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„Peaky Blinders: The Immortal Man“: Ein explosiver Abschied – Kritik

Jahre nach dem großen Serienfinale findet die Geschichte von Tommy Shelby in „Peaky Blinders: The Immortal Man“ nun wirklich ihr Ende. Doch lohnt sich der Film?

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Mittlerweile ist es vier Jahre her, dass Tommy Shelby in der letzten Folge der sechsten Staffel von „Peaky Blinders“ in den Nebel davonritt – ein offenes Ende, das bewusst Raum für Interpretationen ließ. Der neue Film „The Immortal Man“ setzt rund zehn Jahre nach diesem Moment an und will dem ikonischen Franchise ein rundes, abschließendes Ende schenken. Doch gelingt es ihm tatsächlich, die Geschichte von Tommy Shelby befriedigend zu Ende zu erzählen – oder bleibt er eher eine bloße Erweiterung der Serie?

Worum geht es bei „The Immortal Man“?

Im Jahr 1940 versinkt Europa im Chaos des Zweiten Weltkriegs, und auch Small Heath leidet unter den Bomben des Birmingham Blitz. Tommy Shelby lebt im selbstgewählten Exil, weit entfernt von der Welt, die er einst kontrollierte, während sein unehelicher Sohn Duke inzwischen die Führung der Peaky Blinders übernommen hat. Sein Ziel ist es, aus dem Schatten seines berühmten Vaters zu treten und sich selbst als mächtiger Anführer zu beweisen.

Doch Dukes Ehrgeiz führt ihn in eine gefährliche Richtung. Er arbeitet dem Nazi-Sympathisanten Beckett zusammen, der plant, das britische Finanzsystem mit massiven Mengen gefälschter Banknoten zu destabilisieren. Diese Verschwörung bringt nicht nur die Familie Shelby, sondern auch das ganze Land in Gefahr.

Als Tommy davon erfährt, kehrt er widerwillig nach Birmingham zurück – und wird sofort mit einem traumatischen Erlebnis konfrontiert. Die Vergangenheit schlägt in Gestalt alter Bekannter und neuer Feinde zurück und zieht ihn unweigerlich erneut in die Gewalt seiner Welt. Kann er dem Kreislauf aus Macht, Verrat und Schuld jemals entkommen – oder bleibt der Frieden, nach dem er sich sehnt, für immer unerreichbar?

„Immortal Man“ bleibt dem Peaky-Charme treu

„Peaky Blinders: The Immortal Man“ fühlt sich weniger wie ein eigenständiger Film, sondern mehr wie eine verlängerte, cineastische Episode der Serie, die wir über sechs Staffeln begleitet haben, an. Visuell fängt der Film so den ikonischen Look ein, den Fans seit Jahren lieben – die regennassen Straßen Birminghams, dunklen Fabriken und engen Gassen –, während das neue Kriegssetting die Welt der Serie erweitert und ihr eine epische, zugleich intensive Dimension verleiht.

„The Immortal Man“ setzt dabei zusätzlich bewusst auf Parallelen zur Serie, die Fans sofort erkennen: So reitet Tommy, schlammverkrustet und entschlossen, zu einer Neuinterpretation des legendären „Red Right Hand“ auf einem schwarzen Pferd durch Small Heath – eine bewusste Reminiszenz an die allererste Szene der Serie. Flashbacks verweben Vergangenheit und Gegenwart, alte Wunden, Konflikte und bekannte Motive werden wieder aufgegriffen, und die Figuren wirken so greifbar, vielschichtig und lebendig wie eh und je. Dabei schafft der Film eine düstere, aber wunderschöne Bildsprache, die den rauen Charme der Serie perfekt transportiert.

Cillian Murphy glänzt mit schauspielerischer Leistung

Dass der Film funktioniert, liegt vor allem an Cillian Murphy – der Schauspieler bringt uns in dem Streifen eine reifere und nachdenklichere Version von Tommy Shelby zurück. Seine Darstellung wirkt reflektierter, weniger explosiv als in früheren Staffeln, aber zugleich intensiver in ihrem inneren Konflikt mit den eigenen Dämonen. Tommy fühlt sich nicht mehr wie ein unaufhaltsamer Stratege an, sondern wie ein Mann, der mit der Schwere seiner Entscheidungen lebt – physisch abgeklärt, emotional verletzt, aber immer noch knallhart.

Sein starker Gegenpol ist hierbei Barry Keoghan, dessen Figur Duke Shelby impulsiv, unsicher und von dem Wunsch, sich zu beweisen, getrieben ist. Keoghan bringt eine nervöse Energie in den Film, die perfekt mit Murphys kontrollierter Darstellung kontrastiert – dies führt dazu, dass die gemeinsamen Szenen der beiden zu den emotional intensivsten Momenten des Films zählen.

Tommy läuft vor einer Mauer aus Steinen.
Nach über 12 Jahren findet die Geschichte von Tommy Shelby in „The Immortal Man“ ein Ende. Foto: Robert Viglasky / Netflix

Übergang zur nächsten Generation

Zu Beginn des Films erfahren wir, dass Tommy seine Memoiren verfasst, und bekommen immer wieder Einblicke in das Buch – das, wie wir am Ende erfahren, den Titel „The Immortal Man“ trägt. Durch Voiceover-Passagen, die Szenen kommentieren und ergänzen, werden wir unmittelbar in seine Gedankenwelt gezogen: seine Schuldgefühle, Unsicherheiten, Verlustängste und tiefen Reflektionen über Leben und Tod.

Besonders eindrücklich ist die Entscheidung, das letzte Kapitel seines eigenen Werks unbeschrieben zu lassen – eine Aufgabe, die er seinem Sohn Duke überlässt. Der Mann, der sein Leben lang Kontrolle suchte, gibt am Ende nicht nur symbolisch die Feder ab und damit die Verantwortung an die nächste Generation weiter.

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Lohnt sich „Peaky Blinders: The Immortal Man“?

Die kurze Antwort: Ja, „Peaky Blinders: The Immortal Man“ lohnt sich definitiv!

Es gibt viel zu sagen, doch klar ist, dass der Film ein Geschenk an die Fans der Serie ist: visuell opulent, musikalisch kraftvoll und atmosphärisch dicht fängt er die düstere, raue Stimmung aus „Peaky Blinders“ perfekt ein. Vergangenheit und Gegenwart werden meisterhaft verknüpft, während überraschende Plot Twists und Flashbacks die Handlung immer wieder neu entfalten und die Spannung konstant hochhalten. Das Ende wirkt rund, bietet einen endgültigen Abschluss für Tommys Geschichte und leitet zugleich die nächste Erzählung ein – vermutlich rund um seinen Sohn Duke Shelby.