„Danke für die Albträume“: „South Park“-Sex-Szene zwischen Trump & Vance verstört
In „South Park“ eskaliert die politische Satire erneut – diesmal mit einer Sex-Szene zwischen Donald Trump und JD Vance, die Fans schockiert, amüsiert und nach eigener Aussage traumatisiert zurücklässt.

Schon mit den ersten Bildern der neuen „South Park“-Episode „Unholy Birth“ aus Staffel 28 ist klar: Trey Parker und Matt Stone ziehen in Sachen Provokation erneut alle Register. Die Serie, die sich seit Jahrzehnten als Spiegel gesellschaftlicher Absurditäten versteht, überrascht selbst langjährige Fans mit einer äußerst expliziten – und bewusst verstörenden – homoerotischen Szene zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und seinem Vize JD Vance.
Beide Politiker präsentieren sich regelmäßig als entschiedene Gegner der LGBTQ+-Community. Genau deshalb trifft sie die satirische Überzeichnung ins Ego – und das mit voller Wucht.
Fans reagieren entsetzt: „Danke für die Albträume“
Doch auch „South Park“-Fans müssen nun mit den Bildern leben, die in ihren Kopf gepflanzt wurde. Liebe zwischen zwei Männer, kein Problem. Aber Liebe zwischen zwei so hasserfüllten Menschen, das triggert.
Die Szene, die im Weißen Haus nach einem gemeinsamen Whirlpool-Abend stattfindet, verbreitete sich rasend schnell online. In den sozialen Netzwerken wird sie unter anderem als „verstörend“, „traumatisierend“ und „absolut South Park“ beschrieben.
Ein Fan schreibt: „Thanks for the nightmares I’m gonna have tonight, South Park“ („Danke für die Albträume, die ich heute Nacht haben werde, South Park“). Ein anderer: „Watching South Park. I’m now traumatized“ („Nachdem ich 'South Park' geschaut habe, bin ich jetzt traumatisiert.“). Und eine weitere Person prophezeit halb amüsiert, halb entsetzt: „South Park is definitely going to trigger another White House response tomorrow bc holy shit” „'South Park wird definitiv schon morgen eine weitere Reaktion aus dem Weißen Haus triggern, weil ... Heilige Scheiße“).
Dass die Episode zusätzlich Figuren wie Bluey, Totoro oder Droopy Dog auftreten lässt, verstärkt den surrealen Humor nur noch weiter. Ein Nutzer kommentiert trocken: „Even Bluey ain’t safe from South Park.“ Nicht einmal der Cartoon-Hund Bluey, der bei Kindern äußerst beliebt ist, sei noch vor „South Park“ sicher, so die Übersetzung.
Warum die Szene so provoziert – und warum genau diese Provokation funktioniert
Für viele Zuschauerinnen und Zuschauer liegt der Reiz – oder die Unannehmlichkeit – der Szene nicht nur im visuellen Schock. Trump und Vance gelten als ultrakonservativ, positionieren sich öffentlich gegen queere Menschen und verteidigen traditionelle Rollenbilder mit Inbrunst.
„South Park“ dreht das Prinzip einfach um: Wenn Männer, die lautstark gegen LGBTQ+ wettern, in einer überzeichneten Animation gemeinsam im Bett landen, entlarvt die Satire ihre Heuchelei.
Zusätzlich heizt die politische Lage die Wirkung an. Vor wenigen Tagen gab es neue Diskussionen rund um die Epstein-E-Mail-Veröffentlichungen, und JD Vance selbst wird in der Episode sogar wegen angeblichen Verrats zum Thema. Dass er der Strafe entgeht, weil Trump ihn stattdessen mit ins Bett nimmt, setzt der Absurdität die Krone auf.
+++ „South Park“ nicht mehr im Stream verfügbar: Was wird jetzt aus der Kultserie? +++
White House reagiert – und gibt der Serie unbeabsichtigt neue Munition
Es ist nicht das erste Mal, dass die Sendung und ihre Macher:innen gegen den Präsidenten schießen. In einer vorherigen Episode ging es zwischen ihm und dem Teufel heiß her. Die erwartete Reaktion ließ damals nicht lange auf sich warten. White-House-Sprecherin Taylor Rogers erklärt über die Episode: „Diese Sendung ist seit über 20 Jahren irrelevant und hält sich mit einfallslosen Ideen in einem verzweifelten Versuch, Aufmerksamkeit zu erregen, nur noch am seidenen Faden.“
Weiter heißt es, Trump habe mehr Versprechen in sechs Monaten erfüllt als jeder andere Präsident zuvor, und keine „viertklassige Show“ könne seinen Erfolg schmälern.
Eine Antwort, die fast wirkt, als wäre sie bereits von den „South Park“-Schöpfern selbst geschrieben worden – perfekt als Vorlage für die aktuelle Folge und die neuste Provokation also.
South Park & Trump: Eine lange Geschichte der Provokation
Die neue Folge ist also bei Weitem kein Ausreißer. Doch was geschah in der Episode mit dem Teufel, dass es so gut als Provokation funktionierte?
Ein kleiner Rückblick: Zu Beginn der 27. Staffel nahmen Parker und Stone Trump ins Visier – inklusive fotorealistischem Penis-Gag, KI-generierten Körperteilen und einer Jesus-Figur, die als Randnotiz zu Trumps Streit mit „South Park“ herhalten musste. Mehr dazu findest du hier:
Damals wurde Trump nicht im üblichen „South Park“-Look gezeigt, sondern mithilfe echter Fotoausschnitte. Ein Mini-Porträt seiner „Männlichkeit“, das laut Künstler exakt nach Vorlage umgesetzt wurde, löste bereits empörtes Gelächter aus – auch, weil man Trump im Finale in einer Szene sieht, die fast 1:1 an die historische Verbindung von Saddam Hussein und Satan aus früheren Staffeln erinnert.
Dass nun Trump und Vance in einer intimen Szene landen, setzt lediglich den nächsten logischen Schritt in der South-Park-Erzählung fort.
Dass Fans nach der Episode reihenweise von „Albträumen“ sprechen, dürfte für die Drehbuchautor:innen ein voller Erfolg sein. „South Park“ war schon immer mehr als harmlose Comedy – nämlich Kultsatire. Vergleichbare Spitzen gehören zur Tradition der Serie.
Wenn Donald Trump also tatsächlich auf die Episode reagieren sollte, wäre das vermutlich genau das, was die „Sounth Park“-Macher beabsichtigt haben: ein weiterer Kreis in der absurden South-Park-Erzählung, der sich schließt.
Übrigens: Auch „Die Simpsons“ haben Beef mit Trump, trugen sogar dazu bei, dass kürzlich zirkulierende Gerüchte um einen angeblichen Tod des Präsidenten weiter befeuert wurden >>>
Quellen
„South Park: Unholy Birth“
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