verbündete – besonders Cata. Viele aus ihrem Umfeld scheinen Kamila hauptsächlich wegen ihrer Follower und ihres Status zu benutzen.
Dadurch fehlt Kamila ein echtes emotionales Sicherheitsnetz. Diese Isolation führt dazu, dass sie sich immer stärker an die Brüder bindet und von ihnen abhängig wird. Der Film kritisiert dieses Ungleichgewicht jedoch kaum, sondern nutzt es vielmehr als dramaturgisches Mittel – ohne die Konsequenzen ernsthaft zu reflektieren.
Wirklich JEDER ist toxisch
Ein weiterer Kritikpunkt: Fast alle Männer im Film zeigen übergriffiges oder toxisches Verhalten. Bereits in den ersten Szenen versucht Kamilas Ex-Freund Dani, sich ihr aufzudrängen, und ignoriert mehrfach ihr klares „Nein“. Als Taylor eingreift, reagiert Dani nicht mit Einsicht, sondern beschuldigt Kamila sofort des Betrugs und wirft ihr beleidigende, diskreditierende Vorwürfe an den Kopf.
Dieses Muster zieht sich durch den gesamten Film. Statt differenzierte, reflektierte männliche Figuren zu zeigen, reiht „Tell Me Softly“ ein toxisches Verhalten ans Nächste.








