Spannung pur!

„Im Schatten der Angst – Der Skorpion“: Darf man einem verurteilten Mörder noch vertrauen?

Kann ein Mensch seine Natur wirklich ändern? Der ZDF-Thriller „Im Schatten der Angst – Der Skorpion“ treibt diese Frage auf die Spitze.

Im Schatten der Angst - Der Skorpion: Neben einem Auto steht der forensische Psychiater Paul Kressmann (Jörg Schüttauf) und hält ein Funkgerät in der Hand. Neben ihm stehen Karla Eckhardt (Julia Koschitz) und Kommissarin Radek (Susi Stach). Alle drei wirken äußerst angespannt und blicken in die gleiche Richtung.
Psychiater Paul Kressmann (Jörg Schüttauf) will den Geiselnehmer Anton Lisky zum Aufgeben überreden. Kommissarin Radek (Susi Stach) und Karla Eckhardt (Julia Koschitz) folgen gebannt dem Geschehen. Foto: ZDF / Victoria Herbig

Ein Mann hält einer Frau ein Messer an die Kehle. Sekunden später stürmt ein SEK-Team das Gebäude. Die Geisel überlebt – doch ein anderer Mann stirbt. Der Täter wird abgeführt, oberkörperfrei, auf der Brust das Wort „Savage“, auf dem Rücken ein riesiges Skorpion-Tattoo. Schon diese ersten Minuten von „Im Schatten der Angst – Der Skorpion“ zeigen: Dieser ZDF-Thriller will nicht nur Spannung erzeugen – er stellt eine zentrale Frage über Schuld und Veränderung.

Am Montag, 9. März, um 20.15 Uhr im ZDF kehrt Schauspielerin Julia Koschitz als forensische Psychiaterin Karla Eckhardt zurück. Der dritte Film der Reihe stellt sie vor eine Entscheidung, die ihr gesamtes berufliches Urteil infrage stellen könnte.

„Im Schatten der Angst – Der Skorpion“: Ein Mord, der alles verändert

Der Film beginnt mit einer Szene, die den Ursprung der Geschichte erklärt: Anton Lisky tötet im Drogenrausch aus rasender Eifersucht einen Freund. Acht Jahre später sitzt er noch immer in Haft. Seine Psychiaterin Karla Eckhardt begleitet ihn seit Jahren therapeutisch – und glaubt inzwischen, dass er sich verändert hat.

Sie setzt sich dafür ein, dass Lisky Lockerungen im Strafvollzug erhält. Für die Mutter des Mordopfers, Helene Zenker, ist das unvorstellbar. Ihr Sohn wurde getötet – kurz darauf verlor sie auch ihren Mann. Für sie ist klar: Menschen ändern sich nicht.

Kann ein Täter sich wirklich ändern?

Im Zentrum des Films steht eine berühmte Fabel: der Skorpion und der Frosch. Der Skorpion bittet den Frosch, ihn über einen Fluss zu tragen, und sticht ihn dennoch unterwegs. Auf die Frage warum, antwortet er: „Das ist nun mal meine Natur.“

Genau diese Frage zieht sich durch den gesamten Thriller: Ist Anton Lisky wirklich rehabilitiert – oder verbirgt sich hinter der neuen Ruhe nur eine Fassade?

Tatsächlich scheint sich der ehemalige Täter verändert zu haben. Unter Aufsicht arbeitet er in einer Gärtnerei, bleibt selbst bei Provokationen ruhig und wirkt beinahe friedlich.

Neue Tat erschüttert das Vertrauen

Im Schatten der Angst - Der Skorpion: Anton Lisky (Stefan Gorski) und Karla Eckhardt (Julia Koschitz) sitzen nebeneinander auf einer schlichten Bank im mobiliarlosen Pink Room, einem ganz in Rosa gehaltenen Raum. Lisky hat sich vorgebeugt, die Hände ineinandergelegt. Seine Arme sind mit Tätowierungen geschmückt.
Der Straftäter Anton Lisky (Stefan Gorski) hat in der Therapie im Maßnahmenvollzug aus Sicht der forensischen Psychiaterin Karla Eckhardt (Julia Koschitz) gute Fortschritte gemacht. Doch ist ihm wirklich zu trauen? Foto: ZDF / Victoria Herbig

Doch plötzlich eskaliert die Situation erneut. Ein Kollege aus der Gärtnerei wird tot aufgefunden – und Anton Lisky verschwindet spurlos.

Für LKA-Kommissarin Irene Radek ist die Sache klar: Der ehemalige Mörder hat wieder zugeschlagen. Auch in der Öffentlichkeit wächst die Empörung. Der Fall wird schnell zum Argument für jene Stimmen, die ein Ende der sogenannten „Streicheljustiz“ fordern.

Nur Karla Eckhardt zweifelt weiterhin an der offensichtlichen Lösung.

Psychologisches Spiel mit der Wahrheit

Die Geschichte entfaltet sich aus der Perspektive der Psychiaterin. Sie überprüft erneut ihre Gespräche mit Lisky, analysiert Videoaufnahmen der Therapiesitzungen und sucht nach einem Hinweis, der ihre Einschätzung widerlegt.

Doch die Aufnahmen bestätigen ihre ursprüngliche Diagnose. Für Eckhardt steht plötzlich alles auf dem Spiel: Hat sie sich von ihrem Patienten täuschen lassen – oder ist er unschuldig?

Als Lisky schließlich überraschend wieder auftaucht, bittet er sie um Hilfe. Er habe den Mord nicht begangen, sagt er, aber etwas Verdächtiges beobachtet. Für Eckhardt beginnt damit ein gefährlicher Balanceakt zwischen Vertrauen und Pflicht gegenüber der Polizei.

Starke Darsteller im ZDF-Thriller

Neben Julia Koschitz, die Karla Eckhardts inneren Konflikt mit feinen Nuancen spielt, überzeugt auch Stefan Gorski als Anton Lisky. Seine Figur bewegt sich zwischen Bedrohlichkeit und scheinbarer Läuterung.

Der Schauspieler erklärte dazu: „An der Figur ist eben gerade die Vielschichtigkeit so spannend. Die verschiedenen Facetten, die jeder Mensch in sich trägt und die durch äußere Umstände herausgekitzelt werden.“

Auch Jörg Schüttauf als Psychiater Paul Kressmann verleiht dem Film zusätzliche Tiefe. Für Eckhardt ist er Mentor und kritischer Beobachter zugleich.

Geht die Reihe „Im Schatten der Angst“ weiter?

Ob es nach „Im Schatten der Angst – Der Skorpion“ weitere Filme der Reihe geben wird, ist derzeit noch offen. Offiziell bestätigt wurde eine Fortsetzung bislang nicht. Da die bisherigen Teile jeweils im Abstand mehrerer Jahre entstanden sind, hängt eine mögliche Weiterführung der ZDF-Thrillerreihe vermutlich auch von Faktoren wie Einschaltquoten und Zuschauerresonanz ab. Sollte der dritte Film erneut ein großes Publikum erreichen, stehen die Chancen grundsätzlich gut, dass Julia Koschitz auch künftig wieder als forensische Psychiaterin Karla Eckhardt ermitteln könnte.