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„His & Hers“: Das schockierende Ende erklärt! Gibt es eine Staffel 2?

Wer den schockierenden Twist von „Sie weiß von dir“ mittlerweile überwunden hat, sollte auf keinen Fall „His & Hers“ auf Netflix verpassen.

Jon Bernthal als Detective Jack Harper und Tessa Thompson als Anna.
Jack und Anna erhalten ein außergewöhnliches Happy End. Foto: © 2025 Netflix, Inc

Die Netflix-Serie „His & Hers“, basierend auf dem Roman „Glaube mir“ von Alice Feeney, entfaltet über sechs Episoden hinweg ein dichtes Netz aus Schuld, Trauma und falschen Fährten. Spätestens das Finale zählt zu den überraschendsten Serienenden des Jahres – und das, obwohl das Jahr gerade erst begonnen hat.

Wer ohne Buchkenntnis einschaltet, dürfte von den letzten Minuten regelrecht überrollt werden. Zeit also, das Ende Schritt für Schritt einzuordnen und zu klären, wie es danach weitergehen könnte.

Der Mordfall, der alles ins Rollen bringt

Im Zentrum der Handlung steht der grausame Tod von Rachel, die mit zahlreichen Messerstichen ermordet im Wald gefunden wird. Schon früh legt die Serie mehrere Spuren aus, die in unterschiedliche Richtungen führen: Der Polizist Jack hatte eine Affäre mit dem Opfer, die TV-Journalistin Anna war ebenfalls am Tatort – und beide sind miteinander verheiratet. Was zunächst wie ein klassischer Krimi beginnt, entwickelt sich schnell zu einer psychologischen Abwärtsspirale.

Die Ehe von Jack und Anna ist durch den Verlust ihres Kindes schwer belastet. Während Anna die Stadt verlässt und sich zurückzieht, bleibt Jack zurück und kümmert sich um Annas Mutter Alice, die an Demenz zu leiden scheint und zunehmend auffälliges Verhalten zeigt. Parallel versucht Anna, durch investigative Arbeit beruflich wieder Fuß zu fassen – und gerät dabei immer tiefer in den Sog der Mordserie.

Alte Freundschaften, alte Schuld

Rebecca Rittenhouse als Lexi.
Lexi spielt nicht mit offenen Karten. Foto: © 2025 Netflix, Inc

Mit dem Auftauchen eines zweiten Mordopfers wird klar, dass die Taten mit einer Clique aus Jugendzeiten zusammenhängen. Rachel, Helen, Zoe, Anna und eine Außenseiterin namens Catherine Kelly verband eine gemeinsame Vergangenheit – und ein düsteres Ereignis rund um Annas 16. Geburtstag. Lange bleibt unausgesprochen, was damals wirklich geschah, doch die Serie deutet immer stärker auf schwere Übergriffe und kollektives Wegsehen hin.

Ein Wendepunkt folgt, als Anna entdeckt, dass ihre berufliche Rivalin Lexy in Wahrheit Catherine Kelly ist. Rückblenden enthüllen zudem, dass Catherine schon früh zu extremen Handlungen fähig war. Im Finale eskaliert die Situation endgültig: Weitere Todesfälle, falsche Verdächtigungen und ein scheinbar abgeschlossenes Täterprofil suggerieren, dass die Wahrheit nun ans Licht gekommen sei.

Warum das vermeintliche Ende nicht das echte ist

Doch das ist nur die halbe Geschichte. Ein Zeitsprung zeigt Anna ein Jahr später scheinbar angekommen: Sie ist wieder Nachrichtenmoderatorin, erwartet ein Kind, lebt erneut mit Jack zusammen und hat Zoes Tochter adoptiert. Alles wirkt geordnet, fast versöhnt. Gleichzeitig wird deutlich, dass Annas innere Stimme, die die Serie immer wieder begleitet hat, nicht das ist, was sie zu sein scheint.

Der entscheidende Bruch kommt mit einem Brief von Alice. Die Erzählperspektive kippt – und offenbart, dass nicht Anna, sondern ihre Mutter die gesamte Zeit über die eigentliche Erzählerin war. Was folgt, ist die wahre Rekonstruktion der Ereignisse: Alice hat die Morde begangen. Getrieben von Trauer um ihre Enkelin und dem Wissen um das, was Anna als Teenager angetan wurde, nahm sie Rache an all jenen, die damals beteiligt waren oder wegsahen.

Die wahre Täterin und ihr Motiv

Crystal Fox als Alice.
Alice führt alle an der Nase herum. Foto: © 2025 Netflix, Inc

Alice nutzte dabei gezielt ihre Rolle als scheinbar hilflose, demente ältere Frau. Ihr auffälliges Verhalten diente als Tarnung, ihre früheren Jobs als Reinigungskraft verschafften ihr Zugang zu Häusern, Schlüsseln und unbeobachteten Momenten. Jeder Mord war geplant – nicht nur aus Vergeltung, sondern auch mit dem Ziel, Anna zurück nach Hause zu holen und ihre Familie wieder zusammenzuführen.

Besonders bitter: Der grausame Vorfall an Annas Geburtstag traf nicht Catherine, wie lange behauptet wurde, sondern Anna selbst. Diese Erkenntnis bildet den emotionalen Kern des Finales und erklärt rückwirkend viele Entscheidungen und Lügen der Figuren. In der letzten Szene wird deutlich, dass Anna die Wahrheit erkennt – und sie akzeptiert. Ob aus Loyalität, Dankbarkeit oder stiller Zustimmung, bleibt bewusst offen.

Gibt es eine Staffel 2 von „His & Hers“?

Eine Fortsetzung ist derzeit eher unwahrscheinlich. Die Serie basiert auf dem abgeschlossenen Roman und die Handlung wird konsequent zu Ende erzählt. Auch die Entwicklung der Hauptfiguren lässt wenig Raum für eine direkte Weiterführung der Geschichte.

Allerdings hat das Seriengeschäft schon oft bewiesen, dass große Erfolge neue Wege eröffnen können – selbst bei eigentlich abgeschlossenen Stoffen. Ob Netflix diesen Weg geht, hängt letztlich vom Publikumserfolg ab. Inhaltlich wäre es jedoch eine Herausforderung, ein Ende dieser Wucht noch einmal zu übertreffen.