Ganz ohne Dolores

Die KI findet einen Weg: „Westworld“-Remake kommt in die Kinos

Nach einem Film, einem Sequel und zwei Serien hat Warner Bros. noch nicht genug von den mordenden Cowboy-Androiden.

Ein mechanischer Arm legt eine rote Kugel in einen menschlichen Schädel.
Kann KI fühlen und lieben? Eine alte Frage, die nichts an ihrer Aktualität verloren hat. Foto: TMDB

„Ihre Leute waren nur darauf konzentriert, ob sie es schaffen konnten oder nicht. Ob sie es tun sollten, die Frage stellte sich keiner“ – Dieses Zitat von Dr. Ian Malcolm aus „Jurassic Park“ begeistert nicht nur Filmfans, sondern auch Autor Michael Crichton. Von ihm stammen nämlich nicht nur die Romanvorlagen zu „Jurassic Park“ und „Vergessene Welt: Jurassic Park“, er war auch fast 20 Jahre vorher schon der Autor und Regisseur von „Westworld“.

Das beweist nicht nur sein Faible für abenteuerliche Tech-Thriller, sondern auch für ein recht spezifisches Konzept: Freizeitparks, in denen das Chaos ausbricht, weil man sich zu wenig mit der Ethik der eigenen Schöpfungen beschäftigt hat.

Crichton starb bereits im Jahr 2008, doch sowohl die „Jurassic“-Franchise als auch „Westworld“ sind weiterhin beliebt und relevant. Die gleichnamige HBO-Serie, die zwischen 2016 und 2022 produziert wurde, startete als großer Hoffnungsträger des US-Pay-TV-Senders, doch spätestens ab Staffel 3 nahm das Interesse des Publikums und der gute Wille der Fans ab.

Was als Geschichte über rebellierende Androiden in Themen-Freizeitparks begann, entfernte sich immer mehr von der Grundidee und wurde zu einem übermäßig komplizierten, aber zeitgleich uninteressanten Sci-Fi-Flop, der nach der Absetzung ohne rundes Ende auskommen musste.

Im Heide Park ist sowas noch nie passiert …

Doch der anhaltende Erfolg der „Jurassic“-Filme und die immer aktueller werdende KI-Thematik bringen Warner Bros. nun dazu, die Pforten von „Westworld“ erneut zu eröffnen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Fortsetzung der Serie, sondern um einen völligen Neustart, der vermutlich in eine etwas jugendfreiere „Jurassic Park“-Richtung gehen soll.

Dafür spricht zumindest, dass Drehbuchautor David Koepp damit beauftragt wurde, sich eine neue „Westworld“-Geschichte auszudenken. Koepp hat bereits das Drehbuch zu „Jurassic Park“ verfasst, mit aus dem Ruder laufenden Vergnügungsparks kennt er sich also aus.

Da Warner Bros. aktuell an Paramount verkauft wird, könnte das Projekt noch länger auf sich warten lassen – oder im schlimmsten Fall komplett gestrichen werden. Über Regie und Besetzung ist jedenfalls noch nicht bekannt, aber Steven Spielberg, mit dem Koepp schon sehr häufig zusammengearbeitet hat – zuletzt beim kommenden Spielberg-Film „Disclosure Day“ – sprach zuletzt von einem Western, an dem er bald arbeiten möchte …

Quellen