Interview

Jacob Elordi: Deshalb war der Dreh mit Margot Robbie für „Wuthering Heights“ so besonders

Jacob Elordi spielt in „Wuthering Heights“ an der Seite von Margot Robbie. Wie er selbst die Geschichte sieht und wie er seine Rolle selbst sieht, verrät er im Interview.

Szene aus Wuthering Heights mit Jacob Elordi und Margot Robbie.
Jacob Elordi spielt an der Seite von Margot Robbie Foto: IMAGO / Landmark Media

Es gibt kaum einen Film, der zuletzt so mit Spannung erwartet wurde, wie „Wuthering Heights“ – vor allem, weil der Trailer der Buchverfilmung von Emerald Fennell vermuten ließ, dass die Regisseurin bei ihrem Streifen ordentlich von der Vorlage von Emily Brontë abgewichen ist. Warum sich ein Kinobesuch dennoch lohnt, lest ihr in unserer Filmkritik.

„Wuthering Heights“: Jacob Elordi im Interview

Die Hauptrollen in der Liebesgeschichte von Cathy und Heathcliff übernehmen Margot Robbie und Jacob Elordi. Der 28-Jährige, der in diesem Jahr für seine Rolle in „Frankenstein“ für einen Oscar nominiert ist, spricht im Interview über die Zusammenarbeit mit Margot Robbie und darüber, was ihn an dem Projekt gereizt hat.

Margot Robbie und Jacob Elordi in einer Szene aus Wuthering Heights.
Margot Robbie und Jacob Elordi in “Wuthering Heights”. Foto: Warner Bros.

Was hat dich an der Rolle von Heathcliff gereizt?

Mir war klar, dass dies mit Emerald Fennell keine traditionelle Version der Figur sein würde, wie wir sie im kollektiven Bewusstsein kennen, sondern Heathcliff, interpretiert durch ihre Linse, mit ihrer einzigartigen Perspektive. Sie kennt die Figur und diese Geschichte so gründlich, und genau diese Interpretation hat mich sehr interessiert. Ich glaube an sie als Künstlerin und besonders als Regisseurin, und ich möchte – so gut ich kann – Teil ihrer filmischen Welt sein.

Wie war die Zusammenarbeit mit Margot Robbie?

Margot managt in jedem Moment mindestens 50 Dinge gleichzeitig – und das immer mit einem Lächeln. Da kann man sich schlicht nicht beschweren, wenn man sieht, was sie an einem Tag alles schafft. Sie ist eine Inspiration und eine reine Energiequelle, und ich arbeite sehr gern mit ihr.

Jacob Elordi: „Heathcliff ist der ursprüngliche Außenseiter“

Wie siehst du Heathcliff?

Heathcliff ist der ursprüngliche Außenseiter. Angeschrien, geschlagen, von seinem Vater und der Welt insgesamt zurückgewiesen. Von Anfang an rechnet er jederzeit mit einem Angriff, deshalb ist seine Körperhaltung schützend, zusammengerollt. So wie das Set gebaut war, fühlte es sich an wie die Welt, die er kennt: kalt, isolierend, sich um ihn schließend. Cathy war die einzige Quelle von Licht oder Wärme, aber selbst dann wird ihm gesagt, dass er nicht dazugehört.

Nachdem er zu „Wuthering Heights“ zurückkehrt, steht er aufrecht. Er hat Autonomie, seine Kleidung steht ihm. Er hat Geld, was ihn ihnen ebenbürtig macht. Das war ein schöner Entwicklungsbogen zu spielen.

Wie war die Zusammenarbeit mit deinen anderen Co-Stars?

Es war großartig, mit Schauspielern auf diesem Niveau in dieser Welt zu arbeiten, die Emerald geschaffen hat. Hong Chau ist fantastisch, so professionell – niemand ist cooler als Hong. Und Martin Clunes ist eine Legende – was er als Earnshaw macht, wie er diesen schmalen Grat zwischen Grausamkeit und Fürsorge geht, ist meisterhaft. Shazad Latif – man wird keinen härter arbeitenden oder netteren Menschen treffen, ich verehre ihn sehr. Und es ist mein zweites Mal mit Alison Oliver, die in diesem Film schlicht überwältigend ist. Schon bei der ersten Leseprobe konnte ich kaum glauben, was sie sich für Isabella vorgestellt hatte.

Was ist für dich der Kern der Geschichte?

Emerald bewegt sich in diesem Film durch jede nur denkbare Farbe der Liebe. Die väterliche Liebe zwischen Vater und Tochter und wie sie sich auf diese Weise gegenseitig quälen. Die Liebe zwischen Freundinnen, wenn Cathy und Nelly jung sind, und wie sie sich verletzen, während sie älter werden. Und natürlich die Liebe zwischen Cathy und Heathcliff – episch, andauernd, ewig und gequält, die Traurigkeit, die sie einander zufügen, trotz allem. Es gibt Freude, Dunkelheit. Es ist ein ungeschönter Blick auf die Komplexität der Liebe, ohne Urteil – und genau das macht es auch heute relevant.