Dieter Bohlen motzt über Verweichlichung bei DSDS: „Weil jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird“
Dieter Bohlen rechnet mit Sensibilität im Showbusiness ab und erklärt, warum bei DSDS heute Vorsicht statt Klartext herrscht.

Seit Tag eins prägt Dieter Bohlen die Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ auf RTL. Auch in diesem Jahr sitzt er wieder am Jury-Pult. Doch was hat die Show mit ihm gemacht? Ist Dieter zahmer geworden? Und wonach sucht er heute wirklich?
Dieter Bohlen: „Man ist heute vielleicht vorsichtiger“
All das wollte RTL bereits vorm Staffelstart von seinem Chef-Juror wissen. Und tatsächlich: Dieter Bohlens Antwort lässt erahnen, dass das DSDS-Urgestein tatsächlich etwas weicher geworden ist. „RTL und DSDS haben mich nicht verändert“, poltert er zunächst los. „Man ist heute vielleicht vorsichtiger, weil jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird“, gibt er dann aber doch zu. Dieter Bohlen, der für seine direkten Urteile bekannt war, sieht sich heute einem veränderten Klima gegenüber. Social Media, öffentliche Debatten, schnelle Empörung, das Umfeld ist sensibler geworden.
Harte Branche, weiche Seelen?
Dieter wird grundsätzlicher. Es geht nicht nur um DSDS, sondern um das Showgeschäft insgesamt. „Die Branche ist hart. Streaming, Fernsehen, Film - da muss man eine dicke Haut haben. Wer sehr sensibel ist, sollte sich überlegen, ob er in dieses Geschäft will. Man muss gefestigt sein oder eine Familie hinter sich haben“. Besonders emotional wird er beim Blick zurück: „Daniel Küblböck zum Beispiel war, glaube ich, zu sensibel für diese Branche. Das hat mir damals sehr das Herz gebrochen“.
Wen sucht DSDS heute wirklich?
Haben der Juror und seine Show aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt? Zumindest hat man einiges verändert: „Dass es keine Altersgrenze gibt, finde ich gut. Diesmal haben sich wohl nicht viele Ältere beworben oder sie wurden in der Vorjury aussortiert, das kann ich nicht beurteilen. Es waren jedenfalls keine 60 oder 70-Jährigen dabei, die weit gekommen sind“. Die Show ist offener geworden. Doch Dieter macht klar: „Entscheidend ist nicht das Geburtsdatum. Wichtig sind Ecken und Kanten, Personality. Nur ein kleiner, netter Junge zu sein, ist schwierig, auch wenn sich Alexander Klaws toll entwickelt hat. Wir machen Fernsehen, kein Radio. Es braucht Entertainmentqualität“.









