Änderungen verzögerten Film-Release

Michael Jackson: Mit dieser Szene sollte der Kinofilm eigentlich enden

Zu einseitig, zu oberflächlich – so lautet die Kritik am Michael-Jackson-Biopic. Jetzt kommt ans Licht: Der Film sollte ursprünglich mit einem anderen Ende abschließen und dabei ein dunkles Kapitel seiner Karriere beleuchten.

Jaafar Jackson als Michael Jackson auf der Bühne im Scheinwerferlicht.
Der neue Michael Jackson Film zieht zahlreiche Fans in die Kinos. Foto: IMAGO / Cinema Publishers Collection

Seit vergangener Woche lockt das Michael-Jackson-Biopic, in dem sein Neffe Jaafar Jackson die Pop-Ikone verkörpert, zahlreiche Fans in die Kinos. Während seine legendären Songs und Tanzmoves für Begeisterung sorgen, kommt der Film bei Kritikern deutlich schlechter an.

Zu oberflächlich: Missbrauchs-Skandal wird im Film nicht thematisiert

Kritiker bemängeln vor allem die Oberflächlichkeit des Films. Im Fokus stehen die musikalischen Erfolge des Sängers, während zentrale und kontroverse Aspekte seines Lebens weitgehend ausgeklammert werden.

Jaafar Jackson steht als Michael Jackson im Musikstudio. Er hat Kopfhörer auf den Ohren, die er mit den Händen greift. Er lächelt.
Michael Jacksons Neffe Jaafar Jackson verkörpert die Pop-Ikone im Biopic. Foto: IMAGO / Landmark Media

So wurden die immer wieder erhobenen Missbrauchsvorwürfe, die seine letzten Jahre überschatteten, im Film nicht thematisiert.Ursprünglich war jedoch eine andere Darstellung geplant. Wie „Variety“ berichtet, sollte der Film sogar mit einer Szene beginnen, die zeigt, wie die Polizei auf der Neverland-Ranch nach belastenden Beweisen gegen den Sänger sucht.

Nach einer Reihe von Vorwürfen erhob die Staatsanwaltschaft 2003 Anklage gegen Michael Jackson. Zwei Jahre später wurde er mangels Beweisen freigesprochen. Dennoch rissen die Anschuldigungen auch nach seinem Tod im Jahr 2009 nicht ab.

Kläger darf nicht erwähnt werden: Schlussszene muss neu gedreht werden

Zum Ende des Films sollte der Skandal dann noch einmal aufgegriffen und die Auswirkungen auf Michael Jacksons Leben gezeigt werden. Ein damaliger Kläger macht der Produktion allerdings einen Strich durch die Rechnung.

Jordan Chandler, dessen Vater 1993 Vorwürfe gegen Michael Jackson erhob, dürfe laut den Anwälten des co-produzierenden „Michael Jackson Estate“ aufgrund einer juristischen Klausel im Film weder erwähnt noch dargestellt werden.

Das Drehbuch wurde also überarbeitet und der Film findet sein Ende auf dem Höhepunkt von Michael Jacksons Karriere: Auf der „Bad“-Welttournee in den späten 1980er Jahren. Das ist auch der Grund dafür, warum der Film nicht, wie ursprünglich geplant, im April 2025 in die Kinos gekommen ist.

Quellen