Sport1 mit unangenehmen Vorwürfen konfrontiert
Mehrere Teilnehmerinnen von „My Style Rocks“ werfen Sport1 und der Produktionsfirma ausstehende Zahlungen vor. Der Sender kündigt eine interne Prüfung an.

Die Unterhaltungsoffensive von Sport1 brachte in den vergangenen Jahren Formate hervor, die man beim Sportsender nicht unbedingt erwartet hätte. Nach dem Einstieg des türkischen Medienunternehmens Acunmedya entstanden unter anderem Shows wie „Power of Love“, eine Neuauflage von „MasterChef“ sowie „Exatlon“ und „Darts Party“. Nachhaltige Quoten-Erfolge blieben jedoch aus.
Ein Format stach dabei besonders heraus: die Fashionshow „My Style Rocks“, die im Herbst 2024 startete. In der Sendung präsentieren Kandidatinnen selbst zusammengestellte Outfits zu wechselnden Mottos, bewertet von Jury und Mitstreiterinnen.
Zeitweise gehörten unter anderem Harald Glööckler, Larissa Marolt und Natascha Ochsenknecht zur Jury. Moderiert wurde die Show zunächst von Gülcan Kamps, später von Verena Kerth, bevor schließlich Wilma Elles übernahm.
Vorwürfe aus den sozialen Medien
Für Schlagzeilen sorgte das Format bislang vor allem durch Auftritte von Harald Glööckler. Nun sieht sich Sport1 jedoch mit anderen Schlagzeilen konfrontiert.
Auslöser war ein Instagram-Clip der Sendung, in dem Reality-TV-Teilnehmerin Walentina Doronina zu sehen war. Unter dem Video kommentierte sie öffentlich: „Bevor Videos von mir postet, begleicht doch erst mal die offene Rechnung von mir?“ (sic!).
In einer anschließenden Instagram-Story führte Doronina ihre Vorwürfe weiter aus. „Allerdings: Wenn man so mit mir und anderen Kandidatinnen umgeht und wirklich Kandidaten inklusive mir nicht ausbezahlt, ist das wirklich heftig. Wir waren Kandidaten in einer Show und haben dafür gearbeitet. Und dafür wurden wir teilweise nur teilsentlohnt und das geht gar nicht.“ Auf E-Mails sei nicht reagiert worden.
Doronina deutete zudem an, dass weitere Teilnehmerinnen betroffen seien. Tatsächlich meldeten sich unter dem Beitrag mehrere Frauen zu Wort. Kyoko Li (model.lily.lee) erklärte, sie warte noch auf ihr Gewinngeld in Höhe von 3.000 Euro. Mariama Bah schrieb, ihr würden noch 8.500 Euro fehlen. Weitere Frauen beklagten ebenfalls ausstehende Gagen. Teilweise gehe es auch um nicht erstattetes Shoppinggeld, Spritkosten oder Übergepäck. Eine Teilnehmerin sprach von „mehreren Rechnungen mit Mahnung“, auf die es keine Rückmeldung gegeben habe.
Die entsprechenden Kommentare sind inzwischen nicht mehr unter dem Clip zu finden.
Sport1 kündigt interne Prüfung an
Auf Anfrage von DWDL erklärte eine Sprecherin von Sport1, man habe von den Vorwürfen erstmals am vergangenen Freitag erfahren. „Bis zu diesem Zeitpunkt sind wir davon ausgegangen, dass alle vertraglichen Verpflichtungen ordnungsgemäß erfüllt wurden.“
Die Vorwürfe nehme man „sehr ernst“. Weiter heißt es: „Derzeit treten wir direkt mit den betroffenen Personen in Kontakt, um offene Fragen zu klären. Parallel dazu haben wir eine interne Prüfung eingeleitet, um den Sachverhalt sorgfältig und transparent zu bewerten.“
Zudem betont der Sender: „Unser klares Bekenntnis ist es, sicherzustellen, dass alle vertraglich vereinbarten Leistungen ordnungsgemäß, transparent und im Einklang mit den jeweiligen Vereinbarungen vergütet werden. Sollten im Rahmen der Prüfung berechtigte Ansprüche festgestellt werden, werden diese selbstverständlich entsprechend ausgeglichen.“
Nach aktuellem Stand gebe es keine Hinweise auf systematische Versäumnisse. Allerdings dürfte die Prüfung einige Zeit in Anspruch nehmen. In diesem Zusammenhang ist auch die Buchhaltung von Acunmedya in der Türkei eingebunden. Üblicherweise schließen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Verträge mit der Produktionsfirma und nicht direkt mit dem Sender.
Sport1 ergänzt: „Sollte die interne Prüfung einzelne administrative Fehler oder prozessuale Unstimmigkeiten aufzeigen, werden wir diese unverzüglich klären und beheben.“
Unklare Zukunft der Show
Während die Prüfung läuft, bleibt auch die Zukunft von „My Style Rocks“ unklar. Nach dem vorläufigen Ende der bisherigen Staffel war zunächst von einer Sommerpause die Rede, später von einem möglichen Neustart im Dezember.
Anschließend sprach Sport1 von „zeitlichen Verschiebungen im Zuge der Produktionsvorbereitungen“. Im November stellte man neue Ausgaben für das erste Halbjahr 2026 in Aussicht, zuletzt war von einem Start „bis März“ die Rede.
Aktuell befinde man sich weiterhin in der Planungsphase, so der Sender. Ein konkreter Termin steht nicht fest, doch grundsätzlich soll es mit dem Format weitergehen.







