„Off Campus“: Große Unterschiede zur Buchreihe – darum wurde die Story verändert
Warum änderte die Serie „Off Campus“ Details der Buchstory? Die Showrunnerinnen begründen ihre Entscheidungen und erklären, warum die Änderungen nötig waren.

Bei der Serienadaption von „Off Campus“ wurden, wie bei jeder Buchverfilmung üblich, einige Veränderungen zur Buchvorlage vorgenommen. Doch welche Details wurden ergänzt oder abgewandelt? Und warum? Die Showrunnerinnen haben sich dabei natürlich etwas gedacht und erklären, warum die Unterschiede zur Buchreihe sinnvoll und teils auch notwendig waren.
Achtung! Dieser Artikel enthält Spoiler für die komplette erste Staffel von „Off Campus“ und Band 1 der „Off Campus“-Bücher von Elle Kennedy.
Buch vs. Serie: Die größten Unterschiede zur Buchreihe in „Off Campus“
Aber was sind eigentlich die größten Unterschiede zwischen Buch und Serie? Hier findest du eine kurze Übersicht:
Jules und Logans Hintergrundgeschichte: Im Buch „The Mistake“ hat Logan einen älteren Bruder und einen alkoholabhängigen Vater. Jules wurde als jüngstes Familienmitglied ergänzt. Außerdem ist in der Serie nicht Logans Vater, sondern seine Mutter suchtkrank.
Hannah küsst Logan: Im Buch „The Deal“ küsst sie Dean, um Garrett eins auszuwischen.
Gemeinsam YouTube-Videos schauen: Im Buch bingen Hannah und Garrett eine Staffel „Breaking Bad“ nach der nächsten.
Justin ist Musiker: Im Buch ist Justin – wie Beau Maxwell – Teil des Footballteams der Briar U.
Hannah singt „Cherry Pie“: Eigentlich singt sie beim Karaoke „Bad Romance“ von Lady Gaga.

Die Trennung: Im Buch droht Garretts Vater Hannah und zwingt sie dazu, sich von Garrett zu trennen. In der Serie macht Garrett mit Hannah Schluss.
Das „Hände-weg-Gesetz“: Im Buch verhängt Garrett die Regel, dass kein anderer etwas mit Hannah anfangen darf, nachdem sie mit ihm Schluss gemacht hat. In der Serie entsteht es nur durch ein Gerücht.
Allie und Dean: Ihre Liebesgeschichte wird nicht im ersten Buch „The Deal“, sondern im dritten Buch „The Score“ erzählt. Durch den neuen Zeitablauf kommen sie eher zusammen als im Buch.
Hunter Davenport: Durch die Veränderung der zeitlichen Abläufe kommt Hunter in der Handlung eher vor als im Buch. Und in der Serie ist Hunter nicht Deans Mentee, sondern seine Nemesis.

Warum die Unterschiede zur „Off Campus“-Buchreihe notwendig waren
Einige Abweichungen von Elle Kennedys Vorlage waren aus Sicht der Showrunnerinnen Louisa Levy und Gina Fattore nicht nur kreativ, sondern auch zeitgemäß notwendig.
Das deutlichste Beispiel ist die Trennung von Hannah und Garrett. Im Buch macht Hannah Schluss, nachdem Garretts Vater ihr mit dem Entzug seiner finanziellen Unterstützung gedroht hat. In der Serie beendet hingegen Garrett die Beziehung – aus Angst, er könne Hannah eines Tages genauso wehtun wie sein Vater seiner Familie. Diese Furcht packt ihn, nachdem er auf dem Eis gewalttätig geworden ist, als er Hannahs Vergewaltiger gegenübersteht.

Ein weiterer Grund für diese Änderung sind die aktualisierten NIL-Richtlinien im College-Sport. Da Athleten heute durch Werbedeals und Social Media eigenes Geld verdienen können, hätte die finanzielle Erpressung weniger glaubwürdig gewirkt. „Wir hatten Schwierigkeiten, das im heutigen Umfeld zu verstehen und zu rechtfertigen, da Garrett – wenn wir davon ausgehen, dass er der Star ist, den wir brauchen – ganz einfach sein eigenes Geld verdienen könnte“, erklärte Levy.
Statt äußerem Druck rückt die Serie daher Garretts innere Entwicklung in den Fokus: „Wenn Garretts tiefste Angst darin besteht, dass er wie sein Vater wird, dann wird er natürlich versuchen, Hannah davor zu schützen.“ Die Trennung wird so zum Ausdruck seines Traumas.
Auch das Staffelfinale wurde bewusst zugespitzt. Die Showrunnerinnen wollten einen starken Anreiz für eine zweite Staffel schaffen: „Wir hatten immer das Gefühl, dass es am Ende dieser ersten Staffel etwas geben musste, das einen wirklich dazu bringt, zurückzukommen“, erklärt Fattore. Deshalb wird Deans emotionales Liebesgeständnis an Allie jäh unterbrochen, als sie offenbart, mit jemand anderem geschlafen zu haben – und sich herausstellt, dass es Hunter Davenport war.
Dieser Twist verhindert nicht nur ein zu frühes Happy End, sondern schafft bewusst „Raum zum Wachsen“, wie Levy betont. Gleichzeitig eröffnet er neue Konfliktlinien und deutet an, dass hinter Deans lockerer Fassade noch unerzählte Aspekte seiner Vergangenheit liegen, die in einer zweiten Staffel vertieft werden können.

Neu ist außerdem die Figur Jules mit ihrem Klatsch-Account. Laut Fattore braucht es „diese Figur, die ein bisschen außerhalb von allem steht – besonders beim Eishockey“, um auch Zuschauer:innen ohne Vorkenntnisse mitzunehmen und die Welt von Briar U zugänglicher zu machen. Jules fungiert dabei als beobachtende Instanz, die Informationen bündelt und Dynamiken kommentiert.
Levy stellt klar: „Wir haben niemanden aus dem Buch ersetzt“ – Jules sei vielmehr eine Ergänzung. Während Logan weiterhin seinen Bruder Jeff hat, erhält er durch Jules eine zusätzliche Bezugsperson und eine neue emotionale Perspektive. So erweitert die Serie das Figurenensemble, ohne zentrale Elemente der Vorlage zu streichen.
Die Änderungen zeigen: Die Serie will die Vorlage nicht einfach kopieren, sondern weiterdenken – moderner und mit klarer Ausrichtung auf langfristige Erzählbögen.
Quellen
Prime Video









