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Die neun Königslande von Westeros: Bekommt „A Knight of the Seven Kingdoms“ in Staffel 2 einen neuen Titel?

Im Finale von „A Knight of the Seven Kingdoms“ wird klar: Westeros hat neun Königslande. Muss Staffel 2 deshalb umbenannt werden?

Egg und Dunk auf Pferden.
Egg gibt Dunk ordentlich zu denken. Foto: Steffan Hill/HBO

A Knight of the Seven Kingdoms“ greift am Ende von Staffel 1 einen Punkt auf, der viele Fans des „Game of Thrones“-Universums schon lange irritiert: Warum sprechen alle von den Sieben Königslanden, wenn es in Westeros tatsächlich neun sind?

In einer der letzten Szenen, in der Dunk und sein Knappe Egg nach dem Aufbruch aus Ashford ohne konkretes Ziel dastehen, platzt die Wahrheit heraus: Dunk meint, sie könnten überall in den Sieben Königslanden hin, doch Egg korrigiert ihn prompt.

Es sind neun Königslande, Ser. […] Kronlande, Westlande, Sturmlande, Flusslande, die Eiseninseln, der Norden, die Weite, das Grüne Tal und Dorne,“ sagt Egg und lässt Dunk ziemlich ratlos zurück. Denn ja: Im Reich gibt es tatsächlich neun Regionen, und Dunk grübelt anschließend, warum seine Heimat trotzdem „Sieben Königslande“ genannt wird.

Als zusätzlicher Gag schreibt die letzte Titelkarte der Episode den Seriennamen sogar um – aus „A Knight of the Seven Kingdoms“ wird „A Knight of the Nine Kingdoms.“

Früher hätte Dunk recht gehabt

Die Erklärung ist historisch: Als Aegon der Eroberer und seine Schwestern Westeros unterwarfen, gab es sieben Königreiche mit sieben Königen, mit denen sie verhandeln oder die sie besiegen mussten. Der Name blieb also als Bezeichnung bestehen – auch wenn die Landkarte später komplizierter wurde.

Entscheidend ist dabei: Die Kronlande gab es zur Zeit der Eroberung noch nicht. Das Gebiet wurde aus Territorien herausgeschnitten, die immer wieder zwischen den Flusslanden und den Sturmlanden umkämpft waren; die Targaryens machten daraus ihren Brückenkopf, ihren Regierungssitz, und damit praktisch ein neues „Königsland“.

Aus Sieben wird Neun

Auch andere Grenzen und Zuständigkeiten wurden durch Aegons Feldzug neu geordnet. Die Sturmlande standen unter Sturmkönig Argilac „der Arrogante“ Durrandon, wurden aber durch Orys Baratheon besiegt, Aegons bestem Freund (und Bastardbruder), der danach Argilacs Tochter Argella heiratete und damit Haus Baratheon begründete.

Flusslande und Eiseninseln waren beide unter Harren dem Schwarzen vereint, bis Aegon und sein Drache Balerion Harren und Harrenhal zerstörten; die Eisenmänner wurden zurück auf die Eiseninseln gedrängt, wodurch sich die Regionentrennung verfestigte. Haus Tully erhielt anschließend die Kontrolle über die Flusslande, weil es die Rebellion gegen Harren angeführt und früh ein strategisches Bündnis mit den Targaryens geschlossen hatte.

Auch das Grüne Tal von Arryn beugte schließlich das Knie, nachdem es gesehen hatte, was mit Harrenhal passiert war. In den Westlanden und in der Weite kam es zur berühmten Schlacht auf dem „Feld des Feuers“: Lannister und Gardener stellten 55.000 Männer gegen 5.000 – doch die Targaryens hatten Drachen, Haus Gardener wurde ausgelöscht, und Haus Tyrell bot in Hohgarten seine Treue an und wurde zu Wächtern der Weite erhoben. König Loren Lannister überlebte und unterwarf sich, womit die Targaryens die Westlande erhielten.

Der Norden zog zunächst in Richtung Widerstand, doch nach Verhandlungen – Torrhen Stark schickte dafür seinen Halbbruder Brandon Schnee und einige Maester – kam es zu einem Vertrag, und Torrhen beugte ebenfalls das Knie. Ein Sonderfall blieb Dorne: Als einziges Reich widerstand es Aegon I und seinen Schwestern, begünstigt durch Gelände für Guerillataktik und die Herkunft vieler Dornischer von den Rhoynar. Offiziell Teil des von Haus Targaryen regierten Gefüges wurde Dorne erst später durch zwei strategische Heiratsbündnisse (Daeron II mit Prinzessin Myriah Martell sowie Daenerys Targaryen mit Prinz Maron).

„A Knight of the Nine Kingdoms“

Dass die Serie im Finale kurzzeitig mit „A Knight of the Nine Kingdoms“ überschreibt, ist laut Showrunner Ira Parker vor allem ein bewusst leichter, selbstironischer Moment. „Das war vielleicht ich, der ein bisschen zu albern wird. Die Leute werden es vielleicht hassen oder mich dafür kreuzigen, aber diese Serie hat auch einen leichteren Ton“, sagt Parker über die Titeleinblendung.

Parker erklärt, warum dieser kleine Scherz tonangebend sein könnte, ohne gleich eine offizielle Umbenennung zu versprechen: „Wir wollen Westeros zu einem Ort machen, an dem man gerne Zeit verbringt – selbst wenn schreckliche, schreckliche Dinge passieren und alle traurig sind, genau wie im echten Leben.“

Und dann zieht er den Vergleich, der den Kern seiner Haltung trifft: „Man kann immer noch Witze bei einer Trauerwache machen, und das ist okay. Wir brauchen diese Erleichterung.“ Genau deshalb, so Parker, funktioniere der Moment auch erzählerisch: „Selbst in einer schlechten Lage sind Dunk und Egg wieder Dunk und Egg.“

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