Vier Geschwister klagen

Michael Jackson: Neue Missbrauchsvorwürfe überschatten Start von „Michael“

Zum Start des Biopic über Michael Jackson gibt es nicht nur viel Kritik – auch neue Missbrauchsvorwürfe und eine neue Klage tauchen auf.

Jaafar Jackson als Michael Jackson
Jaafar Jackson (29) spielt ihm Bipoic seinen Onkel Michael Jackson. Foto: © 2026 Lionsgate

Damit haben die Macher nicht ausgerechnet: Ausgerechnet an dem Tag, an dem das umstrittene Biopic über Michael Jackson startet, gibt es weitere Vorwürfe von sexuellem Missbrauch gegen den King of Pop. Gleich vier Geschwister haben eine Klage eingereicht: Frank, Edward, Dominic Junior, Marie-Nicole und Aldo Cascio sagen, Michael Jackson hätte sie über Jahre sexuell missbraucht.

Sie waren erst sieben oder acht Jahre alt

Die Geschwister haben Ende Februar eine Klage gegen Jacksons Nachlassverwalter eingereicht. Darin heißt es: „Michael Jackson war ein Serien-Kinderräuber, der im Laufe von mehr als einem Jahrzehnt jeden der Kläger betäubte, vergewaltigte und sexuell missbrauchte, beginnend, als einige von ihnen erst sieben oder acht Jahre alt waren.“ Und weiter: „Jacksons Angriffe auf diese Geschwister dauerten über längere Zeiträume an, auch an Orten auf der ganzen Welt und als Jackson und seine Kinder Gäste im Haus der Kläger waren.“

Dazu erheben die Geschwister auch Vorwürfe gegen die Nachlassverwalter: „Die Kläger lehnen die moralisch bankrotten Bemühungen des Jackson Estate ab, sie zu kontrollieren und zum Schweigen zu bringen", heißt es in der Klageschrift. Dagegen wehrt sich Anwalt Marty Singer im Namen der Nachlassverwalter gegen die Klage: Sie sei nichts weiter als eine „verzweifelte Geldmacherei“, so der Anwalt. „Die Familie verteidigte Michael Jackson mehr als 25 Jahre lang vehement und bezeugte seine Unschuld unangemessenen Verhaltens. Diese neue Gerichtsakte ist eine transparente Strategie, um Hunderte Millionen Dollar aus Michaels Nachlass und Unternehmen zu erlangen.“

Die Familie verteidigte Michael Jackson – und kassierte ab

Tatsächlich hatte die Familie ein Jahr nach Michaels Jacksons Tod den King of Pop in einem Interview mit Oprah Winfrey (72) verteidigt. „Michael könnte nicht einmal einer Fliege was zuleide tun“, sagte Frank Cascio damals. Doch dann erschien 2019 die HBO-Dokumentation „Leaving Neverland“, die sich um die Missbrauchsvorwürfe gegen Michael Jackson aus den Jahren 1993 und 2003 dreht. Daraufhin soll die Familie dem Nachlassverwalter privates Material zum Kauf angeboten haben. Doch die Verhandlungen scheiterten.

Trotzdem schlossen die Geschwister mit den Nachlassverwaltern eine Verschwiegenheitserklärung. Dafür kassierten die insgesamt fünf Cascio-Geschwistern jeweils 2,8 Millionen Dollar über fünf Jahre. Im September 2024 eskalierte die Situation erneut. Die Nachlassverwalter verklagten Frank Cascio wegen Erpressung, es soll sich um eine Forderung von 213 Millionen Dollar gehandelt haben.

Öffentliches Verfahren – mit Geschworenen?

Die Klage der Geschwister zielt auf ein Verfahren mit Geschworenen ab. Das hieße: Alle Vorwürfe würden öffentlich bekannt werden. Das will der Anwalt der Nachlassverwalter verhindern. Am 17. April reichte Marty Singer in Kalifornien einen Antrag beim Gericht ein, die Anschuldigungen hinter verschlossenen Türen in einem Schiedsverfahren zu klären.

„Die Klage, die im Namen der Kläger Edward Joseph Cascio, Dominic Savini Cascio, Marie-Nicole Porte und Aldo Cascio eingereicht wurde, ist kein legitimer Versuch, neue Ansprüche zu klären – es ist ein transparenter Versuch, eine bindende Schiedsvereinbarung zu umgehen, die sie frei ausgehandelt, akzeptiert und von dem sie erhebliche Vorteile erhalten haben“, heißt es in der Begründung. Der Schiedsantrag soll jetzt am 4. Juni vor Richter Hernan D. Vera verhandelt werden.

Quellen