„The Witcher“-Interview

Ein Gentleman unter Vampiren: Laurence Fishburne im Gespräch über „The Witcher“

Im Interview spricht Laurence Fishburne mit uns über seine erste Reise in eine Fantasy-Welt – und die Tiefe hinter dem geheimnisvollen Regis!

Laurence Fishbourne sieht überrascht aus
Laurence Fishburne stößt diese Staffel neu zu „The Witcher“ dazu. Die neuen Folgen kommt übrigens am 30. Oktober zu Netflix! Foto: Netflix

Neben Liam Hemsworth stößt noch ein weiterer Hollywood-Star zum Hauptcast der vierten „The Witcher“-Staffel: Laurence Fishburne (64), bekannt aus „Matrix“, „John Wick“ und zuletzt „The Amateur“, übernimmt die Rolle des Vampirs Regis. Für den Schauspieler ist es der erste Ausflug in die Welt der Fantasy – und zugleich eine seiner komplexesten Figuren.

Fishburne sprach mit uns in London darüber, was ihn an „The Witcher“ gereizt hat, warum Regis kein typischer Vampir ist und wie er die Beziehung zwischen Geralt und seinem Charakter versteht!

„Unter normalen Umständen wären er und Geralt wohl Feinde“

Melissa Mundhenk, TV Movie Online: Du hast noch nie zuvor Fantasy gespielt, oder? Was hat dich zu „The Witcher“ gezogen?

Laurence Fishburne: Ja, das stimmt. Jeder liebt doch Fantasy. Und die Rolle ist wirklich besonders. Regis ist kein Vampir, wie man ihn sonst kennt – ein Vampir, der kein Blut trinkt. Das ist eine sehr interessante Idee. Genau das hat mich gereizt.

Was war dein schönstes Erlebnis am Set oder während der Dreharbeiten?

Eigentlich alles, was hinter den Kulissen passiert ist – einfach mit dem Rest des Casts abzuhängen, herumzualbern, Geschichten zu erzählen und Lügen auszutauschen. Das war der größte Spaß.

Dein Charakter ist ein höherer Vampir. Viele Fans sagen, solche Wesen seien keine wirklichen Monster, weil sie so geboren werden. Wie siehst du das? Ist er für dich ein Monster?

Er ist ein Mann, der genetisch verändert wurde und dadurch zum Vampir wurde – also kein Vampir, wie man ihn gewöhnlich kennt. Zum Beispiel hat er nicht zwei, sondern vier Fangzähne. Unter normalen Umständen wären er und Geralt wohl Feinde, aber die Situation ist anders. Beide sind Außenseiter, und sie haben gegenseitigen Respekt, weil sie einander verstehen. Da sie beide verändert wurden, halten sie besonders an ihrer Menschlichkeit fest. Sie verbinden sich durch das, was sie menschlich macht – nicht durch ihre Andersartigkeit.

Nun wissen wir, wie viel Geralt Regis bedeutet. Doch wie steht es um die Hansa?

Nun, Regis hat wie ein Einsiedler gelebt, war lange Zeit völlig isoliert. Als er auf die Hansa trifft – oder sie auf ihn –, erkennt er, dass sie alle Außenseiter sind, alle irgendwie nicht dazugehören. Und er spürt, dass er zu ihnen passen könnte, dass sie ihn vielleicht aufnehmen und ihm ein Gefühl von Gemeinschaft geben könnten. Dann wäre er nicht länger allein.

Regis hat Krieg, Sucht und Gewalt erlebt – und sich trotzdem für den Frieden entschieden. Was sagt das über ihn als Menschen aus?

Ich denke, es zeigt, dass er eine wichtige Lektion gelernt hat: Gewalt, Wut und unkontrollierte Leidenschaft führen nur zu Zerstörung und Verzweiflung.

Regis ist eine sehr beliebte Figur aus den Büchern. Was für ein Gefühl war es, so eine Rolle mit einer großen Fangemeinde zu übernehmen?

Das ist ein zweischneidiges Schwert, wenn man eine so große Fanbasis hat. Ich habe die Bücher nicht gelesen, weil ich nicht versuchen wollte, diese Erwartungen zu erfüllen – ich wusste, dass das unmöglich wäre. Und ich habe auch das Videospiel nie gespielt, weil ich mich nicht selbst in eine bestimmte Richtung drängen wollte, so nach dem Motto: „Oh, ich muss ihn genau so spielen“. Wir wollten einen Regis erschaffen, der auf diesen Vorlagen basiert, aber nicht an sie gebunden ist.