Abschied von einer Radio-Stimme

Hörfunk-Legende und ehemaliger WDR-Sportchef Dietmar Schott ist gestorben

Dietmar Schott ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Der langjährige WDR-Sportchef prägte Generationen von Radiohörern – jetzt nimmt der Sender Abschied von einer seiner größten Stimmen.

Schwarz-Weiß-Porträt von Dietmar Schott mit weißen Haaren und Brille.
Dietmar Schott prägte über Jahrzehnte die Sportberichterstattung des WDR. Foto: IMAGO / Weckelmann

Traurige Nachrichten für den WDR und seine Weggefährten: Dietmar Schott ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Über mehr als vier Jahrzehnte prägte er als Reporter, Moderator und späterer Sportchef die Sportberichterstattung des Senders. Besonders bekannt wurde er durch das Radioformat „Sport und Musik“, das er nicht nur moderierte, sondern auch mitentwickelte.

Seine Geschichte beim WDR

Dietmar Schott hat eine lange Verbundenheit mit dem WDR geprägt. Insgesamt war er von 1962 bis 2002 beim Sender tätig – zunächst als Sportredakteur. Wie sich zeigte, war das erst der Anfang seiner Karriere. In seiner beruflichen Laufbahn moderierte er allein im Hörfunk insgesamt mehr als 2.000 Sendungen. Doch auch im Fernsehen war er als Moderator tätig – fünf Jahre lang war er im WDR bei verschiedenen Sportsendungen zu sehen. Zahlreiche Sportarten begleitete er über lange Zeit. Sich selbst nannte er jedoch „Kind der Bundesliga“, da er seit der Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 darüber berichtete.

Insgesamt berichtete Dietmar Schott elfmal von den Olympischen Spielen, 32-mal vom wichtigsten Trabrennen der Welt, dem „Prix d’Amérique“, und 25-mal vom Deutschen Derby.

Ein Mann mit vielen Leidenschaften

WDR-Intendantin Katrin Vernau betonte nach seinem Tod, wie sehr er den Sender bereichert habe. Vor allem seine Expertise rund um den Pferde- und Basketballsport sei sehr geschätzt worden. Unter anderem erklärte sie: „Dietmar Schott wurde häufig ‚Hörfunk-Legende‘ genannt, und das völlig zu Recht. Für alle, die samstags vor dem Radio saßen und mit ihrem Fußballverein mitfieberten, war er eine der wichtigsten Stimmen des Landes.

Er sei ein Experte gewesen, der journalistische Objektivität stets mit seinen vielseitigen Leidenschaften verbinden konnte, fügte Katrin Vernau hinzu: „Mit ihm verlieren wir einen großen Sportjournalisten und beliebten Kollegen.“

WDR-Sportchef und vielfach ausgezeichnet

Ab dem Jahr 1988 übernahm er die Position des WDR-Sportchefs und trat damit die Nachfolge von Kurt Brumme an. Im Jahr 2002 ging er offiziell in den Ruhestand, konnte seine journalistische Tätigkeit jedoch nie ganz aufgeben. Für sein herausragendes Engagement wurde Dietmar Schott mehrfach ausgezeichnet. Für seine Reportagen erhielt er unter anderem den Herbert-Zimmermann-Preis sowie in Neuseeland den Weltpreis für Sportjournalismus.

Quellen