Heute im TV: Warum man an „Das Lehrerzimmer“ im ZDF nicht vorbeikommt
Deutscher Film ist nicht immer nur umständlich. Als perfektes Beispiel dafür kann „Das Lehrerzimmer“ herhalten, der 2023 nicht nur die Kritiker, sondern auch die Oscar-Academy begeisterte.

Es gibt sie noch: die deutschen Filme, die nicht versuchen, das Publikum mit den ewig gleichen Darstellern und/oder Darstellerinnen zu locken, und stattdessen auf eine spannende Geschichte setzen. Das wohl aktuellste Beispiel dafür ist „Das Lehrerzimmer“ von Regisseur İlker Çatak mit Leonie Benesch in der Hauptrolle, in dem die Abgründe des Mikrokosmos Schule ergründet werden. Aber warum ist ausgerechnet dieser Film ein absolutes Highlight des heutigen TV-Abends?
„Das Lehrerzimmer“: Worum geht es in dem preisgekrönten Drama?

Carla Nowak (Leonie Benesch) ist eine mehr als engagierte Lehrerin und seit einigen Monaten neu an einem Gymnasium. Dort unterrichtet sie in den Fächern Mathematik und Sport eine siebte Klasse und sorgt mit ihrer idealistischen Art dafür, dass sie allseits beliebt ist.
Doch ihr beruflicher Alltag dreht sich komplett um, als sie sich in die Ermittlungen einer unaufgeklärten Diebstahlserie einmischt, die die Schule zurzeit heimsucht. Die Durchsuchung des Portemonnaies ihres Schülers Ali (Can Rodenbostel) führt dazu, dass dieser einen Kleinkrieg mit der Lehrerin beginnt – dessen Ausmaß desaströse Zustände annimmt.
Oscars, Berlinale, Filmpreise: „Das Lehrerzimmer“ ist ein Kritikerliebling
In einer Hinsicht hatte „Das Lehrerzimmer“ schwere Fußstapfen zu füllen. Der Film erschien ein Jahr, nachdem Deutschland den ersten Auslandsoscar seit 2007 für „Im Westen nichts Neues“ gewonnen hatte. Dementsprechend waren die Erwartungshaltungen hoch, als „Das Lehrerzimmer“ als deutscher Beitrag für die Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ eingereicht wurde. Doch der Film konnte diesen Erwartungen zumindest partiell gerecht werden, denn er wurde tatsächlich in dieser Kategorie für eine Oscar-Nominierung berücksichtigt. Letztendlich konnte der Film den Oscar aber nicht mit nach Hause nehmen.
Dafür zeichnete man hierzulande „Das Lehrerzimmer“ aber mit fünf Deutschen Filmpreisen aus und nahm den Film in das Programm der Berlinale auf – wenn auch nicht im Wettbewerb. Diese Ehre war dann aber İlker Çataks Folgefilm „Gelbe Briefe“ vergönnt, der sogar den Goldenen Bären gewinnen konnte.
Um die preisverdächtige Qualität von „Das Lehrerzimmer“ hervorzuheben, kann man am ehesten die Jury von German Films zitieren, die das Drama als „hochaktuellen, universellen Kinofilm, dem man sich nicht entziehen kann“ beschrieb.
Wo läuft „Das Lehrerzimmer“?
Wer sich selbst davon überzeugen möchte, was für eine herausragende Qualität „Das Lehrerzimmer“ mitbringt, hat heute Abend die Chance. Der Film wird ab 20:15 Uhr im ZDF gezeigt – wem das zu spät ist, kann das Drama auch jetzt schon in der ZDF- oder ARTE-Mediathek schauen.









