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„München Mord: Im Zweifel für den Zweifel“: Wahre Geschichte wird Christoph Süß' letzter Fall

Mit der Episode „Im Zweifel für den Zweifel“ verabschiedet sich Christoph Süß endgültig aus der ZDF-Krimireihe „München Mord“. Für den Schauspieler und Satiriker ist es der letzte Einsatz als Kriminalrat Helmut Zangel – nach 22 Filmen und mehr als zehn Jahren. Der Ausstieg hat private Gründe.

 Polizeichef Helmut Zangl (Christoph Süß, l.) schaut in einer Folge von München Mord ernst.
Seit vielen Jahren mimt Christoph Süß in „München Mord“ Polizeichef Helmut Zangl. Jetzt ist die Zeit des Abschieds gekommen. Foto: ZDF und © Bernd Schuller

Wenn am Samstag, 31. Januar 2026, um 20:15 Uhr im ZDF die neue Folge von „München Mord“ läuft, ist es ein besonderer Abend für Fans der erfolgreichen Krimireihe. Denn mit „Im Zweifel für den Zweifel“ endet ein prägendes Kapitel: Christoph Süß ist zum letzten Mal in einer neuen Folge als Kriminaloberrat Helmut Zangel auf dem Bildschirm zu sehen. Seit dem Start der Reihe im Jahr 2014 war er als ehrgeiziger, opportunistischer und oft herrlich unangenehmer Vorgesetzter des unkonventionellen Ermittlertrios fester Bestandteil des Formats.

Christoph Süß alias Helmut Zangel: Abschied nach 22 Filmen – aus privaten Gründen

Der 58-Jährige hatte seinen Ausstieg bereits Ende vergangenen Jahres angekündigt. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte Süß, dass er sich aus privaten Gründen von der Rolle zurückzieht. Näher ins Detail gehen wollte er dabei nicht. Der Abschied falle ihm dennoch schwer, wie er offen einräumte: „Wir hatten es lustig. Das aufzugeben war nicht leicht, muss aber leider sein“, sagte Süß.

Gleichzeitig betonte er seine Dankbarkeit für die Möglichkeit, überhaupt als Schauspieler arbeiten zu dürfen. „Dass mir Gelegenheit geboten wurde, als Schauspieler arbeiten zu können, obwohl ich nie eine ordentliche Ausbildung in diesem schönen Beruf gemacht habe, war großartig für mich“, so Süß.

„München Mord“ bleibt ein Quotenhit im ZDF

„München Mord“ zählt seit Jahren zu den erfolgreichsten Krimireihen im ZDF. Meist werden zwei neue Filme pro Jahr ausgestrahlt, regelmäßig verfolgen über sechs Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer die Fälle aus der bayerischen Landeshauptstadt. Selbst Wiederholungen wie der alte Fall von 2014, der vor wenigen Tagen lief, ziehen ein großes Publikum an.

Der Marktanteil liegt häufig bei rund 25 Prozent. Im Mittelpunkt stehen die sogenannten „Kellerkommissare“ Ludwig Schaller (Alexander Held), Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier) und Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen), die mit unkonventionellen Methoden und viel Menschlichkeit ermitteln – sehr zum Missfallen ihres Chefs Zangel.

„München Mord“ heute: Darum geht es in „Im Zweifel für den Zweifel“

In seinem letzten Fall bekommt es das Trio mit einem Mord im gehobenen Gastronomiemilieu zu tun. Der Sternekoch Maximilian Dobek wird tot aufgefunden, die Ermittlungen führen in die Küche eines Edelrestaurants. Schnell rückt Oliver Gerg, Dobeks Nachfolger, in den Fokus. Brisant: Gerg saß früher wegen Totschlags im Gefängnis – zu Unrecht, wie er beteuert.

Der Fall wirft grundsätzliche Fragen auf, etwa nach Unschuldsvermutung, Vorverurteilung und Gerechtigkeit. Mehrfach fällt der Satz „Einmal Täter, immer Täter“, dem das Ermittlerteam entschieden widerspricht. Auch Staatsanwalt Lukas Benedikt (Thomas Loibl), der in den früheren Fall involviert war, greift auffällig in die laufenden Ermittlungen ein.

Thematisch orientiert sich der Film am realen bayerischen „Badewannenmörder“-Fall und verbindet spannendes Krimihandwerk mit gesellschaftlicher Einordnung und gewohnt trockenem Humor.

Der „Badewannenfall“ um Manfred Genditzki: Die echte Geschichte hinter „Im Zweifel für den Zweifel“

Der Film greift thematisch den realen bayerischen „Badewannenfall“ um Manfred Genditzki auf, der bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Genditzki war 2010 wegen Mordes an einer 87-jährigen Frau zu lebenslanger Haft verurteilt worden, hatte die Tat jedoch stets bestritten. Im Jahr 2022 wurde der damals 62-Jährige nach über 13 Jahren Haft überraschend freigelassen, nachdem neue forensische Gutachten Zweifel an seiner Schuld aufkommen ließen. Moderne Ermittlungs- und Berechnungsmethoden ermöglichten erstmals eine neue Eingrenzung des Todeszeitpunkts, der laut Landgericht München I deutlich außerhalb des ursprünglich angenommenen Zeitfensters lag. Auf dieser Grundlage hob das Gericht den Haftbefehl mangels dringenden Tatverdachts auf und ordnete ein Wiederaufnahmeverfahren an. Der Fall gilt seither als möglicher Justizirrtum und wirft grundlegende Fragen zur Unschuldsvermutung und zu Wiederaufnahmeverfahren auf – Themen, die auch in „Im Zweifel für den Zweifel“ eine zentrale Rolle spielen.

Ein leiser Abschied für Zangel

Auch der Abschied von Helmut Zangel kommt ohne große Inszenierung aus – ganz im Sinne der Figur. „Mich geht das alles nichts mehr an. Denn ich begebe mich auf neue Wege“, kommentiert Zangel seinen Abgang beinahe beiläufig. Die Ermittler will er dennoch im Auge behalten – „nur von weiter oben“.

Was genau mit der Serienfigur geschieht, ließ Christoph Süß offen. Mit einem Augenzwinkern meinte er lediglich, Zangel sei „zu allem fähig“ – ob Auslandsjob, Ministerpräsidenten-Aktentasche oder dramatisches Ende im Einsatz.

„quer“: Christoph Süß bleibt dem Fernsehen treu

 quer-Moderator Christoph Süß im Studio.
Christoph Süß ist und bleibt „quer“-Moderator. Foto: BR/Foto Sessner

Ganz von der Bildfläche verschwindet Süß allerdings nicht. Sein satirisches Wochenmagazin „quer“ im BR Fernsehen wird er weiterhin moderieren. „Das ist jetzt nicht mehr nur meine Hauptaufgabe, sondern meine einzige“, stellte er klar. Ob daneben noch Zeit für weitere Texte oder Projekte bleibe, müsse sich erst zeigen.

Für „München Mord“ beginnt nach „Im Zweifel für den Zweifel“ nun eine neue Phase – ohne Zangel, aber mit einem Trio, das sich längst einen festen Platz im deutschen Krimi-TV gesichert hat.

Quellen