Sarah Engels

Sarah Engels doch Feministin: Sie entschuldigt sich für „falsche Aufklärung“

Nach heftiger Kritik rudert Sarah Engels zurück: Die Sängerin hat ihre früheren Aussagen zum Feminismus reflektiert – und gesteht nun öffentlich Fehler ein.

Sarah Engels
Kritik nach ESC-Podcast: Sarah Engels erkennt „Ich bin eine Feministin“ Foto: IMAGO / STEINSIEK.CH

Nicht nur ihr Auftritt rund um den Eurovision Song Contest sorgte zuletzt für Diskussionen – auch ihre Worte zum Thema Feminismus brachten Sarah Engels viel Gegenwind ein. Jetzt meldet sich die Sängerin erneut zu Wort und stellt klar: Sie hat ihre Haltung überdacht.

Sarah Engels: „Total falsch geprägt“

In einer Instagram-Story zeigt sich die Musikerin selbstkritisch.

„Ich wurde bei dem Wort Feminismus einfach total falsch geprägt und offensichtlich zu wenig aufgeklärt. Obwohl ich eigentlich seit Jahren genau diese Werte lebe.“

Weiter erklärt sie, dass ihr der Podcast-Beitrag geholfen habe, die heftigen Reaktionen besser zu verstehen. Ihre bisherigen Formulierungen hätten offenbar ein falsches Bild vermittelt.

Ihre heutige Erkenntnis bringt sie deutlich auf den Punkt: „dass ich offensichtlich eine Feministin bin“.

ESC-Podcast: „Ich bin keine Feministin“

Auslöser der Debatte war ihr Auftritt im ESC-Podcast „Merci, Chérie“. Dort hatte Sarah Engels erklärt, sie sei keine Feministin, da sie „einen ganz, ganz tollen Mann“ habe.

Diese Aussage wurde später auch im Podcast „Schön laut“ von Moderatorin Lola Weippert und Schlagersängerin Vanessa Mai thematisiert. Die beiden machten deutlich, dass Feminismus nicht bedeute, Männer zu hassen, sondern für Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann einzustehen.

Die öffentliche Diskussion brachte Sarah Engels offenbar zum Umdenken.

Appell: „Niemandem hilft es, Menschen sofort darzustellen“

In ihrem Statement richtet sie zugleich einen Appell an ihre Community:

„Und auch glaube ich ehrlich gesagt, dass es niemandem hilft, Menschen dafür sofort als dumm oder sonst was darzustellen, nur weil sie vielleicht bisher einen falschen Blick darauf hatten oder es nicht richtig verstanden haben“, schrieb sie.

Weiter erklärt sie: „Genau dadurch trauen sich viele wahrscheinlich erst recht nicht, offen darüber zu sprechen oder dazuzulernen, und man erreicht genau das Gegenteil.“

Ihr Fazit: „Viel wichtiger ist doch, dass wir Frauen uns gegenseitig aufklären, zuhören und zusammenhalten.“ Es habe ihr „total“ geholfen, sich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Sarah Engels findet deutliche Worte

In einem zusätzlichen Videobeitrag äußerte sich Sarah Engels ausführlich zur gesellschaftlichen Rolle von Frauen. Dazu schrieb sie: „Irgendwann wird dir als Frau klar: Es geht nicht darum, alles richtig zu machen. Denn egal, was du tust, irgendwer wird darin etwas Falsches sehen.“

Im Video beschreibt sie widersprüchliche Erwartungen, mit denen viele Frauen konfrontiert seien. So sagt sie unter anderem: „Du sollst stark sein, aber wenn du Grenzen setzt, bist du nur arrogant. Du sollst älter werden, ohne dass man es sieht. Du sollst einfach natürlich sein, aber dabei bitte trotzdem immer perfekt aussehen. Du sollst deine Gefühle zeigen und einfach sagen, was du denkst, aber bitte nur das, was andere auch hören wollen. Du sollst unabhängig sein, aber nicht so unabhängig, dass man dich nicht mehr kontrollieren kann.“

Am Ende zieht sie ein klares Fazit: Vielleicht liege das Problem nicht darin, „dass wir Frauen nie genug sind, sondern darin, dass von uns verlangt wird, alles gleichzeitig zu sein – solange bis viele von uns einfach Angst haben, sie selbst zu sein, weil wir gelernt haben, dass man als Frau für genau das am meisten bewertet wird.“

Ihr Wunsch an ihre Followerinnen: „Wir werden es niemals allen recht machen können, also hört auf, euch für andere kleiner zu machen. Lasst euch bitte niemals einreden, dass ihr falsch seid, nur weil ihr vielleicht nicht in die Vorstellungen anderer passt. Seid einfach ihr selbst, und genau das sollte endlich genug sein.“

Mit diesen Worten setzt Sarah Engels ein deutliches Zeichen – und macht klar, dass sie ihre Sicht auf den Feminismus neu definiert hat.