Prequel statt Fortsetzung: HBO Max zeigt in „4 Blocks Zero“ die Anfänge der Hamadys
Im Prequel „4 Blocks Zero“ zeigt HBO Max, wie die Hamadys im Berlin der 90er ihre ersten Schritte Richtung Clan-Macht machen.

Mit „4 Blocks Zero“ kehrt eines der prägendsten deutschen Serienuniversen zurück – allerdings nicht als Fortsetzung, sondern als Prequel. Das neue HBO-Original erzählt die Vorgeschichte der Familie Hamady und verlegt den Fokus ins Berlin der 1990er-Jahre, lange bevor Toni Hamady zum gefürchteten Clanboss wurde. Statt Macht und Dominanz stehen Flucht, Unsicherheit und familiärer Zusammenhalt im Zentrum.
Zurück in eine andere Zeit
„4 Blocks Zero“ setzt dort an, wo die preisgekrönte Serie „4 Blocks“ bewusst nie hingeschaut hat. Die Handlung führt in eine Phase, in der die Hamadys noch keine feste Größe sind, sondern als aus dem Libanon geflüchtete Familie in Deutschland nur geduldet leben. Zwischen Bürokratie, politischem Druck und gesellschaftlichem Umbruch versuchen sie, sich eine Existenz aufzubauen – ein Leben am Rand der Legalität, geprägt von Hoffnung, Angst und Loyalität.
Im Mittelpunkt steht Ali, der später als Toni Hamady bekannt werden wird. Die Serie stellt die Frage, wie aus ihm der Mann werden konnte, der Jahre später den Ton in Neukölln angibt, und welche Entscheidungen, Zwänge und familiären Dynamiken diesen Weg geprägt haben.
Eine Familiengeschichte im Zentrum

Die Hauptrollen übernehmen Tariq Al-Saies als Alis Onkel Ibrahim, Tareq Nassery als Ali, Rami Fadel Khalaf als Vater Malik und Soufiane El Mesaudi als Bruder Abbas. Komplettiert wird die Familie durch Großmutter Hanin (Fatima Khanfour), die jüngeren Geschwister Marwan (Almountaser „Monty“ Alchltouh) und Amara (Siana Zayed) sowie Cousin Latif (Mohammad Eliraqui).
Auch außerhalb der Familie spielen wichtige Figuren eine Rolle, etwa Vince Kerner, verkörpert von Luis Vorbach. In weiteren Rollen sind unter anderem Bella Dayne, Mohamed Kanj Khamis, Jule Hermann, Sevda Polat, Samir Salim, Enno Trebs und Mark Waschke zu sehen. Die Besetzung unterstreicht den Anspruch, die Welt von „4 Blocks“ nicht nur fortzuführen, sondern erzählerisch zu vertiefen.
Warum es kein Sequel gibt
Dass „4 Blocks Zero“ als Prequel konzipiert ist, ist eine bewusste Entscheidung. Anke Greifeneder, VP Original Production für HBO Max im deutschsprachigen Raum, bringt es so auf den Punkt: „Die Geschichte von Toni Hamady war nach der dritten Staffel auserzählt, aber uns hat schon immer interessiert, wie er in dieses Leben geraten ist. Mit ‚4 Blocks Zero‘ beleuchten wir zum einen die Anfänge der Clanstrukturen, erzählen vordergründig jedoch eine große Familiengeschichte und tauchen dabei tief ins Berlin der 1990er-Jahre ein.“
Statt den bekannten Figuren ein weiteres Kapitel anzuhängen, richtet die Serie den Blick auf Ursachen statt Konsequenzen – und verknüpft das Gangster-Genre mit einem historischen und gesellschaftlichen Kontext.
Berlin der 90er als Spiegel der Gegenwart
Produzent Marcus Welke hebt genau diesen Aspekt hervor: „Was ‚4 Blocks Zero‘ besonders für mich macht, ist genau diese Verbindung von spannendem Genre mit einer persönlichen Familiengeschichte im Berlin der 1990er-Jahre – einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs und der Veränderung, die erstaunlich viele Parallelen zur Gegenwart hat.“
Die Serie nutzt das wiedervereinigte Berlin als Kulisse einer Stadt im Wandel, in der neue Machtverhältnisse entstehen und alte Sicherheiten verschwinden. Damit wird „4 Blocks Zero“ mehr als nur ein Gangster-Prequel: Es ist auch ein Porträt einer Gesellschaft im Umbruch.
Kreatives Team mit „4 Blocks“-DNA
Hinter den Kulissen bleibt vieles vertraut. Die Drehbücher stammen von Bernd Lange als Headwriter sowie Bahar Bektaş, Natalie Zoghbi und Hassan Akkouch, der Fans noch aus „4 Blocks“ bekannt ist. Regie führen Özgür Yıldırım, ebenfalls aus dem Original bekannt, und Hüseyin Tabak. Für die Bildgestaltung zeichnen Matthias Bolliger und Max Preiss verantwortlich.
Produziert wird die achtteilige erste Staffel von W&B Television für HBO Max, mit Quirin Berg, Max Wiedemann und Marcus Welke als Produzenten. Executive Producer sind Matthias Junge und Özgür Yıldırım, aufseiten von HBO Max fungiert Anke Greifeneder auch als redaktionell Verantwortliche. Gefördert wurde das Projekt unter anderem vom German Motion Picture Fund und dem Medienboard Berlin-Brandenburg.
Die achtteilige erste Staffel von „4 Blocks Zero“ startet im Herbst 2026 auf HBO Max. Damit kehrt das „4 Blocks“-Universum in neuer Form zurück – nicht als Wiederholung alter Erfolge, sondern als konsequenter Blick auf die Wurzeln einer der bekanntesten Serienfamilien Deutschlands.









