Robert Carradine ist tot: „Lizzie McGuire“-Star stirbt mit 71 – Familie spricht über seinen Kampf
Große Trauer um Robert Carradine: Der Schauspieler aus „Die Rache der Eierköpfe“ und „Lizzie McGuire“ ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Seine Familie macht auch seine langjährige bipolare Störung öffentlich und setzt ein Zeichen gegen Stigmatisierung.

Triggerwarnung: In diesem Artikel geht es um Suizid/Gewalt. Bei manchen Menschen kann dieses Thema negative Reaktionen auslösen. Bitte sei achtsam, wenn das bei dir der Fall ist!
Familie bestätigt Tod von Robert Carradine
Der US-amerikanische Schauspieler Robert Carradine ist im Alter von 71 Jahren verstorben. Wie seine Familie gegenüber dem Branchenmagazin „Deadline“ bestätigte, nahm sich der Film- und Serienstar das Leben.
In einem emotionalen Statement heißt es: „Mit tiefer Trauer müssen wir mitteilen, dass unser geliebter Vater, Großvater, Onkel und Bruder Robert Carradine verstorben ist. In einer Welt, die sich manchmal so dunkel anfühlen kann, war Bobby für alle um ihn herum immer ein Leuchtfeuer der Hoffnung.“
Weiter würdigten die Angehörigen seinen langen Kampf gegen eine psychische Erkrankung: „Wir sind untröstlich über den Verlust dieser wunderbaren Seele und möchten Bobbys tapferen Kampf gegen seine fast zwei Jahrzehnte andauernde bipolare Störung würdigen.“
Zugleich äußerte die Familie den Wunsch, dass sein Schicksal dabei helfe, das Stigma rund um psychische Erkrankungen abzubauen.
Was bedeutet eine bipolare Störung?
Es handelt sich um eine ernsthafte psychische Erkrankung, die durch extreme Stimmungsschwankungen gekennzeichnet ist. Betroffene erleben Phasen von Depression – mit Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit oder tiefer Erschöpfung – und sogenannte manische Episoden, in denen sie sich übermäßig energiegeladen, euphorisch oder reizbar fühlen können.
Die Erkrankung verläuft individuell sehr unterschiedlich und ist behandelbar – etwa durch Psychotherapie, medikamentöse Therapie und stabile soziale Unterstützung. Dennoch kann sie für Betroffene und Angehörige eine enorme Belastung darstellen.
Bruder Keith Carradine: „Es ist nichts, wofür man sich schämen müsste“
Auch Roberts älterer Bruder Keith Carradine, selbst erfolgreicher Schauspieler, meldete sich zu Wort. Er betonte: „Wir möchten, dass die Menschen davon erfahren, und es ist nichts, wofür man sich schämen müsste.“
Und weiter: „Es ist eine Krankheit, die ihn überwältigt hat, und ich möchte ihn für seinen Kampf gegen sie würdigen und seine schöne Seele feiern. Er war zutiefst begabt, und wir werden ihn jeden Tag vermissen. Wir werden Trost darin finden, wie witzig er sein konnte, wie weise und absolut akzeptierend und tolerant er war. Das war mein kleiner Bruder.“
Die Worte zeigen, wie sehr Carradine nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Mensch geschätzt wurde.
So wurde Robert Carradine zum Kult-Star
Robert Carradine wurde am 24. März 1954 in Hollywood geboren – als Sohn des Schauspielers John Carradine und von Sonia Sorel. Er entstammte einer echten Hollywood-Familie: Auch seine Brüder Keith, Christopher sowie seine Halbbrüder David und Bruce Carradine standen vor der Kamera.
Seine Karriere begann bereits Anfang der 1970er-Jahre. 1972 war er im Western „Die Cowboys“ an der Seite von John Wayne zu sehen. Es folgten Rollen in renommierten Produktionen wie Martin Scorseses „Hexenkessel“ und „Coming Home – Sie kehren heim“.
Seinen größten Kinoerfolg feierte Carradine jedoch 1984 mit der Komödie „Die Rache der Eierköpfe“ („Revenge of the Nerds“). In der Rolle des Außenseiters Lewis Skolnick wurde er zum Kultstar und kehrte für mehrere Fortsetzungen zurück.
Als Serien-Vater in „Lizzie McGuire“ bleibt er unvergessen
Eine neue Generation lernte ihn Anfang der 2000er als warmherzigen Familienvater Sam McGuire in der Disney-Serie „Lizzie McGuire“ kennen. Zwischen 2001 und 2004 spielte er in 65 Episoden an der Seite von Hilary Duff – und später auch im Kinofilm „Popstar auf Umwegen“.
Hilary Duff reagierte tief bewegt auf Instagram: „Das tut weh. Es ist wirklich schwer, diese traurige Realität über einen alten Freund zu akzeptieren. In der Familie McGuire herrschte so viel Herzlichkeit, und ich habe mich bei meinen Serieneltern immer geborgen gefühlt. Dafür werde ich ewig dankbar sein. Es macht mich sehr traurig zu erfahren, dass Bobby gelitten hat.“
Auch Jake Thomas, der in der Serie seinen Sohn spielte, bezeichnete Carradine als „Familie“ und erinnerte an gemeinsame Jahre voller „guter Momente, schwieriger Zeiten und unzähliger Lacher“.
Robert Carradine war mehr als nur ein Schauspieler
Neben seiner Film- und Serienkarriere war Carradine auch als Musiker und Regisseur tätig. Von 2013 bis 2015 moderierte er die Reality-Show „King of the Nerds“, die an den Kultfilm „Die Rache der Eierköpfe“ angelehnt war.
Privat hinterlässt er drei Kinder: Tochter Ever Carradine, ebenfalls Schauspielerin, sowie Marika und Ian aus seiner späteren Ehe mit Edith Mani. Die Ehe wurde 2018 geschieden.
Mit Robert Carradine verliert Hollywood einen Darsteller, der über fünf Jahrzehnte hinweg Teil der Film- und Fernsehgeschichte war und für viele Fans ein Stück Kindheit verkörperte.
Wenn du selbst Hilfe benötigst, findest du hier eine Auswahl an Beratungsstellen:
Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 (kostenlos, rund um die Uhr)
https://www.telefonseelsorge.de
AGUS (Angehörige um Suizid): 0921 15 00 380
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Deutsche Depressionshilfe: 0800 33 44 533
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Nummer gegen Kummer
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