ARD-Drama über Schicksal und Verlust

„Hundertdreizehn“ ARD-Tipp: Ein Serienhighlight, das unter die Haut geht

Wie viele Menschen sind von einem einzigen tödlichen Unglück betroffen? Die deutsche Serie „Hundertdreizehn“ macht genau das unerträglich deutlich. Warum du diese Serie unbedingt schauen solltest!

Das Cover der Serie Hundertdreizehn, inklusive des Ermittlerduos und dem verunglückten Bus.
„Hundertdreizehn“: So bewegend ist die Serie über Schicksal und Verlust. Foto: WDR/Windlight Pictures/Frank Dicks

Als ein Reisebus auf der Autobahn in den Gegenverkehr raste und zahlreiche Menschen mit sich in den Abgrund riss, teilten fremde Menschen plötzlich das gleiche Schicksal und die gleichen Gefühle: geplagt von Schuld, Trauer, Wut und Scham. Insgesamt sind es 113 Menschen, die direkt oder indirekt betroffen sind, wenn ein einziger Mensch tödlich verunglückt. Von Angehörigen über Polizisten und Feuerwehrkräften – ein unsichtbares Netzwerk von Menschen und Schicksälen entsteht, alle verbunden durch eine einzige Katastrophe.  

Ein riesengroßes Unglück, zahlreiche Tote, wenig Klarheit – aber eine Geschichte. „Hundertdreizehn“ zeigt diese Tragödie in all ihren Facetten – und unsere Kritik fragt: Wie viel Schmerz, Menschlichkeit und Wahrheit steckt in der Serie? Die ARD-Serie feiert nun endlich ihre Premiere im Fernsehprogramm und ist auch in der ARD-Mediathek zu sehen.

„Hundertdreizehn“: Darum geht's in der ARD-Serie

In der sechsteiligen Serie „Hundertdreizehn“ wird eine Geschichte über ein Busunglück erzählt: Ein Verkehrsunfall, der die Leben von vielen Menschen aus dem Gleichgewicht reißt. Dabei ist die Handlung erzählerisch auf mehreren Ebenen aufgebaut, wobei sich zwei durchgängige Stränge durch die gesamte Serie ziehen: Die Geschichte des Ermittlerduos, das der Unfallursache auf den Grund geht, sowie dem Schicksal der Angehörigen Frauen und Töchter des Busfahrers.

Das Besondere an den sechs Folgen: Jede Folge basiert auf einem anderen, berührenden Schicksal. So entsteht eine Geschichte, bestehend aus sechs Episoden, jedoch acht Einzelgeschichten. Eine komplexe Story mit rotem Faden und enormer Vielfalt. Die Serie trifft den Nerv dieser Zeit, die von dem Band zwischen Menschen erzählt.

„Hundertdreizehn“: Ein Weckruf fürs Leben

Die Serie startet mit einem Knall – dabei verschaffen heftige Szenen nicht nur Gänsehaut, sondern auch kurze Denkpausen über das Leben und den Tod. Für kleine Sensibelchen ist vor allem der Anfang der Story etwas schwer zu ertragen, und auch zwischendrin braucht es vielleicht das ein oder andere Mal eine Pause von der Flut an Emotionen, die diese Serie lostritt.

Dabei thematisiert jede Episode Gefühle von Verlust, Schuld und Scham, und das auf eine unglaublich intensive Art und Weise. Kleine und große Rätsel sind dabei in den Handlungssträngen gut gesetzt, sodass sich Zusammenhänge zeigen, die sich immer weiter, langsam und parallel zur Handlung entblättern. Kleinere, anfangs unscheinbare Details werden dabei wieder aufgegriffen und gezielt eingebaut, um die Geschichte zu formen und das unsichtbare Netzwerk der Leidensgeschichten zu verknüpfen.

„Hundertdreizehn“: Intensive Story – und dann war da das Ende…

Nach fünf Folgen intensiver Gefühle und bewegender Schicksale waren die Erwartungen an das Finale groß. Die Handlung verliert bis zum Ende nicht an Spannung, denn die Gefühle, die durch die Serie gezogen werden, sind intensiv und die Handlungsstränge sehr detailreich – doch der Schluss ist dagegen simpel gesagt zu „einfach“.

Es wird eine nette Lösung gefunden, die nicht enttäuscht, jedoch den vorherigen Rätseln, Zusammenhängen und Handlungssträngen nicht gerecht wird. Was man Regisseur Rick Ostermann und Drehbuchautor Arndt Stüwe jedoch lassen muss: Sie erzählen einen Gegenwartsstoff und schaffen es trotz der Schwere der Thematiken einen positiven Ausgang zu finden. Jede Folge schafft es, zu inspirieren und etwas Positives mitzunehmen. Chapeau!

Im Vordergrund die Ermittlerin Anne Goldmunft, mit ihren Händen auf die Hüfte gestemmt und einem ernsten Gesichtsausdruck. Im Hintergrund: Ihre Ermittlerkollegen.
Die Ermittler: Finden sie die Unfallursache heraus? Foto: WDR/Windlight Pictures/Frank Dicks

„Hundertdreizehn“: Die Besetzung (fast) so gut wie die Storyline

Die Figuren von „Hundertdreizehn“ sind eigen, charismatisch und komplex – und werden von einem exzellenten Star-Ensemble verkörpert, darunter Lia von Blarer, Max von der Groeben und Armin Rohde. Besonders beeindruckend ist die Vielfalt der Charaktere: Alter, Lebenswege, Schicksalsschläge und Traumata werden facettenreich abgebildet.

Kleine Highlights für Fans gibt es obendrein – wer Max von der Groeben schon immer einmal in einem Feuerwehranzug sehen wollte, sollte unbedingt einschalten.

„Hundertdreizehn“: Streaming und Ausstrahlung im Free-TV

Ab Freitag, den 10. Oktober, stehen alle sechs Episoden von „Hundertdreizehn“ in der ARD-Mediathek zum Streamen bereit. Im Free-TV zeigt Das Erste die Serie in zwei Teilen: Die ersten drei Folgen laufen am Dienstag, den 14. Oktober, die abschließenden drei Episoden am Mittwoch, den 15. Oktober – jeweils ab 20:15 Uhr.

Eine Geschichte über Schicksal, Trauer und menschliche Verbundenheit, die noch lange nachhallt – „Hundertdreizehn“ lässt niemanden unberührt.

Quellen

  • ARD