„Immer wieder sonntags“ abgesetzt!: So kam es zum Schock-Aus
Schwerer Schlag für Stefan Mross und alle Schlager-Fans: „Immer wieder sonntags“ wird nach einer letzten Staffel für immer eingestellt.

Für viele gehört „Immer wieder sonntags“ so selbstverständlich zum Sommer wie Eis und Freibad. Doch genau damit ist bald Schluss: Die ARD zieht überraschend den Stecker – trotz stabiler Quoten und treuer Fanbasis. Was steckt hinter der Entscheidung?
Mehr als drei Jahrzehnte lang prägte die Open-Air-Show den Sonntagvormittag im Ersten. Seit 1995 lief das Format jeden Sommer – zunächst mit Max Schautzer, später über viele Jahre mit Stefan Mross, der längst zum Gesicht der Sendung geworden ist.
Gerade erst wurde noch das 30-jährige Jubiläum gefeiert – umso überraschender kommt jetzt das plötzliche Aus. Eine letzte Staffel wird es zwar noch geben, doch danach ist endgültig Schluss. Geplant sind zwölf Live-Ausgaben ab Ende Mai sowie ein großes Finale im September, gefolgt von einer Best-of-Sendung.
Dabei sprechen die Zahlen eigentlich eine klare Sprache: Noch im vergangenen Jahr schalteten im Schnitt über 1,3 Millionen Zuschauer ein, der Marktanteil lag bei starken 17 Prozent.
„Schmerzhafte Entscheidung“
Die Begründung liefert der Südwestrundfunk gemeinsam mit der ARD selbst. SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler erklärt: „Die Einstellung von 'Immer wieder sonntags' ist eine schmerzhafte Entscheidung, die wir sehr sorgfältig abgewogen haben und die uns angesichts des großen Erfolgs nicht leichtfällt.“
Und weiter wird deutlich, woran es letztlich scheitert: „Die wirtschaftliche Situation des SWR lässt uns aber keine andere Wahl.“ Auch ARD-Programmdirektorin Christine Strobl blickt mit Wehmut zurück: „Mehr als drei Jahrzehnte hat 'Immer wieder sonntags' den Sonntagvormittag in der ARD mit Musik, Nähe und Lebensfreude geprägt.“
Besonders hebt sie dabei die Rolle von Stefan Mross hervor, der der Sendung „ihr Gesicht und ihr Herz gegeben“ habe.
Sparzwang statt Quotenproblem
Der Grund für das Aus liegt also nicht in schwächelnden Zuschauerzahlen, sondern vielmehr im zunehmenden Spardruck. Der SWR hat in den vergangenen Jahren bereits mehrere langjährige Formate eingestellt oder reduziert – darunter auch Shows wie „Ich trage einen großen Namen“ oder Verstehen Sie Spaß? in abgespeckter Form.
Künftig sollen die Mittel anders eingesetzt werden. Ein Teil wird eingespart, ein anderer in neue digitale Unterhaltungsformate investiert. Der Sender betont, man wolle sich stärker an veränderten Sehgewohnheiten orientieren und neue Wege gehen.
Ein emotionaler Abschied
Für Fans bedeutet das: Ein fester Bestandteil des TV-Sommers verschwindet. Doch immerhin soll der Abschied würdig ausfallen. Der SWR kündigt an, die letzten Ausgaben gemeinsam mit dem Publikum zu feiern – als großes Finale für ein Stück Fernsehgeschichte.
Oder, wie es die ARD selbst formuliert: „Alles hat seine Zeit: Formate verändern sich, unser Unterhaltungsportfolio entwickelt sich weiter – aber das, was 'Immer wieder sonntags' für viele Menschen bedeutet hat, bleibt.“
Ein schwacher Trost für alle, die sich sonntags künftig nach einer neuen Tradition umsehen müssen.








